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Sri Lanka – Tag 18 – 16. November 2017

Tag 18 – Vom Schmelztiegel der Religionen und wilden Tieren

Am Vormittag besuchen wir den Wallfahrtsort Kataragama. Er ist ein beliebtes Pilgerziel von Anhängern aller Religionen in Sri Lanka. Der wichtigste Schrein ist der Heiligenschrein des Gottes Skanda. Viele Pilger tanzen und singen sich in Trance und nicht selten kasteien sich die Büßer selbst, indem sie sich beispielsweise die Zunge "durchstechen". Mit etwas Glück werden wir Zeuge solcher spiritueller Akte. Am Nachmittag wartet ein tierisches Abenteuer auf uns: Wir steigen um in Jeeps und entdecken bei einer 3-stündigen Safari im Yala-Nationalpark Elefanten, Rotwild, Bären, Krokodile und bis zu 130 verschiedene Vogelarten. In diesem Nationalpark leben ca. 30 Leoparden, damit weist er eine der höchsten Leopardendichten der Welt auf. Vielleicht haben Sie hier das Glück einen zu entdecken!    
Fahrstrecke: 50 km | Übernachtung: Hotel Hibiscus Garden★ oder The Rain Tree Hotel in Tissamaharama | Mahlzeiten: F

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. Am Morgen bin ich früh aufgestanden um den Sonnenaufgang auf der Dachterrasse des Hotels zu genießen. Alleine war ich nicht. Vor dem Hotel gibt es eine riesige Kolonie von Flughunden, die in den Bäumen ihr Schlafquartier hatten. So konnte man gute Aufnahmen machen.

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Nach dem Frühstück ging es dann mit dem Bus zum ersten Programmpunkt des Tages:

Kataragama

Kataragama ist für Buddhisten, Hindus und Muslime gleichermaßen eine der heiligsten Pilgerstätten der Insel. Der Ort heißt nach Sri Lankas Schutzgott Kataragama. Er ist ganzjährig das Ziel eines steten Pilgerstroms, besonders viele Besucher kommen alljährlich zum Kataragama-Fest.

Der heilige Bezirk mit den vielen Schreinen und Sakralbauten liegt nördlich von Kataragama jenseits des Flusses Menik Ganga. In ihm reinigen sich die Pilger, bevor sie weitergehen. An den Straßen um den heiligen Bezirk drängen sich Buden, die Obst, Lotosknospen und Girlanden für Opfer im Tempel verkaufen.

Hinter dem Eingang erreicht man die ul-Khizr-Moschee mit Gräbern muslimischer Heiliger und einen kleinen Shiva geweihten kovil. An der Straße zum Haupttempel Maha Devale reihen sich einzelne Schreine. Zum Maha Devale gehören drei Schreine, von denen einer Kataragama (auch Skanda oder Kartikeya) geweiht ist. Der Gott wird hier durch sein Hauptsymbol, den vel (Speer), dargestellt. Die anderen sind dem hindu-Gott Ganesha sowie Buddha gewidmet.

Die Mauer rund um den Haupthof zieren beeindruckende Elefantenköpfe sowie Darstellungen jenes Pfaus, der Kataragama als vahana („Zugtier“, „Fahrzeug“) diente. Der Vogel soll dem Körper eines Dämons entsprungen sein, als dieser von dem Gott besiegt wurde, Da Kataragama den Besiegten verschonte, versprach der Pfau dem barmherzigen Gott, ihm als Reittier zu dienen.

Wenn die Bittsteller zur Abend-puja mit Obstplatten und anderen Opfergaben zum Hauptschrein kommen, erwacht der heilige Bezirk zum Leben. Die Pilger zerschmettern zudem Kokosnüsse an Steinen vor dem Schrein, die sie manchmal zuvor anzünden. Es soll Unglück bringen, wenn die Kokosnuss nicht zerbricht. Musiker mit Trompeten und Trommeln umrunden den Komplex. Zusammen mit dem Läuten der Tempelglocken und dem hektischen Treiben der Menschenmassen verleiht ihre Musik dem Ganzen eine surreale Stimmung.

Hinter dem Maha Devale führt eine Straße zur dagoba Kiri Vihara (1. Jh. v. Chr.). Sie ist von Grünflächen umgeben und ruhiger als der Maha Devale. Der Überlieferung zufolge besuchte Buddha den Ort während seines dritten Aufenthalts in Sri Lanka, in der dagoba sollen sich einige seiner Haare als Reliquie eingemauert sein. (Quelle: Vis-a-Vis Sri Lanka)

Während unseres Besuches konnten wir Gläubigen zusehen, die sich neben dem Tempel über den glutheißen Sand rollten, um ihre Hingabe zu zeigen oder um Vergebung ihrer Sünden zu bitten. Dabei gerieten sie in eine Art Ekstase. Für mich nicht ganz nachvollziehbar, zumal nach Ende des „Tanzes“ die Gläubigen sofort wieder zur Normalität übergingen. Dadurch wirkte es auf mich gekünstelt. In unserer Reisegruppe wurde darüber kontrovers diskutiert. Möge dazu jeder seine eigene Meinung haben.

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Yala West (Ruhuna) Nationalpark

Am Nachmittag unternahmen wir unsere dritte Safari. Ziel war der riesige Nationalpark Yala West (Ruhuna) im Südosten des Landes. Er ist in fünf Gebiete oder „Blocks“ unterteilt, von denen nur Block I und II für Besucher geöffnet sind. Die meisten Besucher kommen zum Block I. Er ist am leichtesten zu erreichen, zudem leben dort viele Leoparden. In der weiten, von kleinen Felsen durchsetzten Landschaft wechseln sich Buschwälder und offenes Grasland ab, es gibt dichten Dschungel und an der Küste Lagunen.

Wir wurden im Hotel von 3 Jeeps abgeholt. Im Park darf man nur in Wagen mit Vierradantrieb erkunden. Wanderungen sind verboten, allerdings wurde an der Küste ein Stopp eingelegt und wir konnten die Fahrzeuge verlassen. Hier befindet sich auch die Tsunami-Gedenkstätte. Der Tsunami von 2004 zig auch den Park schwer in Mitleidenschaft. Am Patangala Beach wurde für die Opfer eine Gedenkstätte errichtet.

Leoparden haben wir nicht zu Gesicht bekommen, aber damit hatte ich auch nicht gerechnet. Dennoch war die Fahrt sehr interessant und vor allem amüsant. Zusammen mit Stephanie, Doro, Doris und Joachim hatte ich eine Menge Spaß. Elefanten, Krokodile, Büffel etc. waren wie immer beliebte Fotomotive. Aber auch Vögel, Warane und ein Hase wurden abgelichtet. Man nimmt halt mit, was vor die Linse kommt.

Bei Einbruch der Dunkelheit mussten wir den Park wieder verlassen und in rasanter Fahrt ging es zum Hotel zurück. Dort hieß es nach dem Abendessen Koffer packen, denn am nächsten Tag sollte es weiter gen Süden gehen. Das letzte UNESCO-Weltkulturerbe der Tour wartete: Galle mit seiner Festung und der nostalgischen Altstadt.

 

 

 

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

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