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Budapest – Tag 3

Auch am  letzten Tag stand noch mal ein umfassendes Ausflugsprogramm an. Nach Besichtigung der Markthalle ging es in Richtung Gellértberg zur Freiheitsstatue und Zitadelle, anschließend mit der Metro M5 nach Aquincum. Am Nachmittag erkundete ich noch die Margaretheninsel, bevor ich letzte Einkäufe erledigte und mich in Richtung Flughafen aufmachte.

Zentrale Markthalle

Märkte aller Art sind aus Budapest nicht wegzudenken und sorgen für ein reizvolles Einkaufserlebnis. Wohl am spektakulärsten sind die fünf Markthallen, die sich über die Stadt verteilen. Alle wurden im 19. Jahrhundert erbaut. In einigen herrscht noch reges Markttreiben. Die Große Markthalle (Nagy Vásárcsarnok) am Fóvám tér heißt offiziell Zentrale Markthalle (Központi Vásárcsarnok). Über 180 Stände bieten eine riesige Auswahl an Gemüse, Früchten, Fleisch und Käse unter dem dach aus bunten Zsolnay-Ziegeln an. Der Markt ist montags bis freitags von 6 bis 17 Uhr, samstags bis 14 Uhr geöffnet.

Die 1999 renovierte Zentrale Markthalle (1890) ist Budapests großer Umschlagsplatz für Delikatessen wie kolbász (Paprikawurst) und Schafskäse. Bauern und Händler verkaufen Fleisch, Wurst, Früchte, Gemüse, aber auch Fisch und saisonal Pilze.

 

Im oberen Stockwerk gibt es Essens- und Souvenirstände, die Paprika, Kaviar oder ungarische Puppen verkaufen. Im Untergeschoss findet man eine Auswahl an exotischen Angeboten.

Hotel und Thermalbad Gellért

Von 1912 bis 1918 wurde das Kurhotel mit Bad (Gellért Szálló és Fürdó) von dem Archtiketen Ármin Hegedús, Artúr Sebestyén und Izidor Sterk im Sezessionsstil am Fuß des Gellértbergs erbaut. Frühe Hinweise auf die hiesigen Heilquellen stammen aus dem Mittelalter: Im 13. Jahrhundert, zu Zeiten von König András II., stand hier ein Hospital. Der seinerzeit bekannte türkische Reiseliterat Evliya Çelebi berichtet später von Bädern der Osmanen. 1945 wurde das Hotel zerstört, nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und modernisiert. 

Hauptfassade – Hinter der imposanten Hotelfassade warten attraktive Erholungseinrichtungen und ein Heilbad, das auch Nichtgästen offensteht. Der Bädereingang befindet sich rechts vom Haupteingang in der Kelenhegyi út.

 

Felsenkapelle

Der Eingang zur Höhlenkirche liegt am Südhang des Gellértbergs. Kálmán Lux erbaute die Kapelle 1926 nach dem Vorbild des Heiligtums in Lourdes.

Genutzt wurde Sie von den Mönchen des Paulinerordens, der im 13. Jahrhundert von Eusebius von Esztergom gegründet wurde. Im Jahr 1934, 150 Jahre nachdem Joseph II. den Orden in Ungarn aufgelöst hatte, kehrten 15 Patres aus dem polnischen Exil zurück. Sie blieben bis in die späten 1950er Jahre: Dann verboten die Kommunisten den Orden erneut und versiegelten den Eingang zur Grotte.

Die Kirche und das angrenzende Kloster öffneten ihre Pforten erst 1989 wieder. Ihren neuen Granitaltar von Gyözö Sikota segnete der Papst. Links wachen in der Grotte eine Kopie der Schwarzen Madonna von Tschenstochau und ein Abbild des polnischen Adlers. Auch ein Gemälde von Maximilian Kolbe ist zu bewundern. Der polnische Mönch opferte sein Leben, um Mitinsassen im KZ Auschwitz zu retten.

Am Eingang zur Kapelle steht eine Statue des hl. Stephan, des ersten ungarischen Königs. Er führte das Christentum im Land. In der Stephanskapelle der Kirche sollte man einen Blick auf die exquisiten Holzschnittsarbeiten von Béli Ferenc werfen.

In die Felsenkapelle gelangt man durch das Besucherzentrum der Pauliner (äußere Grotte). Im Eintrittspreis sind ein Audioführer und ein kurzer Film enthalten. Das Kloster kann nicht besichtigt werden.

Eingang zur Felsenkapelle des Paulinerordens

 Freiheitsdenkmal

Das imposante Freiheitsdenkmal auf dem Gellértberg überragt die gesamte Stadt. Geschaffen hat es der herausragende ungarische Bildhauer Zsigmond Kisfaludi Stróbl. Es erinnert an die Befreiung Budapests durch die Rote Armee im Jahr 1945. Ursprünglich soll das Denkmal István, dem Sohn des ungarischen Staatsoberhaupts Miklós Horthy, gewidmet gewesen sein, der 1943 an der Ostfront verschollen war. Doch nach der Befreiung der Stadt durch die russischen Truppen erblickte es der Marshall Klimient Woroszylow in der Werkstatt des Bildhauers und nutzte es für seine eigenen Zwecke.

