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Sri Lanka – Tag 4 – 02. November 2017

Tag 4 – Auf den Spuren Buddhas

Heute morgen lassen wir den Bus stehen und steigen auf Fahrräder, um Anuradhapura zu entdecken: Verschiedene Stätten besuchte Buddha hier der Geschichte nach und wir wollen sie uns erradeln. Die wichtigste davon ist der Sri Mahabodhi. Der Überlieferung nach wuchs die hiesige Pappel-Feige aus einem Zweig des Bodhi-Baumes, unter dem der letzte Buddha Siddharta Gautama seine Erleuchtung erlangt haben soll. Am Nachmittag setzen wir unsere Reise in Richtung Norden fort. Unser Zielst das ca. 3 Stunden entfernte Jaffna, die größte und wichtigste Stadt der Nordprovinz. Die tamilisch besiedelte Gegend war während des Bürgerkriegs zeitweise komplett vom Rest des Landes abgeschnitten, ist inzwischen aber wieder gut zu bereisen. Trotzdem sind teilweise noch Spuren der Vergangenheit sichtbar. Wir essen im Hotel zu Abend, vielleicht haben Sie anschließend noch Lust auf ein Getränk an der Hotelbar? 
Fahrstrecke: 200 km | Übernachtung: Hotel Green Grass★★(★) in Jaffna | Mahlzeiten: F,A 

Soweit die offizielle Reisebeschreibung. 

Anuradhapura  ist die Hauptstadt der Nord-Zentralprovinz von Sri Lanka. Sie war über tausend Jahre lang Zentrum verschiedener singhalesischer Königsdynastien. In der Nähe Anuradhapuras liegt Mihintale, die Wiege des singhalesischen Theravada-Buddhismus. Das historische Anuradhapura ist Pilgerziel für viele Buddhisten ebenso wie eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte. Die moderne Stadt Anuradhapura befindet sich einige Kilometer entfernt, da die ursprüngliche Stadt 993 nach einer Invasion durch die Chola-Dynastie geplündert und zerstört wurde. 

Anuradhapura wurde im vierten Jahrhundert v. Chr. in der Umgebung des Sri Mahabodhi Baumes gegründet und war die erste Hauptstadt Sri Lankas. Im Jahre 100 n. Chr. war die Stadt etwa die neuntgrößte der Welt (siehe Liste der größten Städte der Welt (historisch)). Anuradhapura konnte dem Druck der Chola-Dynastie letztlich nicht standhalten, fiel aber erst 993 endgültig in ihre Hände. Davor war Anaradhapura über 1300 Jahre politisches und religiöses Zentrum. Nach der Invasion durch die Chola wurde die Stadt verlassen und blieb viele Jahre im Dschungel verborgen. Nach bedeutenden Ausgrabungen von Palästen, Klöstern und Monumenten ist es heute wieder ein wichtiges Zentrum in Sri Lanka.

Der erste Europäer, der Anuradhapura gesehen hat, war der britische Seefahrer Robert Knox: Auf der Flucht vor Rajasinha II., der ihn 19 ½ Jahre gefangen gehalten hatte, kam er 1679 an den Ort.

Im Jahr 1982 wurde die Stätte von der UNESCO als UNESCO-Welterbe anerkannt. Kriterien waren dabei der Einfluss auf die Entwicklung lokaler Architektur mehrerer Jahrhunderte, die Bedeutung der Stätte für die singhalesische Kultur und die Bedeutung des buddhistischen Schreines in der Stätte. 

Die bedeutendste Pilgerstätte Anuradhapuras ist der Sri Mahabodhi. Der Überlieferung nach wuchs diese Pappelfeige aus einem Zweig jenes Baumes in Bodhgaya (Nordindien), unter dem Siddhartha Gautama, der Buddha, die Erleuchtung erlangt haben soll. Im 3. Jahrhundert v. Chr. gelangte der Zweig im Zuge der buddhistischen Missionen König Ashokas nach Sri Lanka.

Daneben befinden sich in der Stadt und der umliegenden Region mehrere große Dagobas (Stupas), namentlich jene von Ruvanvæli Sǣya, Abhayagiri und von Thupārāma. (Quelle: Wikipedia)

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es auf Besichtigungstour. Der Bus brachte uns zu einem Fahrradverleiher. Nun darf man hier keine europäischen Maßstäbe anlegen, die Fahrräder der Marke “gebraucht” waren schon etwas gewöhnungsbedürftig. Die Gangschaltung Makulatur, aber die Bremsen funktionierten! Der Lenker hatte etwas viel Spiel, so wurde die Fahrt zu einer manchmal doch recht wackligen Angelegenheit. Was soll’s, der Spaß steht im Vordergrund. 

Jaya Sri Maha Bodhi

Der heilige Bodhi-Baum ist eines der wichtigsten buddhistischen Symbole des gesamten Landes. Um ihn zu besuchen, muss man sich einer Sicherheitsüberprüfung (Frauen links, Männer rechts unterziehen. Es wird angemessene Kleidung erwartet, zumindest Schultern und Knie sollten bedeckt sein, Schuhe sind auszuziehen. Das Gelände des Bodhi-Baums ist umgeben von einer Mauer, die zum Schutz vor wilden Elefanten errichtet wurden. Auch wurden rings um den heiligen Bodhi-Baum einige “normale” Bäume gepflanzt, so soll verhindert werden, dass das Heiligtum durch Sturm oder Tiere beschädigt wird. Der Baum selbst steht auf einer Terrasse, sie ist umgeben von einem vergoldeten Gitter. Der Baum selbst ist Gegenstand einer tiefen religiösen Verehrung, sichtbares Zeichen sind die zahlreichen Gläubigen in weißer Kleidung oder auch Mönche in ihren orangefarbenen Gewändern.

