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Sri Lanka – Tag 10 – 08. November 2017

Tag 10 – Abseits der Touristenpfade

Wir verlassen das "kulturelle Dreieck" und fahren in Richtung Süden. Bevor wir unser eigentliches Ziel Mahiyangana erreichen, besuchen wir ein weiteres Weltkulturerbe: die Höhlentempel von Dambulla. Auf diesem Areal befinden sich 80 Höhlentempel mit insgesamt 153 Buddha-Figuren. Wir beweisen "Mut zur Lücke" und nehmen uns zwei Stunden Zeit, in denen wir uns fünf der schönsten Tempel und ihre faszinierenden Buddhafiguren intensiver anschauen. Anschließend setzen wir unsere Reise fort und erreichen am Nachmittag Mahiyangana: eine beeindruckende Region abseits der Touristenpfade, in der die letzten Ureinwohner Sri Lankas leben. Am Abend besuchen wir den berühmten buddhistischen Tempel von Mahiyangana. Für die Singhalesen ist der Tempel besonders, denn Siddhartha Gautana besuchte ihn und schlichtete mit Hilfe seiner Predigten die Auseinandersetzungen zwischen zwei Volksstämmen: den Yaksas und den Nagas. 
Fahrstrecke: 130 km | Übernachtung: Hotel Sorabora Gedaraoder Mapakada Village★ in Mahiyangana | Mahlzeiten: F,A

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. Nach dem Frühstück ging zu dem nächsten UNESCO-Weltkulturerbe unserer Reise – den Höhlentempeln von Dambulla

Die wunderschön ausgemalten Höhlentempel von Dambulla sind seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe. König Valagambahu (reg. 103 sowie 89 - 77 v.Chr.) suchte nach seiner Verbannung  aus Anuradhapura in den hier befindlichen Höhlen Zuflucht. Nachdem er 14 Jahre nach seiner Vertreibung auf den Thron zurückgekehrt war, ließ er in den Höhlen Tempel errichten - aus Dankbarkeit gegenüber den hier lebenden Mönchen, die ihm seinerzeit geholfen hatten. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Anlage unter mehreren Königen erweitert und verschönert. Der Komplex umfasst fünft Höhlen. Sie bergen zahlreiche Statuen, die Buddha mit verschiedenen mudras zeigen. Wände und Decken zieren Gemälde (2. Jh. v.Chr. - 18. Jh.) mit religiösen und weltlichen Darstellungen. (Quelle: Vis-a-Vis - Sri Lanka)

Wie üblich in buddhistischen Tempelanlagen sind die Schuhe vor Betreten der Anlage auszuziehen. In den Höhlen darf fotografiert werden, allerdings darf kein Blitzlicht verwendet werden. Viele Besucher hielten sich nicht an diese Regelung, meinen Bildern sieht man es leider an, die teilweise doch sehr dunkel sind. Daher habe mich entschlossen zusätzlich Postkarten der Buddhafiguren abzubilden. 

Die fünf Höhlentempel wurden aus einem Granitfelsen geschlagen, der die Stadt Dambulle um etwa 100 Meter überragt. Von der Terrasse hat man eine schöne Sicht über die Umgebung, an klaren Tagen reicht der Blick bis nach Sigiriya.

Höhle I (Devaraja Viharaya)

Größte Attraktion dieser Höhle ist ein 14 Meter langer liegender Buddha, der aus dem Fels herausgeschlagen wurde. Zu seinen Füßen steht eine Statue von Ananda, einem Jünger Buddhas. Weihrauchlieb die Gemälde an Wänden und Decke verblassen.

Höhle II (Maharaja Viharya)

Die größte und eindrucksvollste Höhle enthält neben vielen Buddha-Statuen auch eine bemalte hölzerne Statue von König Valagambahu und eine Statue von Nissankamalla. Die Wandmalereien widmen sich dem Leben Buddhas und der Geschichte Sri Lankas.

Höhle III (Maha Alut Viharya)

Im 18. Jh. ließ König Kirrte Sri Rajasinghe eine als Lager genutzte Höhle zu diesem Höhlentempel umwandeln. Der liegende Buddha an der linken Wand und die Buddha-Statue am Eingang wurden aus dem Fels herausgeschlagen.

 

 

 

 

Höhle IV (Pascima Viharaya)

Die relativ kleine Höhle beherbergt in der Mitte eine dagoba. Diese wurde einst von Dieben aufgebrochen, die darin Juwelen der Königin Somawathie, der Ehefrau von König Valagambahu vermuteten. Die Höhle birgt unter einer makara torana auch einen prachtvoll gestalteten sitzenden Buddha.

Höhle V ( Devana Alut Viharaya)

Diese Höhle ist die jüngste und kleinste der Anlage. Die Statuen wurden – im Unterschied zu denen in anderen Höhlen – aus Gips und Ziegeln angefertigt. Bemerkenswert ist vor allem ein zehn Meter großer liegender Buddha. Wandmalereien dahinter stellen die hinduistischen Gottheiten Vishnu und Kataragama dar.

Bei den Höhlentempeln ist uns Peter zum ersten Mal verloren gegangen. 5 Höhlen waren ihm nicht genug und er ist wohl noch mal auf eigene Faust losgezogen. Er wurde kurze Zeit später aber wieder eingefangen. Nach der Besichtigung ging zurück nach Dambulla. Die Stadt Dambulla gibt nicht viel sehenswertes her und dient mehr als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. Die eindrucksvolle, ungefähr 30 Meter hohe Buddha-Statue unten an der Treppe zu den Höhlentempeln ist nicht zu verfehlen. Sie zeigt Buddha am Dharma-Rad – Symbol für das dharmachakra und die von ihm verkündete Lehre. An der Basis der Statue befindet sich das Golden Temple Buddhist Museum, der Zutritt erfolgt durch das Maul eines Drachens. 

Ein Erlebnis ist der Besuch des urigen Markts südlich vom Zentrum, auf dem vor allem Lebensmittel verkauft werden. Vor dem Besuch des Großmarktes hatte ich mich noch schnell bei der örtlichen Post mit Briefmarken eingedeckt.

Für den Nachmittag stand der Besuch bei den Veddas an, der eigentlich für den nächsten Tag vorgesehen war. Unterwegs gab immer wieder großartige Fotomotive.

Über den Besuch bei den Veddas, dem letzten indigenen Volk Sri Lankas, kann man geteilter Meinung sein. Viele von ihnen wurden aus ihren angestammt Lebensräumen vertrieben und umgesiedelt. Wir haben den  Vorsitzenden der Stammensgemeinschaft getroffen, der uns in einer Frage-Antwort-Runde Auskunft über das heutige Leben der Veddas gab. Für mich hatte dies alles einen zu gekünstelten Eindruck gemacht. Wahrscheinlich muss er am Tag mehrere solcher Treffen abhalten, besonders begeistert wirkte er auf mich nicht. Auch das anschließende Show-Programm hat mir nicht 100-prozentig gefallen. Die Reisegruppe mag das anders sehen, es wurde auch kontrovers darüber diskutiert. Aber man kann es nicht allen Recht machen, die Geschmäcker sind halt verschieden.

Übernachtet haben wir Mahiyangana. Das Mapakada Village hat mir sehr gut gefallen, dort wäre ich gerne auch noch eine 2. nacht geblieben. Einziges Manko: es gab kein Buffet, es wurde a la carte serviert und dies dauert bekanntermaßen…

Das große Abenteuer geht weiter: Die Fahrt in die Knuckles stand an. Kein Einzelzimmer mehr, es heißt zusammenrücken. Wie schlägt sich die Männer-WG? Morgen mehr…

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

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