Mittelpunkt der Anlage ist eine Frauenfigur, die eine Palmenwedel hochhält. Sie reckt sich stolze 14 Meter in die Höhe. Den Fuß des Denkmals zieren zwei allegorische Skulpturen, die den Fortschritt und den Kampf gegen das Böse verkörpern.

Das Freiheitsdenkmal erhebt sich auf der Spitze des Gellértbergs

Zitadelle

Nachdem der Aufstand von 1848/49 niedergeschlagen war, beschlossen die Habsburger, an dieser Stelle eine Festung zu errichten. Die 1850 – 54 erbaute Zitadelle war mit 60 Kanonen bestückt, die jederzeit auf die Stadt feuern konnten. Doch in Wahrheit diente die Anlage an Anfang an keinerlei militärischen Zwecken, sondern eher zur Einschüchterung.

Die Zitadelle ist 220 Meter lang und 60 Meter breit. Ihre massiven Mauern ragen vier Meter in die Höhe. Nach dem Friedensschluss mit den Habsburgern forderten die Ungarn immer wieder ihre Zerstörung, doch erst 1897 gab die österreichische Armee sie auf. Ein Teil des Eingangstors wurde symbolisch herausgerissen.

Nach kontroversen Diskussionen in den 1960er Jahren wurde die Zitadelle in einen Freizeitkomplex umgewandelt. Derzeit ist die Anlage geschlossen, doch Zitadelle und Freiheitsdenkmal sind öffentlich zugänglich. Vom alten Verteidigungswall aus genießt man einen fantastischen Blick über die Stadt.

Kaiserin-Elisabeth-Denkmal

Das Denkmal der Kaiserin Elisabeth (“Sissi”), der Gemahlin von Kaiser Franz Joseph, wurde von György Zala errichtet. Seit 1986 hat die Statue ihren Platz nahe der Elisabethbrücke, die ebenfalls nach der Kaiserin benannt ist. 1932 – 47 stand das Denkmal auf der anderen Flussseite – dann ließen es die Kommunisten entfernen.

Aquincum

Die Überreste der Römerstadt Aquincum wurden Ende des 19. Jahrhunderts ausgegraben. Besucher können die antiken Straßen durchwandern und die Grundrisse von Tempeln, Läden, Bädern und Häusern im einstigen Stadtzentrum erkunden. Die Stadt wurde zu Beginn des 2. Jahrhunderts gegründet, einige Jahrzehnte nachdem eine südlicher liegende Militärfestung entstanden war. Inmitten der Ruinen liegt das klassizistische Museum von 1894, das früher als Bühne diente. Eine Straße trennt es vom Amphitheater, in dem sich die Römer einst an Spektakeln ergötzten.

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Blick auf das Museum – Besuchern ist nur ein Teil der deutlich größeren Stadt zugänglich

Museum – Das klassizistische Lapidarium gehört zum Museum. Ausgestellt sind Funde aus Aquincum und weitere nahe gelegene römische Stätten, darunter Waffen und Steindenkmäler mit Inschriften.

Durchgangsstraße – Das Straßenpflaster des rechtwinklig angelegten Straßennetzes ist immer noch zu sehen.

Doppelbad – Das einst reich dekorierte Doppelbad wurde hauptsächlich aus Stein erbaut. Reste von Wandgemälden und Mosaiken sind teilweise noch sichtbar.

Peristyl – Eine Kolonnade umläuft den Innenhof, der einst das Herz dieses großen Stadthauses bildete.

Haus des Malers – Der Bau ist eine Rekonstruktion des Originalbaus aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Die meisten Räume besaßen einst Wandbilder, ein Raum ließ sich sogar heizen.

Das neu errichtete Aquincum-Museum am Südwestrand der verbliebenen römischen Zivilsiedlung versucht mit Hilfe umfangreicher Sammlungen von Münzen und Wandmalereien sowie diverser virtueller Spiele (z.B. eines Gladiatorenkampfes im Basement –> eher was für Kinder…) das römische Leben etwas nachvollziehbarer zu machen. Sehenswert ist ein Replik einer Orgel aus dem 3. Jh., eine sog. Hydraulis, die Kopie eines römischen Bads, eine Straßenkarte des Römischen Reiches und das wunderschöne Malerhaus, ein wiederaufgebautes römisches Wohngebäude.

Auf dem Weg zurück zur Metro noch ein kurzer Stopp beim Amphietheather (viel ist davon nicht mehr erhalten), aber es liegt direkt an der Metrostation, so kann man die Wartezeit verkürzen.

