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Sri Lanka – Tag 7 – 05. November 2017

Tag 7 – Die Spuren der Kolonialisierung

Am Vormittag haben Sie die Möglichkeit zu einem Bootsausflug nach Pigeon Island (optional). Die nahe gelegene Insel mit herrlichen Stränden und einzigartiger Unterwasserwelt gilt als Geheimtipp! Am Nachmittag treffen wir uns wieder und unternehmen einen Ausflug nach Trincomalee. "Trinco" ist die größte Stadt an der Ostküste. Der Naturhafen zog einst viele Kolonisten aus Europa an und ist aufgrund seiner strategischen Lage einer der wichtigsten Häfen der Insel. Besonders sehenswert ist das nahe der Lagune gelegene Fort Frederick, das 1624 von den Portugiesen erbaut wurde. Ein weiteres Highlight ist der Hindu-Tempel Koneswaram an der Spitze des Forts, von wo aus wir eine wunderbare Aussicht genießen. Anschließend wird es spirituell, wenn wir die Abend-Zeremonie des Tempels miterleben.
Fahrstrecke: 40 km | Übernachtung: Hotel Pigeon Island Resort★ in Nilaveli | Mahlzeiten: F 

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. Für einen Sonnenaufgang am Meer hat es leider nicht gereicht, dennoch begann der Tag sehr vielversprechend. Ein morgendliches Bad habe ich mir gegönnt. Angenehme Temperaturen und auch die Strömung hält sich in Grenzen.

 

Das Pigeon Island Beach Resort hat es sogar in Loose Reiseführer Sri Lanka geschafft und wird als “hübsches Strandreport mit Pool, 32 Zimmern und 4 Suiten, 2 Bars und einer Kinderecke für den Nachwuchs” beschrieben. “In dem schön dekorierten Restaurant werden ebenso optisch ansprechende Gerichte aufgetischt.” Dem kann ich zustimmen.

 

 

Trincomalee

Azurblaue weite Strände, einer der weltgrößten Naturhäfen und eine selbstbewusste, vorwiegend tamilische Bevölkerung prägen die mit gut 100.000 Einwohner größte Stadt an der Ostküste. Der Name leitet sich aus dem tamilischen thiru malai, der "Heilige Berg des Koneshvara", ab.

Ihre strategische Lage machte "Trinco", wie sie meist genannt wird, immer wieder zum Zankapfel der Machtinteressen - vor allem der Kolonialmächte. Kaum hatten die Portugiesen von 1622-24 ein kleines Fort erbaut, eroberten es 16 Jahre später die Holländer. Die Mauern des Forts widerstanden 1672 erfolgreich den Franzosen, nicht jedoch den Angriffen der Briten im Jahre 1782. Bereits im folgenden Jahr hatten wieder die Holländer das Sagen, doch ab 1795 wehte nach vier Tage währendem Kanonenbeschuss die Flagge des Empires von den Zinnen. Die britische Vorherrschaft blieb über 150 Jahre unangefochten und wurde nur am 9. April 1942 von einem Angriff der japanischen Luftwaffe kurzzeitig gestört. Als Basis für die Rückeroberung der an die Japaner verloren gegangenen Kolonien wie Birma und die malaiische Halbinsel war in dieser Zeit der Hafen von enormer Bedeutung. Er blieb noch bis 1957 der britischen Marine als Stützpunkt erhalten und wurde dann der sri-lankischen Regierung übergeben.

Ab den 1980er-Jahren geriet die Stadt in den Sog des ethnischen Konflikts. Noch zu Beginn des dritten Millenniums war die Küstenregion Schauplatz heftiger Kämpfe. Seit Kriegsende ist der Tourismus wieder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, zumindest für die nördlich gelegenen Strände Uppuveli und Nilaveli. Während sie vom Tsunami im Jahre 2004 erheblich betroffen waren, blieb Trincomalee dank der geschützten Bucht verschont. (Quelle: Loose Reiseführer Sri Lanka)

Fort Frederick

Lohnend ist auf jeden Fall der Besuch des Fort Frederick, das auf einer Halbinsel im Osten der Stadt liegt. Es trägt diesen Namen seit 1803 zu Ehren des damaligen Herzogs von York. Vom Fort selbst ist außer einigen Resten der massiven Befestigungsmauer nur das mächtige Tor erhalten geblieben. Die Holländer ließen es 1676 erweitern, um den drohenden Angriffen der Franzosen standzuhalten. Das anschließende Gelände Gelände wird vom Militär genutzt, kann jedoch betreten werden. Der Weg führt vorbei an schönen Niembäumen und einem mächtigen Banyanbaum. 

When the Going Gets Tough, the Tough Gets Going – gilt als Leitspruch der Familie Kennedy. Dieses Idiom kann im Sinne von “Wenn die Zeiten hart werden, kommen die harten Jungs erst so richtig in Schwung” übersetzt werden. 

Ziel der meisten Besucher ist am Ende des Landzipfels der Thiru Koneswaram Kovil, der zu den fünf bedeutendsten  Shiva-Heiligtümern Sri Lankas zählt. und zu den Puja-Zeiten um 06:30, 11:30 und 16:30 Uhr besonders stimmungsvoll ist. 

Nur zur Information: Die “Musik” ist laut Youtube urheberrechtlich geschützt! Es könnten Anzeigen eingeblendet werden und es ist vom Anspruchssteller monetarisiert worden. Bevor jetzt wieder ganzen Heerscharen von Abmahnanwälten losziehen: Kurze Mitteilung, dann entferne ich die “Musik”!

Swami Rock, das Felskliff am Ende des Zipfels, wird im Volksmund auch Lover’s Leap genannt, seitdem sich dort 1687 die holländische Beamtentochter Francina Van Reede aus Liebeskummer in die Tiefe stürzte, als ihr Liebhaber davon segelte. Sie überlebte und heiratete später noch zwei Mal. 

 

Auf dem Rückweg konnte jeder entscheiden, ob er mit dem Bus zurück nach Nilaveli wollte oder noch etwas in Trincomalee bleiben wollte. Die Rückfahrt erfolgt dann in Eigenregie mittels Tuk-Tuk. Preis von 1000 Rupien ist verhandelbar. Das Angebot haben Christiane, Dagmar, Sabine und ich angenommen.

So sind wir auf eigene Faust noch mal losgezogen und haben uns die “Shoppingmeilen” genauer angeschaut. Das schmale Stadtzentrum wird von der riesigen Bucht im Westen und dem Golf von Bengalen eingerahmt. Die Stadt an sich gibt nicht viel sehenswertes her, dennoch ist es immer schön, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Interessante Einblicke gibt es allemal. 

 

Am Busbahnhof haben wir dann zwei Tuk-Tuk’s angeheuert. In rasanter Fahrt ging’s zurück. Die Fahrt gehört zu meinen schönsten Erlebnissen während der Reise. Und wenn die Fahrt dann noch in charmanter Begleitung geschieht, was will man(n) mehr!  

Liebe Christiane, dein herzhaftes Lachen, und deine flotten Sprüche vermisse ich jetzt schon. Schade, das es in Deutschland keine Tuk-Tuk’s gibt – ich würde dich jederzeit wieder dazu einladen!

Am Abend galt es wieder mal Koffer packen – die Reise geht weiter. Ziel des nächsten Tages ist die alte Königsstadt Polonnaruwa. Ein weiteres Highlight und UNESCO-Weltkulturerbe. 

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

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