Springe zum Inhalt →

Sri Lanka – Tag 13 – 11. November 2017

Tag 13 – Der Zahn Buddhas

Unser heutiges Ziel ist Kandy, die zweitgrößte und zweifellos schönste Stadt Sri Lankas. Der malerische Milchsee, die koloniale Altstadt, der zauberhafte Zahntempel und die sattgrünen Bergketten im Hintergrund faszinieren jeden Besucher. Zur Mittagszeit sind wir in Kandy und beginnen mit einer Stadtbesichtigung. Wir besuchen den Marktplatz, streifen entlang von Schreinen und Tempeln, schauen hier und da einem Handwerker über die Schulter und besuchen dann den berühmten Zahntempel. Den echten Zahn bekommt aus Sicherheitsgründen niemand zu Gesicht, aber wir dürfen die Schatulle aus nächster Nähe anschauen und wer will, legt Blumen vor dem heiligen Schrein nieder oder zündet eine Öllampe an - das bringt Glück! Weil alles hier heilig ist, zieht man die Schuhe am Eingang aus, bedeckt die Schultern und trägt lange Hosen. Leichte Unterhaltung dann am Abend: Wir schauen uns eine traditionelle Tanzaufführung an - lassen Sie sich von bunten Kostümen, aufwendigen Masken und der Musik verzaubern! 
Fahrstrecke: 60 km | Übernachtung: Kandy City Hotel★ oder Casmara Hotelin Kandy | Mahlzeiten: F

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. Morgens schnell den Rucksack gepackt und vor dem Frühstück noch mal raus zum fotografieren. Beim Frühstück machte mich Chameera auf Papageien aufmerksam. Die endemisch in Sri Lanka vorkommenden Ceylon-Papageichen (Loriculus beryllinus) waren zu sehen. Nicht ganz so einfach bei der großen Entfernung und entsprechendem Zoom.

Nach dem Frühstück erwarteten uns schon unsere “Taxis” für die Rückfahrt. Diesmal kamen uns mehr Fahrzeuge entgegen, so dass es manchmal doch zu brenzligen Fahrmanövern kam. 

Wohlbehalten ging es dann mit unserem Bus nach Kandy. Ein erster Fotostop oberhalb der Stadt gewährte uns einen ersten Eindruck. Herzstück der Stadt ist der Kandy Lake mit dem nördlich von ihm gelegenen Zahntempel. Im Westen breitet sich das Stadtzentrum mit den Geschäftsstraßen aus, dort liegen auch Bahnhof, Hauptpost, Markt und der Busbahnhof.

Der Besuch bei einer örtlichen Manufaktur regte zum Kaufen an. Nachdem uns die Herstellung der Naturfarben eindrucksvoll vorgeführt wurde, konnte man den Handwerkern bei der Arbeit über die Schultern schauen. Ziel des Besuchs war aber der Verkauf der Produkte. So ging es dann auch relativ schnell in den großen Verkaufsraum. Das angebotene Sortiment war schon beeindruckend und zeugte von der Handwerkskunst der Leute. Die Preise (angeblich verhandelbar – waren nachher doch Fixpreise) schienen im ersten Moment angemessen, stellten sich Tage später jedoch als maßlos überteuert heraus. Bin leider auch darauf reingefallen. Zwei Holzschalen und ein kleiner Buddha wechselten den Besitzer.

Durch Zugabe verschiedenster Zutaten ändert sich die Farbe
Masken zum Schutz vor allem Möglichen waren der Renner

Auf der Fahrt zum Hotel machten wir noch Halt beim örtlichen Markt. Wie immer ein Erlebnis! Beim Markt befindet sich auch die Hauptpost, dort habe ich auch meine Postkarten in den Briefkasten eingeworfen. Die Post ist mittlerweile heil in Deutschland angekommen.

Unser Hotel ist vom Markt fußläufig gut zu erreichen. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, bin ich nochmal in die Stadt gegangen. Da es aber anfing stärker zu regnen, verging mir die Lust. Auf dem Rückweg habe ich mir dann endlich einen Sarong gekauft. Das ewige Umziehen wegen der langen Hosen nervte doch zunehmend. 

