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Helsinki – Tag 1

Auch wenn man Helsinki an einem Wochenende nicht komplett und allumfassend kennenlernen kann, so sind 2-3 Tage doch durchaus ausreichend, um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen und der Stadt näher zukommen. Dank der dichten Stadtstruktur mit einem klassischen Innenstadtkern ist das Gros der Sehenswürdigkeiten auch gut zu Fuß oder mit den allgegenwärtigen grün-gelbenStraßenbahnen zu erkunden.

Los ging es am frühen Morgen in Düsseldorf. Das Parkhaus leider eine Woche zu spät reserviert und somit anstatt 39 EUR mussten 79 EUR für die 3 Tage herhalten. Die übliche Sicherheitskontrolle war schnell durchlaufen. Am Gate war die Wartezeit auch nicht allzu lange. 

Das ewig Nervende beim Einsteigen bleibt das Verstauen des “Handgepäcks”. Immer wieder erstaunlich, was alles als Handgepäck durchgehen soll. Das Theater ist dann vorprogrammiert, wenn die Gepäckablage überfüllt ist. Trotzdem ging es pünktlich in Richtung München los.

Bei der kurzen Flugzeit bleibt keine Zeit für einen Imbiss, kaum war der Schokoriegel und das Getränk serviert, begannen auch schon der Landeanflug auf München. München hat 2 Terminals, natürlich mussten wir das Terminal wechseln. So blieb nicht viel Zeit, in den Shops zu stöbern…

ziemlich einseitige Auswahl – nix von S04

Am Gate angekommen, ein Blick auf’s Handy – neue Mail: das Gate hat sich geändert. Also wieder zurück. Beim Boarding wieder das gleiche Procedere, jeder will zuerst rein und sein Gepäck natürlich auch. Der Flug nach Helsinki dauert dann gut 2 Stunden. Kein Entertainment an Bord, dafür dann “Frühstück” – belegtes Graubrot mit Käse und Hühnchen. Lecker ist was anderes – auch Lufthansa muss wohl sparen. Man kann’s verschmerzen.

In Helsinki angekommen, raus zur Haltestelle und der Kampf mit dem Automaten. Eigentlich nicht schwierig, dennoch standen mehrere Personen ziemlich ratlos davor. Im Internet hatte ich gelesen, das Ticket für den Bus der Linie 615 kosten 5,50 EUR, beim Fahrer noch teurer. Der Automat zeigt 5,00 EUR an, da stutzt man erst mal, im allgemeinen ist es doch teurer. Egal, das Ticket gezogen, ging die Warten los. Die anderen Mitreisenden sind dann in den Schnellbus für 6,90 EUR gestiegen. Ich wollte das Ticket nicht verfallen lassen und so war ich dann alleine im Wartehäuschen. Irgendwann kam dann doch der Bus 615, ich zeigte mein Ticket und die Stadtrundfahrt in Richtung Central Railway Station konnte beginnen. 

Der Hauptbahnhof ist eine der architektonischen Sehenswürdigkeiten von Helsinki. Nun rächte sich, dass ich mich im Vorfeld nicht genau mit der Lage meines Hotels beschäftigt hatte, so lief ich natürlich in die falsche Richtung. Erschwerend kommt hinzu, dass man sich erst mal an die finnischen Straßennamen gewöhnen muss. Alles ist zweisprachig: neben Finnisch auch Schwedisch, der zweiten Amtssprache in Finnland. Immerhin habe ich so auch gleich das Hard-Rock-Cafe und den Starbucks gefunden.

Im Hotel ging das Einschecken problemlos vonstatten. Das Apartment für eine Person mehr als ausreichen, ausgestattet mit allem Nötigen, verfügte es sogar über einen kleinen Balkon. Der erste Gang führte dann in den örtlichen Supermarkt. Butter, Wurst, Käse, Weißbrot und Cola schon war man fast 20 EUR los, die Preise liegen doch deutlich über denen in Deutschland. Nachdem der Kühlschrank gefüllt war, ging es auf Entdeckungstour.

Als Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte, werden im Reiseführer beschrieben:

  • der Senatsplatz: habe ich am 2. Tag besichtigt
  • Allas Sea Pool: ebenfalls am 2. Tag
  • Uspensky-Kathedrale: ebenfalls am 2. Tag
  • Hauptbahnhof: hatte ich bei der Ankunft gesehen und täglich beim Einkaufen
  • Kiasma – Museum für zeitgenössische Kunst: fiel diesmal aus, ist nicht so mein Ding…
  • Felsenkirche: siehe weiter unten
  • Festungsinsel Suomenlinna: am 3. Tag

Warum das Sibelius-Denkmal im Reiseführer nicht als Attraktion in der Einführung nicht genannt wird, wissen wohl nur die Verfasser von “Reise Know How”. Für mich gehört es auf jeden Fall dazu. Später mehr.

