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Albanien – Kosovo – Mazedonien Tag 6 – 07. September 2018

Tag 6 – Theth – Kruja

Vom Blutracheturm zur Burg Kruja 

Am Morgen nach dem Frühstück checken wir direkt aus und machen vor der Abfahrt einen größeren Spaziergang durch das Dorf und seine Umgebung, wobei wir den Blutracheturm, über den unser Reiseleiter besonders spannende Anekdoten zu erzählen weiß, die Mühle und den 30 Meter hohen Grünas-Wasserfall bewundern. Mit dem Bus geht es dann ins Zentrum des Landes. Das Tagesziel ist Kruja, wo wir am Nachmittag ankommen. Eines der Wahrzeichen dieser idyllischen Stadt ist die Burg, die wir natürlich besichtigen. Mit dem Skanderberg-Museum erleben wir noch einen weiteren kulturellen Höhepunkt, bevor wir die restlichen Stunden des Tages das Schlendern auf den historischen Plätzen und Straßen genießen.
Aktivität: Gehzeit 1,5 Std. (4km ↑ 100m ↓ 70m) 
Fahrstrecke: 160 km | Übernachtung: Panorama*** in Kruja | Mahlzeiten: F

Kleine Programmänderung für den heutigen Tag. Da wir am Vortag schon die Wanderung durch das Dorf unternommen und den Blutracheturm besichtigt hatten, ging es nach dem Frühstück direkt zum Wasserfall. Von dort sollte uns ein Fahrzeug abholen und zum vereinbarten Treffpunkt mit Tim unserem Busfahrer bringen. Er konnte uns auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse nicht direkt abholen. 

Der Wasserfall mit einer Höhe von 30 Meter ist nicht so spektakulär, da bin ich aus Skandinavien, Island und Grönland andere Dimensionen gewohnt. Dennoch ist er ein Anziehungspunkt, so dass frühzeitiges Erscheinen von Vorteil ist, da man so noch in Ruhe Fotos scheißen kann. Nach uns war schon Stau angesagt…

Die Straßen glichen mehr einer Schotterpiste und strapazieren die Stoßdämpfer ungemein. Mit meinem Privatwagen würde ich die Tour nicht machen wollen, zumal bei Gegenverkehr man doch ziemlich aufpassen muss. Es ist aber die einzige Verbindungsstraße und somit ziemlich stark frequentiert.

Tagesziel ist Kruja, einige sagen, wer Kruja nicht gesehen hat, hat Albanien nicht gesehen. Die 12.000-Einwohner-Stadt steht bei vielen vor allem wegen des großen Skanderberg-Museums auf der Besichtigungsliste.

Von der Festung aus lohnt sich ein Blick Richtung Tirana und Adria, sofern die Sicht es zu lässt. Bei uns war es leider sehr diesig. Im Rücken befindet sich das Skanderberg-Bergmassiv..

Den Eingang in die Stadt bildet eine restaurierte Basarstraße, in der neben neuzeitlichen Souvenirs auch die handwerkliche Herstellung traditioneller gewebter Wollteppiche in Augenschein genommen werden kann. Handeln ist nicht ganz einfach, man sollte es dennoch versuchen.

Festung

Unser erster Programmpunkt nach dem Einchecken im Hotel war die Festung. Vom Hotel aus gelangt man über die Basarstraße direkt zur Festung – ist nicht zu verfehlen. Wie vielerorts in Albanien leben auch auf dieser Festung Menschen in ihren Privathäusern. Ein Spaziergang über das Burggelände ermöglicht weite Aussichten. Die Adria im Westen ist fast immer gut zu sehen. Im Gegensatz zum Skanderberg-Museum ist die Festungsanlage in keinem guten Zustand.

Skanderberg-Museum

Auf der Festung befinden sich zwei Museen, wovon wir das für viele Besucher wichtigere Nationalmuseum besucht haben. Das massive Gebäude, das an eine Festung erinnern soll, wurde 1982 eröffnet. Es wurde höchstpersönlich von Enger Hoxhas Tochter Pranvera Hoxha und ihrem Ehemann Element Kolaneci entworfen. Die Heldenverehrung Skanderbergs im sozialistischen Albanien findet in diesem Museum ihren Höhepunkt. Wahrscheinlich bleibt fast allen Besuchern die riesige Figurengruppe aus Beton im Eingangsbereich in Erinnerung.

Am Ende des unteren Raumes erscheinen einem Heiligtum gleich die Kopien von Skanderbergs Helm und Schwert. Hinter beiden Exponaten befindet sich Albaniens größtes Fresko, das die Schlacht von 1444 zwischen den albanischen und montegrinischen Truppen der Liga von Lezhë gegen die Osmanen darstellt, auf dem Bild sterben ausschließlich Osmanen.

Nach den vergangenen Tagen in der Natur erschlägt einen die ganze Kultur, aber wir wollen ja alle Seiten des Landes kennenlernen. Dazu gehört auch der touristische Teil.

Basarstraße

Das Labyrinth durch den Hotel-Neubau (mein Zimmer blickte direkt auf die riesige Baustelle) führt auf die Basarstraße. Diese ist seit den 60er-Jahren bis heute aufwendig rekonstruiert worden. Die kleinen Holzläden und das Kopfsteinpflaster vermitteln den Eindruck einer osmanischen Kleinstadt. In den Läden sieht der Besucher meistens Rot, denn viele Andenken sind mit der roten albanischen Flagge geschmückt, vom Aschenbecher bis zum Fußball ist in dieser Straßen alles zu bekommen – eben der ganz normale touristische Kitsch. Daneben wird aber auch lokales Handwerk verkauft, gestrickte Socken, weiße, gefilzte Männerhüte oder die aus Wolle gewebten Teppiche.

Postkarten und Briefmarken werden in den Läden verkauft. Da wir erst am späten Nachmittag frei hatten, war die örtliche Post schon geschlossen, wir werden am nächsten Tag unser Glück versuchen. Den restlichen Nachmittag haben wir in einem der vielen Cafés verbracht.

Das Abendessen haben wir im Hotelrestaurant mit Blick auf die Festung eingenommen. Wieder Gelegenheit mit den anderen Mitreisenden ins Gespräch zu kommen. An diesem Abend bin ich wohl dem Raki “verfallen”. Ein erstes Glas mit Tim unserem Busfahrer und der Bann war gebrochen, auch wenn die Verständigung mehr als holprig war, man(n) versteht sich auch ohne viele Worte. 

Am nächsten Tag mussten wir noch schnell vor Abfahrt zur Post. Fragte man die lokale Bevölkerung, so erhielt man bei Personen 4 verschiedene Antworten. Hoffen wir mal, dass die Post an einem Samstag pünktlich öffnet…

Veröffentlicht in Albanien 2018 Gruppenreisen

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