Am Abend ging es dann zu der traditionellen Tanzveranstaltung. Da ich nicht mit Blitz fotografieren wollte, sind die Bilder leider nicht besonders. Die Aufführung war ganz nett, hätte mir aber doch mehr traditionelle Tänze gewünscht. Ob Flickflack’s unbedingt dazu gehören bezweifle ich, wohl eher für die Touristen aufgeführt. Nach Abschluss konnte wer wollte auf die Bühne. Der Grund war schnell klar: Man konnte sich mit den Tänzern fotografieren lassen, die dafür dann ein Tip erwarteten. 

Nach der Show ging es dann zum Zahntempel. Wahrscheinlich habe ich mal wieder nicht genau zugehört – ich war der Meinung, der Besuch war für morgen geplant – und so hatte ich natürlich keine lange Hose dabei. Bin dann bei der Eingangskontrolle natürlich rausgefischt worden und Chameera musste mir aus der Patsche helfen. Wir kauften auf die Schnelle bei einen fliegenden Händler ein Tuch für 500 Rupien (ca. 2,70 EUR), damit waren die Knie bedeckt und ich durfte passieren. Ich hatte mir doch extra einen Sarong gekauft! Im Inneren erwartete uns Massentourismus pur. 

Der Zahntempel (Sri Dalada Maligawa) hütet Sri Lankas bedeutendste buddhistische Reliquie: einen Zahn Buddhas. Der ursprüngliche Tempel wurde im 16. Jh. im Zentrum der königlichen Palastanlage erbaut, der Hauptschrein entstand während der Herrschaft von Vimala Dharma Suriya I. (reg. 1590 - 1604). Die Holländer, die 1765 die Stadt  überfielen, plünderten Tempel und Palast. Nach dem Überfall ließ König Rajasinghe II. (reg. 1634 - 86) den Tempel wieder aufbauen. Der Palast wurde im 19. Jh. von Sri Wickrama Rajasinghe renoviert. Dieser letzte König von Kandy ließ auch den Graben anlegen und die früheren Zugänge durch ein massives Steintor ersetzen. Bei einem Bombenanschlag der LTTE 1998 wurde der Tempel schwer beschädigt. (Quelle: Vis-a-Vis Sri Lanka)

Hauptschrein

Im zweistöckigen Hauptschrein mit den verzierten Mauern und Türen glänzt ein vergoldeter, in den 1980er Jahren angebrachter Baldachin. Vor der Kammer der Zahnreliquie im Obergeschoss beten die Pilger und bringen ihre Opfer dar. Nur wenige Besucher kommen der Reliquie noch näher. Fotografieren streng verboten wird man in einer Reihe schnell daran vorbeigeführt – stehenbleiben nicht erwünscht – kann man nur erahnen, wo sich die Reliquie befindet. Von daher leider etwas enttäuschend.

Im Inneren der Kammer mit der Zahnreliquie befindet sich das juwelengeschmückte, staubförmige Behältnis mit dem heiligen Zahn. Sieben solcher ineinander geschachtelten dagobas sollen ihn beschützen.

https://www.pinterest.de/handshoro/

Alut Maligawa

Im Erdgeschoss des Gebäudes faszinieren zahlreiche Buddha-Statuen, viele sind Geschenke aus anderen Ländern. Die Wandbilder der umliegenden Räume erzählen die Geschichte der Zahnreliquie und beschreiben ihren Weg nach Kandy.

Audienzhalle

In diesem Pavillon hielten die Könige von Kandy Hof. Hier wurde auch der Vertrag mit den Briten unterzeichnet, der die Souveränität des Königreichs beendete.

Den Abend beendeten wir bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant. Am nächsten Tag hatten wir am Nachmittag nochmals Zeit Kandy zu besichtigen. Die Altstadt von Kandy ist UNESCO-Weltkulturerbe und ich wollte noch einige Gebäude fotografieren.

 

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.