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Sri Lanka – Tag 11 – 09. November 2017

Tag 11 – Zu Gast bei den letzten Ureinwohnern Sri Lankas

Heute Vormittag steht zweifellos eine Begegnung der besonderen Art auf unserer Reise an: der Besuch der Veddas, dem letzten indigenen Volk Sri Lankas. Viele von ihnen wurden aus ihren natürlichen Lebensräumen in Dörfer umgesiedelt, in denen sie heutzutage gemeinsam mit Singhalesen und Tamilen leben. Nur noch wenige haben sich ihre Kultur und Traditionen bewahrt. Wir treffen den Vorsitzenden der Stammesgemeinschaft und erhalten einen spannenden und einmaligen Einblick in das Leben der einstigen Jäger und Sammler. Nach unserem etwa 2-stündigen Aufenthalt bei den Veddas machen wir uns auf den Weg in die Knuckles. Das erste Stück fahren wir mit dem Bus, dann steigen wir aus und wandern (ca. 2 Std., leicht) vorbei am Rathna Ella-Wasserfall bis zu unserer einfachen Unterkunft. Das Hauptgepäck lassen wir im Bus und nehmen für die nächsten 2 Tage nur das nötigste im Tagesrucksack mit in die Berge. Wir erreichen unsere Unterkunft inmitten herrlicher Natur mit spektakulären Aussichten am frühen Abend.
Fahrstrecke: 70 km | Übernachtung: Corbert's Rest oder Oruthota Chaletsin den Knuckles | Mahlzeiten: F,A

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. Nach einem ausgiebigen Frühstück – an die Omeletts (very spicy) kann ich mich echt gewöhnen – packten wir die Koffer. Das Hotel rüstete sich für eine große sri-lankische Hochzeit. Unterwegs begegneten wir immer wieder Brautpaaren beim Foto-Shooting in den traditionellen Gewändern. Chameera hat uns auch Bilder seiner Hochzeit gezeigt. Hochzeiten in Sri Lanka haben einen hohen Stellenwert und werden dementsprechend aufwendig zelebriert. 

Da wir den Veddas schon am Vortag unsere Aufwartung gemacht hatten, statteten wir der Rajamaha Dagoba in Mahiyangana am Morgen einen Besuch ab. Mahiyangana ist nach der buddhistischen Geschichtsschreibung der erste Ort, den Buddha nach seiner Erleuchtung in Sri Lanka besuchte. Etwa ein Kilometer südlich des Ortszentrums, an der Rajamaha Dagoba, soll Buddha gepredigt haben. Die Dagoba soll eine Haarlocke von Buddha bewahren. 

Anschließend ging die Fahrt über Serpentinen in Richtung Hochland. Ziel der Fahrt waren der Rathna Ella-Wasserfall, den wir nach einer leichten 2-stündigen Wanderung erreichten. Umgeben von einer grandiosen Natur führte der Weg entlang der Bewässerungskanäle zum Wasserfall. Zum Baden eher nicht geeignet, war es dennoch eine sehr schöne Wanderung. Beim Wasserfall muss ich mir irgendwie den kleinen linken Zeh ziemlich geprellt haben, später bei der Mittagspause konnte ich das Malheur begutachten. Die Farbpalette reichte von rot über blau bis zu violett. Nach 2 Tagen war aber alles wieder vergessen. Als Kinder haben wir immer gesagt: Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Nun halte ich mich eher an einen Ausspruch von Abraham Lincoln – Schmerz ist nur Schwäche, die den Körper verlässt… 

Um unser endgültiges Tagesziel – die Knuckles – zu erreichen, mussten wir unseren Reisebus verlassen und in 3 Jeeps umsteigen. Die Fahrt mit dem Bus wäre wohl zu beschwerlich gewesen. Nur mit unserem Tagesrucksack, die Koffer wurden auf direktem Weg nach Kandy gebracht, machten wir uns mit 3 Jeeps auf. Die Fahrt, anfangs noch über asphaltierte Straßen, wurde mit der Zeit immer beschwerlicher und die Straßenverhältnisse verschlechterten sich zunehmend. Ist aber auch vielleicht bewusst so vorgesehen. Unmengen von Touristenströmen wurden dem empfindlichen Ökosystem nur schaden. 

Die Dumber Hills wurden von den Briten Knuckles Range genannt, weil sie den knuckles (Knöcheln einer geballten Faust) gleichen. Der Höhenzug besteht aus mehreren kleineren und fünf großen Gipfeln, der höchste misst 1800 Meter.

Das Gebiet gehört seit 2010 zum UNESCO-Welterbe. Das Spektrum an Landschaften reicht von immergrünen Trockenwäldern bis zu Feuchtwiesen. In diesen Ökosystemen gedeiht eine artenreiche Flora und Fauna mit vielen Vogelarten und Säugetieren wie Rotwild, Wildschweinen, Languren und Schlankloris.

Die Knuckles Range ist auch ein beliebtes Wanderziel, in dem man auf eigene Faust Wanderungen unternehmen kann. Für längere Touren sollte man sich einen Führer nehmen. Die Wege führen von den kleinen Dörfern des Tieflands und durch die Bergwälder, an Wasserfällen und beeindruckenden Aussichtspunkten bis auf die Gipfel mit großartigem Panoramablick. (Quelle: Vis-a-Vis Sri Lanka)

Beim ersten kurzen Zwischenstopp bei den Park-Rangers konnte ich gleich Bekanntschaft mit jemanden machen, der mir am nächsten Tag noch einige Kopfzerbrechen bereiten sollte: der Blutegel. Eigentlich sind Blutegel nicht gefährlich. Sie übertragen keine Krankheiten und fallen, wenn sie satt sind, einfach ab. Problematisch sind nur die Wunden, die sie hinterlassen: Die bluten nämlich eifrig weiter, weil der Egel ein Anti-Gerinnungsmittel hineingespritzt hat, um sich leichter vollaufen lassen zu können. Ein Trost: Für eine Gruselgeschichte zuhause sind die kleinen Sauger allemal gut...
 

hier hat mich der erste Blutegel gefunden…

Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte war das Corbert’s Rest. Eine Männer-WG, zwei Frauen-WG’s, die Ehepaare hatten eine Hütte für sich und schon war das Camp voll. Das Abendessen, wie immer frisch vom Personal zubereitet, war köstlich. Auch wenn es kein Bier gab, verdurstet ist keiner. Die Temperaturen waren merklich kühler, mal sehen was die Nacht bringt. 

 

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

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