Infobox - Informationen Szentendrei út 135 - Tel.: (06-1) 250 16 50 - Park: Apr - Okt: Di -So 09-17 Uhr Museum: Di - So 10-16 Uhr (Apr - Okt: bis 18 Uhr) ; Webseite

 

Margareteninsel

Die 2,5 km lange Margareteninsel (Margit-sziget) gehört weder zu Buda noch zu Pest, obwohl sie Teil des XIII. Stadtbezirks ist Pest ist. In der Mitte der Donau war sie bis zur Ankunft der Türken im 16. Jh. im Besitz von kirchlichen Orden. Die Türken verwandelten die Haseninsel, wie sie damals hieß, in einem Harem, von dem alle “Ungläubigen” ausgeschlossen waren. Seit Mitte des 19. Jhs. steht die Insel der Allgemeinheit offen.

Auf der Insel gibt es nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten. Aber es gibt große Schwimmbadkomplexe, ein Heilbad sowie Parkanlagen mit zahlreichen schattigen Spazierwegen. An einem heißen Nachmittag ist die Margareteninsel der ideale Ort zum Relaxen. Autos sind auf der Insel nur im Nordteil zwischen der Árpádbrücke und den beiden großen Hotels erlaubt.

Margaretenbrücke – Sie verbindet nach einer dreijährigen Renovierungsphase wieder den Großen Ring mit Buda. Sie ist durch einen Knick in der Mitte an der Südspitze der Margareteninsel einzigartig. Die Brück wurde 1876 vom französischen Ingenieur Ernest Gouin erbaut. Die Zufahrt zur Margareteninsel wurde 1901 angebaut.

Zentariumsdenkmal – Das Denkmal 350 m nördlich der Straßenbahnhaltestelle auf der Margaretenbrücke wurde 1973 eingeweiht, um das 100-jährige Jubiläum der Vereinigung von Buda, Pest und Óbuda zur Metropole Budapest zu würdigen. Weil vor 40 Jahren ganz andere Zeiten herrschten, verzierte der Bildhauer das merkwürdig gespaltene Denkmal mit vielen sozialistischen und nationalen Symbolen. Das Denkmal ist so zu einer Art Zeitkapsel geworden.

Wasserturm & Freilichtbühne – Der achteckige Wasserturm wurde 1911 im zentralen Teil der Margareteninsel errichtet. Er erhebt sich 66 m über der Freilichtbühne, die im Sommer für Konzerte und Theateraufführungen genutzt wird. Im Turm gibt es oben eine Aussichtsgalerie. Wer die 153 Stufen hinaufsteigt, wird mit einem atemberaubenden Rundblick über Buda und Pest belohnt.

Leider wird der Wasserturm und die Freilichtbühne zur Zeit gerade umfassen renoviert und ist für Besucher nicht zugänglich (Stand: Mai 2017).

Dominikanerkonvent – Von dem Konvent, der im 13. Jh. von König Béla IV. gegründet worden war, sind nur noch Ruinen erhalten. Der Legende nach hatte der König versprochen, dass er seine Tochter Margarete (1242-1271) der Kirche als Nonne anvertrauen wolle, wenn die Tartaren erfolgreich aus dem Land vertrieben würden. So geschah es und Margarete kam mit neun Jahren auf die Insel. Ein Grabstein aus rotem Marmor markiert ihre ursprüngliche Grabstätte.

1943 wurde Margarete heiliggesprochen, sie war schon lange eine Art Kultfigur in Ungarn. Etwas weiter südöstlich von dem Grabstein befindet sich ein viel besuchter Schrein aus Backstein, wo Leute für diverse Gefälligkeiten und Heilungen danken. 

Damit endete mein Besuch auf der Margareteninsel. Langsam wurde es Zeit in Richtung Hotel aufzubrechen. Das Gepäck konnte ich nach dem Auschecken am Morgen dort lassen. Mit der Metro ging es dann Richtung Flughafen, umsteigen in den Flughafenbus der Linie 220E inbegriffen.

Der Flieger ging mit 20 Minuten Verspätung Richtung Düsseldorf los. Auf dem Rückflug wurde kurzerhand der Flug von Eurowings auf Germanwings umdeklariert. War auf dem Hinflug der Flieger nur zur Hälfte belegt, so war jetzt kaum ein freies Plätzchen zu finden. Mit meinen Sitznachbarn hatte ich Glück, so dass nach 85 Minuten die Reise um 22:30 Uhr in Düsseldorf endete. Den Wagen aus dem Parkhaus holen und kurz nach 23 Uhr war ich dann wieder wohlbehalten in meiner Wohnung.

Ein letztes Fazit: Budapest ist eine Reise wert! Mit dem Wetter hatte ich Glück, strahlender Sonnenschein und Temperaturen über 25 ºC. Das Hotel ist für einen Kurztrip ganz okay, nur würde ich empfehlen kein Zimmer in der 2. Etage zu nehmen.

So die nächste Reise ist schon in Planung: Im Juli geht es Edinburgh… 

Veröffentlicht in Budapest 2017

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