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Edinburgh – Tag 1

Edinburgh kann im Städtekonzert der Hauptstädte Europas nicht die erste Geige spielen – höchstens den ersten Dudelsack. Lange war die Stadt für viele Besucher nur eine Durchgangsstation auf den Weg in Highlands. Aber seit der teilweisen Autonomie Schottlands 1999 und der Einrichtung des Regionalparlaments wurde die Hauptstadtwürde wiederbelebt und Edinburgh erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Zeit sich auf den Weg zu machen…

Den Direktflug ab Düsseldorf habe ich bei Eurowings im Internet gebucht. Das Hotel hat ich mir über booking.com ausgesucht und gebucht. Nur diesmal kein Hotel, sondern eine Studentenbude. Die Universität Edinburgh schmeißt seine Studenten in den Semesterferien raus und vermietet die Zimmer an Touristen. Und das zu sehr moderaten Preisen. 

Der Flug mit Eurowings hatte mal wieder Verspätung, kenne ich schon von der letzten Budapest-Reise. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es dann aber los. Der Flieger nicht ganz ausgebucht, aber der Mittelplatz in Reise 26 blieb leer. Nach 1:25 Std. Flugzeit landeten wir bei typischen schottischen Wetter in Edinburgh. Bei der Landung konnte ich schon einen Blick auf die North Bridge werfen, die ich auf jeden Fall ja besuchen wollte. 

In der Ankunftshalle schnell noch die ersten 50 EUR in Pfund gewechselt (der Kurs war nicht der Beste, hätte mal lieber den Automaten nehmen sollen) und dann ging es los. Edinburgh Airport liegt etwa 12 km westlich der Innenstadt. Die Fahrt mit dem Bus in die Stadt zur Princes Street und Waverley Station dauert etwa eine halbe Stunde. Airlink 100 (blaue Doppeldeckerbusse) startet alle 10 bis 20 Minuten von Busstand 19 für 4,50 £. Karten können direkt beim Busfahrer gekauft werden. 

Am preiswertesten ist der Linienbus 35 (www.lothianbuses.com) ab Stand 21 für 1,60 £. Das Tagesticket kosten 4,00 £. Hier muss aber passend beim Fahrer bezahlt werden, Wechselgeld gibt es nicht zurück!

Ich bin mit dem Airline 100 bis zur Waverley Station (Endstelle) gefahren und von dort zu Fuß in Richtung Abbeyhill. 20 Minuten Fußweg entlang der Royal Mile und Canongate vorbei am Parlament und dem Palace of Holyroodhouse kommt direkt zum Destiny Student – Brae House. Die Anmeldung ging zügig von statten und schon konnte ich mein Zimmer beziehen. 

Die Beschreibung im Internet hatte mich neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. So wie die Bilder auf der Website, so sind die Zimmer auch in Wirklichkeit, wobei ich natürlich nur für die Einzelzimmer sprechen kann, die Suiten habe ich nicht besichtigt. Wer auf einen Fernseher im Zimmer verzichten kann, der ist hier bestens aufgehoben. Die Zimmer sind allem Nötigen ausgestattet. Allerdings sind Handtücher nur gegen Bezahlung an der Rezeption erhältlich, ebenso Seife und Shampoo, hatte ich aber alles selber mit, hatte diesmal sogar an einen Netzadapter gedacht. Da auch kein Frühstück angeboten wird, ist Selbstverpflegung angesagt. Dafür gibt es auf jeder Etage eine vollausgestattete Küche mit Spüle, Herd, Geschirrspüler, Kühlschrank. Für ausreichend Besteck und Geschirr ist gesorgt. Einen Supermarkt findet man in der Nähe beim Parlament. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich dennoch anbringen: die Matratzen könnten mal wieder ausgetauscht werden, sie waren doch ziemlich durchgelegen. Das ist aber schon alles, was ich zu bemängeln hätte.

