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Sri Lanka – Tag 8 – 06. November 2017

Tag 8 – Die alte Königsstadt Polonnaruwa

Unsere Reise führt heute über Habarana nach Polonnaruwa, wo wir zu Gast bei einer einheimischen Familie sind. Bei einem typisch singhalesischen Mittagessen erfahren wir allerhand über das Leben und die Kultur Sri Lankas. Gut gestärkt erkunden wir anschließend Polonnaruwa bei einer leichten Fahrradtour. Die bedeutenden Bauwerke aus der goldenen Epoche der buddhistischen Kultur (11.-13.Jh.) sind ziemlich gut erhalten, da Polonnaruwa lange Zeit durch üppigen Dschungel überwuchert und dadurch geschützt war. Die vergessene Stadt im Dschungel zieht ihre Besucher mit ihrer einzigartigen Atmosphäre in den Bann. Besonders beeindruckend sind sicherlich die 4 aus Fels gehauenen Buddhastatuen von Galvihara. Nach 4 Stunden auf dem Sattel bringt uns schließlich unser Reisebus zurück nach Habarana. In unserem Hotel angekommen, bleibt genug Zeit, um noch einmal vor dem Abendessen in den Hotelpool zu springen! 
Fahrstrecke: 120 km | Übernachtung: Joe's Habarana Village★ in Habarana | Mahlzeiten: F,M,A

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. Ein letztes Mal den Krebsen beim Versteckspiel am Strand von Nilaveli zuschauen. Nach dem Frühstück wurden die Koffer verstaut und die nächste Etappe in Angriff genommen.

Die Fahrt ging Richtung Polonnaruwa vorbei am Commonwealth War Cemetry in Uppuveli. Er ist die letzte Ruhestätte von Hunderten Commenwealth-Militärangehörigen, die in Trinco während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen, die meisten bei einem japanischen Angriff, bei dem über ein Dutzend Schiffe versenkt wurden.

Auf der Fahrt ins Landesinnere boten sich links und rechts der Straße eine Menge Einblicke in den Alltag der Menschen, die größtenteils von der Landwirtschaft, vornehmlich dem Reisanbau, leben. Da der Reisanbau einen ganzjährigen Wasserbedarf hat, wurden schon in frühester Zeit große Staubecken und Seen angelegt. 

Unterwegs bekamen wir auch auch wieder frei lebende, wilde Elefanten zu Gesicht. War es am Anfang unserer Reise noch etwas ganz besonderes, stellte sich nun im Laufe der Zeit eine gewisse Nüchternheit ein. Ein toller Anblick ist es aber in jeden Fall und ich habe die Augenblicke immer genossen.  

Nicht nur die Tierwelt Sri Lankas begeistert mich Tag zu Tag, auch die Pflanzenwelt hat einiges zu bieten. Während in Deutschland nach dem Sommer alles verblüht, findet man hier überall ein Farbenmeer an Blüten und Pflanzen. 

Bei einem typisch singhalesischen Mittagessen bei einer einheimischen Familie sollten wir mehr über das Leben und die Kultur Sri Lankas erfahren. Wir hatten uns gefragt, wie unsere Truppe (immerhin 16 Mann) bei einer Familie zu Hause unterkommen soll. Das Problem klärte sich dann ganz schnell. Das ganze erinnerte mich irgendwie an einen Zwischenstopp zum Tanken auf der Autobahn und man geht mal schnell ins Restaurant für einen Schnellimbiss. Ich will das jetzt nicht madig machen, aber den Programmpunkt hatte ich mir anders vorgestellt.

Das Essen war ganz okay, wenngleich nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Über das Leben der Familie haben wir auch nichts erfahren können, da die nächste “Reisegesellschaft” schon im Anmarsch war. Deswegen meinte ich ja, Schnellimbiss. Chameera versorgte uns aber auf den Busfahrten immer ausreichend mit Informationen und so kam die Landeskultur auch nicht zu kurz.

Anschließend ging es weiter nach Polonnaruwa, wo wir bei einer leichten Fahrradtour die alte Königstadt erkunden sollten. 

Polonnaruwa

Vor 800 Jahren herrschten die Könige von Polonnaruwa aus über die Zentralebenen Sri Lankas. Damals war die Stadt ein lebhaftes Handelszentrum und ein religiöser Mittelpunkt. Anhänger der freien Marktwirtschaft feilschten um seltene Waren, während die Frommen in einem der zahlreichen Tempel ihre Gebete sprachen. Diese ruhmreichen Zeiten überdauerten in den archäologischen Schätzen, die ganz gut erahnen lassen, wie die Stadt zu ihrer Hochzeit ausgesehen hat. Es macht einen Riesenspaß, den Archäologiepark mit seinen Hunderten von uralten Bauten zu erkunden - Gräber und Tempel, Statuen und Stupas. Schon das Quadrangle (Viereck) ist eine Reise wert. (Quelle: Lonely Planet Sri Lanka)

Königspalast

Der von Parakramabahu errichtete Königspalast hatte beeindruckende Ausmaße (31 m x 13 m) und angeblich sieben Stockwerke. Heute gleichen die bröckelnden Überrest ehr kariesbefallenen Backenzähnen.

In den 3 m dicken Mauern finden sich Löcher für die Bodenbalken zweier weiterer Stockwerke. Falls es jedoch wirklich vier weitere Stockwerke darüber gegeben haben sollte, waren diese vermutlich aus Holz. Die Dachkonstruktion des Hauptgebäudes, das insgesamt 50 Zimmer umfasste, wurde von 30 Säulen gestützt. 

