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Albanien – Kosovo – Mazedonien Tag 7 – 08. September 2018

Tag 7 – Berat – Llogara-Nationalpark

Die Stadt in der Stadt 

Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir die einmalige Museumsstadt Berat.Eingebettet in eine herrliche grüne Landschaft wird sie von einer großflächigen Burg überragt. Auf dem Burggelände finden Sie Restaurants, Gasthäuser, Handwerksbetriebe und Kirchen vor. Wir erkunden die Burg ganz genau und laufen im Anschluss hinunter ins historische Zentrum der Stadt und bewundern sowohl den christlichen als auch den muslimischen Stadtteil und laufen dabei über die Jahrhunderte alte Brücke. Vor der Weiterreise gibt es Gelegenheit in einem der vielen Restaurants und Cafés der autofreien Neustadtpromenade zwischen Altstadt und Universität eine Kleinigkeit zum Mittag zu essen. Drei Stunden fahren wir nun noch bis in die Berge des Llogara-Nationalparks. 
Aktivität: Gehzeit 3 Std. (5km ↑ 50m ↓ 190m) 
Fahrstrecke: 250 km | Übernachtung: Alpin*** im Llogara-Nationalpark | Mahlzeiten: F

Eine Sache war am frühen Morgen noch zu erledigen: die Post. Es galt noch einen Stempel samt Briefmarke aus Albanien in ein kleines Büchlein zu ergattern. Kleines familiäres Nebenprojekt von Annette. Beim Frühstück fiel der Blick auf den Uhrturm, der eines der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Gebäude ist und auch zur Beobachtung der Umgebung diente. Da die Post erst um 08:00 Uhr öffnet, nutzen wir die Gelegenheit und machten uns schnell auf den Weg. Oben angekommen, war die Enttäuschung groß, besichtigen kann man ihn nicht.

Also schnell ein paar Fotos und dann ab zur Post. Die Richtung kannten wir ungefähr, ein paar Leute gefragt und schon standen wir davor. Und Wunder, die Post war geöffnet! Aber dann… Einfach so sein Anliegen vortragen und dann ist es erledigt, von wegen! Diesmal hat die Verständigung ganz gut geklappt, die beiden Damen hinter dem Schalter konnten erahnen, was wir wollten. Aber dann… Die Briefmarken sind noch im Tresor und man kann den Schlüssel nicht finden. Sollen wir unverrichteter Dinge wieder gehen, von wegen! Wir hatten ja am Vortag Postkarten mit Briefmarken gekauft, also schnell eine abweichen und ins Büchlein kleben, wo ist der Pattex-Kleber… Die Kollegin konnte helfen und alle waren zufrieden, schnell noch ein letztes Foto und dann zurück zum Bus, die anderen sollen ja nicht warten…

Ziel der heutigen Tagestour ist Berat. Berat ist laut Reiseführer eine der schönsten Städte Albaniens. Die kleine, osmanisch erhaltene Altstadt mit den tollen Dach- und Schornsteinformen auf beiden Seiten des Flusses Osum, die Festung hoch darüber und die vielen erhaltenen orthodoxen Kirchen und Moscheen sowie das sehr sehenswerte Ikonenmuseum locken viele Touristen nach Berat. Neben Gjirokastër und Butrint ist Berat auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste gesetzt worden.

Erster Programmpunkt: die Besichtigung der Burganlagen. Bei der Ankunft war der Parkplatz schon voll mit großen Reisebussen. Schnell noch einen Kaffee dann ging’s los. Das erste Tor vor der Vorburg stammt aus dem Jahr 1205. Danach betritt man durch das Haupttor die Burg. Das recht weitläufige Gelände beherbergt eine Reihe von Kirchen und Moscheen. 

Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit

Ein bekanntes Fotomotiv für ganz Albanien ist die Kulisse der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit am westlichen Rand der Burg. Die Kreuzkuppelkirche mit ihrem schönen Mauerwerk im Wechsel von Naturstein und Ziegelstein trägt Kapitelle auf ihren Säulen, die aus der Zeit der antiken Bebauung der Festung stammen. Es liegen keine Daten über die Erbauung der Kirche vor, doch vermutet man die Entstehung um 1300.

Oberhalb der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit liegt das ursprüngliche Kernstück der Anlage, die äußere und innere Zitadelle. An diesem Ort hat sich nicht viel erhalten und auch die beiden ehemaligen Moscheen aus dem 15. Jh., die zu den ältesten Moscheen Albaniens gehören, die Weiße Moschee und die Rote Moschee sind nur noch als Ruinen erhalten. Die Rote Moschee, erkennbar am noch aufragenden ehemaligen Minarett wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Insgesamt kann man sicher einige Stunden in den Burganlagen zubringen, dennoch zieht es die meisten Besucher doch in die Innenstadt. Wenngleich die Aussicht von hier oben auf die Stadt genial ist.

Mangalem

Das besondere am Stadtviertel Mangalem unterhalb der Burg sind die engen, steilen Gassen, durch die es sich angenehm spazieren lässt, sofern man das Kopfsteinpflaster mag. Alle Häuser sind mehrstöckige Holzkonstruktionen, von außen verputzt und weiß gekalkt. Sie stammen meistens aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. und wurden ganz dicht und meist ohne Garten gebaut, der für  osmanische Städte eigentlich typisch ist. Jedes Haus hat eine gute Aussicht auf das Tumor-Gebirge. Die Stadt trägt auch den Beinamen “Stadt der aufeinandergestapelten Fenster”, die meisten ausländischen Quellen schreiben gern noch, dass es sich um 1000 Fenster handeln soll.

Wir haben die schmalen Gassen auf beiden Seiten des Flusses besucht. Vielerorts ist von dem alten Charme leider nicht mehr viel übrig geblieben. Der Verfall ist deutlich zu sehen und dort wo renoviert wurde hält der Kommerz Einzug. In vielen Gebäuden sind Gästehäuser eingerichtet worden. 

Zentrum

Das Zentrum Berat liegt östlich der Altstadt. Die direkte Verbindungsachse zwischen Alt und Neu ist die Fußgängerzone Bulevardi Republika. Die Straße wurde 2016 ganz neu gestaltet, der Stempel der amtierenden Sozialistischen Partei wurde damit auch Berat aufgedrückt. Wir nutzten die Zeit bis zur Weiterfahrt für einen kurzen Pizza-Snack.

Auf der Weiterfahrt in den Llogara-Nationalpark haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Meer eingelegt. In den Städten staut sich wie auch in Deutschland im Sommer die Hitze, so war der Aufenthalt an der Adriaküste eine angenehme Abwechslung. Auf das Baden haben ich hier noch verzichtet, der Kiesstrand störte mich doch ein wenig.

Das am Fuße des Llogara-Nationalparks gelegene Hotel Alpin beherbergte uns für die nächsten zwei Nächte, somit Gelegenheit mal wieder einen Waschtag einzulegen. Die Zimmer sind relativ klein, aber ausreichend. Den Abend haben wir im hoteleigenen Restaurant bei gutem Essen und einer Menge Taki verbracht.

Für den nächsten Tag stand wieder eine mittelschwere Wanderung an, obwohl ich bei der Bezeichnung “mittelschwer” mittlerweile etwas skeptisch geworden bin. Die Wandrungen sind eigentlich für jeden zu schaffen, man muss es nur wollen.

Veröffentlicht in Albanien 2018 Gruppenreisen

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