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Edinburgh – Tag 3

Am dritten Tag unternahm ich einen Tagesausflug zur Fort Bridge. Die Forth Bridge ist eine zweigleisige Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth, dem weit ins Land reichenden Mündungstrichter des Flusses Forth in Schottland und Weltkulturerbe.

Von Edinburgh erreicht man die Forth Bridge bequem in 15 Minuten mit dem Zug von Waverley Station. In Dalmeny aussteigen und ein kurzer Spaziergang runter zum Hafenpier. Das Zugticket am Automaten gelöst kostet für die Hin- und Rückfahrt 4,60 £. 

Die Auslegerbrücke hatte bei ihrer Eröffnung im Jahr 1890 die größte Spannweite aller Brücken weltweit. Diesen Rekord musste sie im Jahre 1919 an die Québec-Brücke abtreten.

Sie gilt als die erste Brücke, die vollständig aus Stahl (im Gegensatz zu dem bis dahin verwendeten Schmiedeeisen) hergestellt wurde.

Die Forth Bridge ist ein Teil der Eisenbahnstrecke, die von Edinburgh über den Firth of Forth, die Halbinsel Fife und den Firth of Tay nach Dundee und weiter entlang der Ostküste nach Aberdeen führt.

Sie steht etwa 13 km westlich von Edinburgh zwischen den Orten South Queensferry und North Queensferry an einer Engstelle, die durch einen von Norden in die Flussmündung vorspringenden Felssporn gebildet wird. In der Mitte der Flussmündung befindet sich Inchgarvie, eine kleine Felsinsel, die als Fundament für den mittleren Brückenpfeiler dient. Der Tidenhub von mehr als 6 m und die starke Gezeitenströmung bildeten besondere Probleme beim Bau, wenn Stahlteile von Schiffen unmittelbar zur Brücke gehoben werden sollten. Das umgebende Gelände liegt so hoch, dass die Eisenbahn keine besonderen Steigungen überwinden muss, um auf die geforderte lichte Höhe von 46 m (150 ft) zu kommen.

Etwa 900 m weiter landeinwärts steht die Forth Road Bridge, eine 1964 eröffnete, vierspurige Hängebrücke. Noch etwas weiter landeinwärts wird die Queensferry Crossing gebaut, eine Schrägseilbrücke, die ab Mai 2017 die M90 motorway über den Firth of Forth führen soll. Die Bauarbeiten dauern allerdings noch an.

In der Zeit von 2002 und 2012 wurde die Forth Bridge grundlegend saniert. Sie ist weiterhin regulär in Betrieb, pro Tag wird sie von etwa 200 Zügen überquert.

Die Forth Bridge wurde 1985 von der American Society of Civil Engineers in die List of Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen. Im Sommer 2015 erfolgte die Aufnahme des Bauwerks in die UNESCO-Weltkulturerbeliste.

Im August 2013 wurden Pläne bekanntgegeben, eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform auf der Brücke, etwa 100 Meter über dem Wasser einzurichten. Die Plattform soll nun im Jahr 2017 eröffnet werden. Leider war von einer Plattform im Juli 2017 noch nichts zu sehen und ich habe auch keine Ankündigung in South Queensferry gefunden, schade.

Ich habe Nessie gesehen !!!

Der Ort South Queensferry hat nicht wirklich viel zu bieten, so dass sich eine Bootstour mit dem örtlichen Anbieter “Maid of the Forth” anbietet. Man kann wählen zwischen der reinen Bootstour (ca. 1,5 Std. – 16,00 £), der Bootstour mit Ausstieg auf Inchcolm (ca. 3 Std. – 20,00 £) und der Abendtour (ca. 3 Std. größere Rundfahrt, aber ohne Ausstieg auf Inchcolm). Habe mich dann auch für die große Tour entschieden. Mit dem ersten Boot um 10:00 Uhr ging’s dann auch los. Das Wetter war prima, wenngleich auf dem Wasser sollte man immer eine Jacke dabei haben. 

Vorbei an Inchgarvie, einer kleinen unbewohnten Insel, ging es in Richtung Inchcolm. Unterwegs passierten wir ein paar kleine Felsen, die von Robben ausgiebig zum Sonnenbaden genutzt wurden. Auf der Insel Inchcolm (Insel des Heiligen Columba) befindet sich u.a. eine mittelalterlich Abtei der Augustiner-Chorherren.

Inchgarvie

1123 wurde ein Priorat von Alexander I. gegründet und 1235 vom Priorat zur Abtei erhoben. Während der Schottischen Unabhängigkeitskriege wurde sie immer wieder von den Engländern überfallen. Nach der schottischen Reformation wurde die Abtei aufgelöst. Aufgrund ihrer Insellage blieb sie aber weitgehend von Zerstörungen verschont und ist noch heute in einem guten Zustand.

Während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges wurde die Insel befestigt, um das nahe Edinburgh zu beschützen. Im Westen der Insel befindet sich eine Brutkolonie von Möwen und Eissturmvögeln. Um die Brutkolonie zu schützen, wird nur ein schmaler Weg gemäht. Die Jungvögel waren schon alle geschlüpft und werden von den Altvögeln aggressiv verteidigt. Hitchcock’s Film “Die Vögel” lässt grüßen, die Schnäbel der Möwen lösen doch einen ziemlichen Respekt aus. Rund um die Insel gibt es Robben.

I’m watching you…

Der Aufenthalt auf Inchcolm beträgt ca. 1,5 Stunden, in der Zeit fährt das Boot zurück und holt die nächste Tour. Insgesamt ein schöner Ausflug, den ich nicht bereut habe.

Am Nachmittag wollte ich dann noch die Britannia ablichten. Mit dem Bus zum Liegeplatz am Leith, erwartete mich dort dann eine ziemliche Überraschung. Eine Außenbesichtigung ist unmöglich, durch Gitter abgetrennt, lässt sich nur ein kurzer Blick von vorne erhaschen. Man erreicht das Schiff durch eine Ausstellung über die Geschichte und den Bau des Schiffs im Ocean-Terminal-Einkaufszentrum. Die Britanniakann außerdem für Konferenzen und Bankette gemietet werden.  Der letzte Eintritt ist um 15:30 Uhr, hatte ich knapp verpasst, so das nur ein kurzer Gang durch den Souvenirshop blieb. Eintrittskarten können vor Ort oder über das Internet vorab bestellt werden.

die Britannia so gar nicht royal…

Also blieb mir nichts weiter übrig, als wieder zurück in die Innenstadt. Das schöne Wetter wollte ich nochmal ausnutzen um bessere Bilder vom Carlton Hill zu machen.

Gestern sah es von dort oben ganz anders aus

Da der Flieger am nächsten Tag erst gegen Abend startet, bleibt mir noch genügend Zeit für einen weiteren Stadtbummel. Den Botanischen Garten wollte ich auf jeden Fall besuchen.

 

 

Veröffentlicht in Edinburgh 2017 Städtereisen

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