 

Ratshalle

Parakramabahus Ratshalle ist berühmt für ein Fries mit Elefanten in unterschiedlichen Positionen. Am Ende der Treppe sitzen hübsche Löwen. 

Schwimmbecken

In der südöstlichen Ecke des Palastgeländes befindet sich der Pool (Kumara Pokuma): zwei der Wasserspeier mit Krokodilmaul sind noch erhalten. 

Quadrangle

Unweit der Ruinen des Königspalastes liegt das sogenannte Quadrangle: eine kompakte Ruinengruppe auf einer erhöhten, von einer Mauer umgebenen Fläche. Das Gelände weist die höchste Gebäudedichte der alten Städte auf - eine wahre Spielwiese für Archäologen.

Vatadage

Das in der südöstlichen Ecke des Quadrangle gelegene vatadage (runde Reliquienhaus) ist typisch für seine Art. Der unterste Sockel hat einen Durchmesser von 18 m. Die vier Aufgänge zur zweiten Terrasse sind von besonders schönen Wächterfiguren geschmückt. Der Mondstein am Nordeingang gilt als der prachtvollste von Polonnaruwa. Vier separate Eingänge führen zur zentralen Dagoba mit vier Buddhafiguren. Die steinerne Wand wurde wohl erst später angebaut. 

Thuparam-Gedige

Am Südende des Quadrangle befindet sich der kleinste Geige in Polonnaruwa (leerer buddhistischer Tempel mit dicken Mauern), der allerdings auch einer der schönsten ist und noch ein Dach mit Kragsteingewölbe hat. Im Inneren ist es herrlich kühl, zudem sind acht kunstvoll gearbeitete Buddhafiguren zu bewundern. 

Hatadage

Bei der von Nissanka Malla erbauten, recht baufälligen Hatadage handelte es sich vermutlich um eine zweistöckige Reliquienkammer für Buddhas Zahn, die, so heißt es, in 60 Tagen erbaut wurde. Wer am Eingang stehen bleibt, kann die symmetrische Anordnung der Säulen bewundern, die auf einen Fluchtpunkt in der Ferne zulaufen. 

Latha-Mandapaya

Der recht umtriebige Nissanka Malla war für das Latha-Mandapaya verantwortlich. Dieser einzigartige Bau besteht aus einem steinernen Spalierzaum – eine eigentümliche Nachahmung eines hölzernen Zauns mit Posten und Querbalken rund um eine sehr kleine Dagoba. Die Dagoba wiederum ist von Steinsäulen in Form von Lotusstielen mit schönen Knospen umgeben. Man erzählt sich, dass Nissanka Malla in dieser Umfriedung saß, um buddhistischen Texten zu lauschen. 

 

Velaikkara-Steininschrift

Wer glaubt, Bürokraten hätten sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, sollte sich nur einmal diese Gedenktafel aus dem 12. Jahrhundert anschauen, die ebenso langweilig wirkt wie der Text, der es jedem recht zu machen versucht. 

Insgesamt eine sehr geschichtsträchtige Fülle von Bauten. Leider spielte das Wetter nicht so mit, es kam immer wieder zu kurzen Regenschauern. Gern wäre ich noch etwas länger geblieben, es gab so viel Schönes  zu sehen…

Zurecht zählen die Anlagen von Polonnaruwa zum UNESCO-Weltkulturerbe. Weiter ging die Fahrt mit dem Fahrrad zu den 4 aus Fels gehauenen Buddhastatuen von Gal Vihara.

Gal Vihara

Die Gruppe von wunderbaren Buddhabildnissen markiert vermutlich den Höhepunkt singhalesischer Steinmetzkunst. Sie gehören zu Parakramabahus nördlichem Kloster. Gal Vihara besteht aus vier Einzelfiguren, die alle aus einem langen Granitblock geschnitten wurden. Ursprünglich stand jeder Buddha in seinem eigenen Statuenhaus. 

Der stehende Buddha ist 7 m hoch und gilt als der schönste der Reihe. Die ungewöhnliche Armhaltung und der traurige Gesichtsausdruck führten zu der Theorie, dass es sich um ein Bildnis von Buddhas Schüler Ananda handelt, der betrübt über denn Eingang seines Herrn ins Nirwana ist: Die ruhende Buddhafigur liegt gleich daneben. Da die Statue aber ihre eigene Einfriedung hat und außerdem weitere Bildnisse mit dieser Armhaltung entdeckt wurden, ist man von dieser Theorie wieder abgerückt und hält nun alle Figuren für Buddhas. 

Die Figur des ruhenden Buddha, der ins Paarnirwana (das Nirwana nach dem Tode) eintritt, ist 14 m lang. Auffallend sind die leichte Vertiefung des Kissens unter dem Kopf sowie das Radsymbol am Kissenrand. 

Die anderen beiden Statuen stellen den sitzenden Buddha dar. Der in der kleinen Felgennische ist es etwas kleiner und nicht ganz so kunstvoll gearbeitet. 

 

Nachtrag: Viele Detail sind mir damals gar nicht aufgefallen. Erst beim Verfassen des Textes und der damit verbundenen Recherche in den Reiseführern kamen die Details zum Vorschein. Ein blick in die Reiseführer im Vorfeld lohnt sich immer…

Die Weiterfahrt mit dem Bus brachte uns dann nach Habarana, wo Joe’s Habarana Village unser Quartier für die nächsten zwei Nächte ist. 

 

Der morgige Tag verspricht wieder viel Interessantes: Löwenfelsen und Wolkenmädchen – ein Muss für jeden Sri Lanka Reisenden.

 

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

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