Im Tagesrucksack hatte ich meine lange Trekkinghose dabei, so dass ich mich vor Ort angemessen bekleiden konnte. Lange Hose an, Schuhe und Strümpfe aus – an diese Prozedur musste ich mich in der Folgezeit immer wieder halten. Dabei fiel mir auf: wir Europäer sind es gar nicht mehr gewohnt, barfuß zu laufen. Es piekte mangels Hornhaut ziemlich und glich mancherorts einem Tanz auf rohen Eiern… 

Ruwanwelisaya Dagoba

Der weithin sichtbare weiße Stupa Ruwanwelisaya wurde um 150 v. Chr. errichtet und im Laufe der Zeit mehrmals renoviert. Er erreichte einst eine Höhe von 107 m, hatte einen Umfang von 290 m. Heute ist er nur noch 55 m hoch. Er steht auf einer quadratischen Terrasse, diese wird umgeben von einer mit Elefanten geschmückten Wand. Die Gebäude in seiner unmittelbaren Nähe sind jüngren Datums, sie dienen in erster Linie religiösen Zwecken. Vor dem Besuch des Stupa muss man die Schuhe ausziehen, man kann sie beim Eingang gegen eine Gebühr von 25 LKR deponieren. Dies ist angesichts der recht neugierigen Affen empfehlenswert. Wegen der oft recht heißen Steine empfiehlt es sich, dicke Socken zu tragen.

 

 

Anschließend ging es wieder zurück und mit dem Fahrrad weiter zur nächsten antiken Ausgrabungsstätte. 

Abhayagiri mit Mondstein

Mondsteine oder Sandakada pahana, sind halbmondförmige Steine, in der Regel vor der untersten SAtufe einer Treppe platziert, mit Motiven verziert, die an den Kreislauf der Wiedergeburt (Samsara) erinnern. Ein schönes Exemplar ist zu finden am Mahasena-Palais im Tempelbezirk des Abhayagiri Vihara.  

Das im 1. Jahrhundert v. Chr. gegründete Kloster liegt nördlich der Zitadelle. Auffälligstes Bauwerk ist der Abhayagiri Dagoba mit einer Höhe von 84 m. Auf dem Gelände des Klosters befindet sich ein Museum mit einem Modell des Klosterkomplexes. Unweit davon der Stupa Lankarama, die ihn umgebenden Steinsäulen trugen einst eine Überdachung. Unweit davon liegt der Eth Pokuna (Elefantenteich)

Auf dem Gelände des Klosters befindet sich auch die 8 m hohe Granitstatue des Samadhi Buddha. Sehenswert auch die beiden rechteckigen Teiche Kuttam Pokuna, deren Wände aus Granit gefertigt wurden. Wahrscheinlich dienten sie den Mönchen zum Baden. Zu- und Abfluss des Wassers erfolgte durch ein System von Kanälen und Röhren. 

Jetavana Vihara

Der Klosterkomplex Jetavana Vihara liegt nordöstlich des Maha Vihara. Bedeutendstes Bauwerk ist der Jetavana Dagoba, er hatte ursprünglich eine Höhe von 122 m und war damit eines der größten Bauwerke der Welt, nur noch übertroffen von den Pyramiden von Gizeh. In der Folgezeit wurde der Dagoba vom Dschungel überwuchert. Nach Befreiung vom Pflanzenwuchs und Restaurierungen erreicht er heute nur noch eine Höhe von rund 70 m. Bei der Restaurierung wurden zahlreiche Gegenstände gefunden, sie wurden im nahegelegene Jetavana Museum untergebracht.  

Eigentlich war nur eine halbe Stunde für die Besichtigung vorgesehen, aber es hat dann doch länger gedauert, so dass der Rest der Truppe schon unruhig wurde und einen Suchtrupp losschicken wollte. Zusammen mit Christiane habe ich einen kleinen Schrein bei der Stupa besichtigt und dabei wurden wir von dem Aufseher in ein Gespräch verwickelt. Er erklärte uns ausgiebig das Innere und es wäre mehr als unhöflich gewesen, diese private Führung abrupt abzubrechen. Der Rest musste also warten…  

Anschließend wurde beschlossen nicht mehr ins Hotel zum Duschen zurückzukehren, sondern direkt nach Jaffna zu fahren.  Der Norden von Sri Lanka war lange Zeit wegen dem Bürgerkrieg nicht zu bereisen. Diese Sri Lanka Reise von world insight habe ich bewusst gewählt, da der Norden bei anderen Reiseunternehmen nicht mit im Programm ist. Was erwartet uns im Norden? Zuerst einmal schlechtes Wetter. Die Kriegsfolgen sind noch überall präsent, wenngleich viel für die Entwicklung getan wurde. Aber ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg hinterlässt nunmal Spuren…  

Unser Hotel für die nächsten zwei Nächte ist das Green Grass in Jaffna. Ein langer Tag mit vielen interessanten Eindrücken in die Kulturgeschichte Sri Lanka’s geht zu Ende und ich freue mich auf das Abendbuffet mit einem kühlen Lions. Die sri lankische Küche habe ich mittlerweile schätzen gelernt.

 

 

Veröffentlicht in Gruppenreisen Sri Lanka 2017

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