Destiny Student – Brae House Edinburgh
Foto von der Homepage, mein Zimmer sah aber wirklich so aus

Schnell die Sachen im Schrank verstaut und dann ging es auch los zur ersten Besichtigungstour.Hatte es kurz vor der Landung noch geregnet, so war es nunmehr trocken, wenngleich doch stark bewölkt. Calton Hill und Arthur’s Seat waren gut sichtbar und sollten morgen in Angriff genommen werden. Auf den Weg in die Innenstadt ging am Queen Mary’s Badehaus vorbei.

heute würde man wohl anders bauen…

Das Badehaus ist Teil des Palace of Holyroodhouse, einem Sommersitz der Queen. Einmal im Jahr besucht die Queen Edinburgh und nächtigt dann hier. An den anderen Tagen kann der Palace besichtigt werden. Gegenüber befindet sich das Schottische Parlament.

Ein totaler Kontrast zu den angrenzenden Gebäuden. Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen streiten. Mein Fall ist der Bau jedenfalls nicht.

Geht man in Richtung Edinburgh Castle den Canongate hinauf, eröffnet sich links und rechts immer wieder der Blick in die Hinterhöfe, die wirklich einen Blick wert sind.

Wollte ich ursprünglich zum Edinburgh Castle bin ich dann doch in Richtung Calton Hill abgebogen. Calton Hill ist neben der Altstadt von Edinburgh Teil des Weltkulturerbe der UNESCO. In jedem Reiseführer als die Attraktion angepriesen, hätte ich mir besseres Wetter gewünscht, zumal hier der beste Platz der Stadt ist, um die blaue Stunde zu genießen. 

Eine Aussicht zum Genießen, aber auch ein skurriles  architektonisches Stelldichein. Denn unterschiedliche Monumente teilen sich den Platz auf dem parkähnlichen Hügel.

Zwölf dorische Säulen des Edinburgher Baumeisters der Neoklassik, William Henry Planfair, wurden 1822 als National Monument errichtet. Als pompöses Kriegerdenkmal geplant, als Zitat eines griechischen Tempels – das Geld soll damals ausgegangen sein. Heute wirkt es anziehend auf jede romantische Seele, die von der Princes Street aus am östlichen Horizont erblickt.

Daneben erhebt sich der 30 m hohe Turm des Nelson Monument aus derselben Zeit. 143 Stufen führen bis zur tollsten Aussicht der Stadt – wenn kein Wind bläst, so der Reiseführer. Oder das Wetter nicht mitspielt, oder der Turm geschlossen hatte oder, oder… Egal, die Aussicht war dennoch genial!
1200 m Luftlinie sind es bis zum Castle, und so lang war auch das Stahlseil, das man 1861 von der riesigen Uhr auf dem Turm der Burg spannte. Damit sollte dort der 13-Uhr-Kanonenschuss pünktlich initiiert werden – das Zeitzeichen für die Segler im Hafen von Leith, die bei Nebel die Teleskopturmuhr nicht sehen konnten. Der Signalball fällt dann runter. Das Schauspiel habe ich in einer Fernsehdokumentation mal gesehen, heute war davon nichts mehr zu sehen.

Den Weg zurück über den Calton-Friedhof, wobei mir auffiel, wie vernachlässigt die Gräber doch sind, führte mich der Weg zur Waverley Station, dem Zentralbahnhof von Edinburgh. Weiter ging es über die Royal Mile wieder in Richtung Abbeyhill. Unterwegs schaute ich mir die Souvenirläden an. Es scheint zwei Klassen von Souvenirläden zu geben. Die teuren, mit entsprechenden hochpreisigen Artikeln und die, fest in pakistanischer Hand befindlichen Läden, die mich doch sehr an unsere 1-Euro-Läden erinnerten. Alle bieten auch fast das gleich an, so dass man, wenn man einen Laden gesehen hat, gleich alle kennt. Aber jeder versucht irgendwie über die Runden zu kommen.

Den Lebensmitteleinkauf hatte ich M&S gemacht, wie ich nachher feststellte, leider viel zu teuer. Aber was soll’s, es ist Urlaub…

Für den nächsten Tag stand dann die Wanderung auf den Arthur’s Seat an. Hoffentlich spielt das Wetter mit, der Wetterbericht verspricht jedoch nicht’s Gutes….

Veröffentlicht in Edinburgh 2017 Städtereisen

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