Ein erster schneller Rundgang führte mich über die Mannerheimintie und den Esplanadenpark zum Senatsplatz. Im Esplanadenpark war an diesem Freitagnachmittag ein großes Fest. Jede Menge Buden und Stände mit allen möglichen kulinarischen Gerichten aus aller Welt.

Der Senatsplatz mit dem Hafen und dem Dom ist gewiss die Hauptanlaufquelle für jeden Touristen. Aber das wollte ich mir für den morgigen Tag aufheben. So ging ich wieder zurück ins Hotel. Kurze Erfrischung, einmal umziehen, das Wetter ist für finnische Verhältnisse schon hochsommerlich. Hätte ich mal doch die Shorts mitgenommen…

Ein Blick in den Stadtplan verriet, dass die Felsenkirche nicht weit von meinem Hotel liegt. Dort angekommen, musste ich leider feststellen, dass die Kirche vor 10 Minuten geschlossen hatte. Schade, zumal der Eintritt am Freitag umsonst gewesen wäre. Habe ich dann am Samstag nachgeholt, die 3 EUR Eintrittsgeld sollte man in jeden Fall investieren, es lohnt sich.

Ich wollte nicht unverrichteter Dings zurückkehren, so habe ich mich entschieden, dem Sibelius-Park einen Besuch abzustatten. Entlang der Küste, vorbei an vielen Parkanlagen, war es ein schöner Ausgleich um runterzukommen.

Sibelius-Park

Mit dem Stück “Finlandia” komponierte sich der finnische Komponist Jean Sibelius 1899 in die Herzen seiner Landsleute. Nach der Uraufführung in Helsinki und der begeisterten Rezeption durch das Publikum avancierte die sinfonische Dichtung zu einer heimlichen Nationalhymne. Ich muss gestehen, wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, ist mir dieses Stück nicht in bleibender Erinnerung geblieben.

 

 

 

 

Zehn Jahre nach seinem Tod wurde 1967 ein ihm zu Ehren errichtetes Denkmal eingeweiht. Die Jahre zuvor waren von einem Streit innerhalb der Öffentlichkeit geprägt. Das abstrakte Denkmal ist gewiss auch gewöhnungsbedürftig. Neben dem eigentlichen Kunstwerk, das aus etwa 600 schlanken Stahlrohren besteht, wurde noch die Büste des Komponisten aufgestellt.

Bei meiner Ankunft erblickte ich zuerst 5 Reisebusse und hatte schon arge Befürchtungen, wurde jedoch angenehm überrascht. Ein Jugendchor nutzte die Gelegenheit zu einer Gratis-Chorprobe. Ich weiß zwar nicht, worum es in dem Stück ging, schön war es dennoch. Nachdem alle wieder in ihren Reisebussen waren, konnte ich dann ein paar Aufnahmen “pur” machen.

Olympiastadion

Die Finnen sind, obwohl nur knapp 5 Millionen Finnen, eine sehr sportliche Nation. Überall sieht man Jogger und Fahrradfahrer in den Parks. Die Jogger sind vielleicht inspiriert von der früheren Langlauflegende Paavo Nurmi oder lag es am folgenden Tag stattfindenden Marathonlauf. Laufe zwar keinen Marathon, aber am ersten Tag bin ich immerhin auch 21 km zu Fuß unterwegs gewesen – also quasi ein Halbmarathon.

Im Olympiastadion sind die Sportlegenden Nurmi mit einem Denkmal, das ihn als ausdauernden und zähen Läufer darstellt und der Speerwerfer Järvinnen durch die Architektur des Stadionturms geehrt. Die Höhe von 72,71 m entspricht exakt der Siegerweite, die der Olympiasieger bei seinem Goldmedaillengewinn 1932 in Los Angeles war, gewürdigt.

Die finnische Fußballnationalmannschaft trägt alle wichtigen Spiele auf dem Rasen des Olympiastadions aus, wenn auch mit mäßigen Erfolg. Wegen umfassender Renovierungs- und Umbauarbeiten ist das Olympiastadion derzeit jedoch geschlossen. Auch der prächtige Blick vom Stadionturm – bei klaren Wetter kann man wohl problemlos bis in den Schärengarten blicken – entfällt leider bis 2019.

So langsam merkte ich doch meine Füße und es wurde Zeit Richtung Hotel zugehen. Vorbei an der Finnischen Nationaloper, ein imposanter Bau teilweise aus weißem Carrara-Marmor mit zwei Sälen , die 1.350 bzw. 200-500 Zuhörern Platz bieten, ging es wieder zurück. Bemerkenswert sind die Eintrittspreise, die bei 15 EUR beginnen. Dies geht jedoch nur mittels öffentlicher Subventionen und privater Sponsoren.

Für den morgen Tag steht dann der große Stadtrundgang an. Das Wetter verspricht wieder strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 20°C.

 

Veröffentlicht in Helsinki - Mai 2018 Städtereisen

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