Springe zum Inhalt →

Budapest – Tag 1

Willkommen in Budapest

Budapest liegt an der Donau. Im Westen erheben sich die Budaer Berge, im Osten gelangt man ins ungarische Tiefland. Die Stadt ist ein wirkliches Juwel!

Die Schönheit der Stadt ist nicht nur der natürlichen Lage zu verdanken; die Bewohner hatten schon einen großen Anteil daran. In architektonischer Hinsicht ist Budapest ein Schatzkästchen, das reich gefüllt ist mit Bauten aus Barock, Klassizismus, Eklektizismus und Jugendstil. Ungarn mit Budapest und dem Balaton übten schon zu DDR-Zeiten einen magischen Reiz aus, konnte man doch hier den Hauch von Westen und Freiheit spüren.

Lange hat es gedauert bis ich dieser Stadt einen Besuch abstatten konnte und ich habe diese Reise nicht bereut. Drei Tage sind nicht viel, wenn man sich ein stammes Programm vorgenommen hat und möglichst viele der Sehenswürdigkeiten besuchen möchte. Wie in vielen europäischen Großstädten gibt es auch in Budapest die Budapest-Card, die zur freien Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel berechtigt. Nebenbei erhält man diverse Rabatte bei den Eintrittsgeldern. Nähere Hinweise zur Budapest-Card unter: https://www.budapestcard.org/. Die Karte kann man bequem über das Internet von zu Hause aus bestellen oder aber auch direkt vor Ort kaufen. 

Mit Eurowings ging es am frühen Morgen ab Düsseldorf los. Die Flugzeit beträgt nur 1:25 h, da bleibt kaum Zeit für Snack und Getränke, die aber aufgrund von Sparmaßnahmen bei den Fluggesellschaften immer mehr eingeschränkt werden und nur noch gegen Bezahlung verteilt werden. Bei 1 ½ Stunden Flugzeit kann ich gut drauf verzichten.

In Budapest angekommen, habe ich mich erstmal mit Forint eingedeckt, an die großen Summen muss man sich erst mal gewöhnen. Der Bus der Linie 220E fährt bis zur Endhaltestelle der Metrolinie 3 (die rote Linie). Von dort kommt direkt bis ins Zentrum. Das Hotel Baross am Baross ter (Baross-Platz) habe ich erst im zweiten Anlauf gefunden, da ich der Meinung war, wo die Straße da ist auch der Platz. Stimmt hier aber mal nicht. Hätte ich mir das mal vorher genauer auf der Karte angeschaut. Das Hotel habe ich dann aber doch gefunden, das Zimmer ist erst ab 14:00 Uhr frei zum Bezug, also Gepäck dort gelassen und ab zur ersten Besichtigungstour.

Blick auf das Budapester Parlament

Das ist wohl das am häufigsten fotografierte Gebäude in Budapest. Jeder Tourist hat wohl wenigstens ein Foto davon gemacht.

Budavári Sikló

Die Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest. Sie führt vom Donauufer auf den Burgberg.

Die Standseilbahn wurde 1870 eröffnet und ist eine der ältesten Standseilbahnen. Der Bau der Bahn für den Transport von Fahrgästen erfolgte 1869 auf Initiative von Ödön Széchenyi, dem Sohn von István Széchenyi, sodass die Bahn am 23. Oktober 1869 ihren ersten Testlauf absolvieren und am 2. März 1870 eröffnet werden konnte. Sie war die zweite in Europa. Ein ähnliches System gab es nur in Lyon. Die Bahntrasse wurde von zwei Fußgängerbrücken überquert, die 1900 wegen einer Erweiterung des Burggartens entfernt wurden. Sie wurden 1983 nach Originalplänen wieder errichtet.

1920 kam die Bahn in das Eigentum der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sowohl der Gleiskörper als auch die Wagen durch Bomben zerstört. Erst 1983 wurde sie wieder aufgebaut.

Die Talstation befindet sich gegenüber der Széchenyi-Kettenbrücke auf dem Clark Ádám tér, die Bergstation befindet sich am Szent György tér am Burgberg.

Tunnel

Der schottische Ingenieur Adam Clark ließ sich nach dem Bau der Kettenbrücke in Ungarn nieder. Eines seiner späteren Projekte war 1853 – 57 der Bau des Tunnels durch den Burgberg, der den Clark Ádám tér mit Krisztinaváros verbindet. Der Tunnel ist 350 Meter lang, neun Meter breit und elf Meter hoch.

Den Eingang am Clark Ádám tér flankieren zwei dorische Säulenpaare. Der Platz ist Mittelpunkt der Stadt, denn hier thronen die beiden Null-Kilometer-Steine, von denen aus, alle Entfernungen in Budapest gemessen werden.

Die Westeinfahrt schmücken ägyptische Motive. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie ohne diese Details wieder aufgebaut.

Die Kettenbrücke

Die Kettenbrücke (Széchenyi lánchid) entstand 1839 – 49 auf Anregung des Grafen Széchenyi. Sie wurde von William Tierney Clark entworfen und von seinem Namensvetter, dem Schotten Adam Clark, gebaut. Die Brücke spannt sich, von zwei Türmen gestützt, 380 Meter weit – damals eine architektonische Meisterleistung.

Sie war der erste dauerhafte Flussübergang der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie von den Deutschen zerstört. 1949, 100 Jahre nach ihrer Fertigstellung, wurde sie wiedereröffnet.

St.-Stephans-Basilika

Die dem hl. Stephan (István), dem ersten christlichen König Ungarns gewidmete Kirche entwarf József Bild im klassizistischen Stil. Den Grundriss bildet ein griechisches Kreuz. 1851 begann man mit den Bauarbeiten, ab 1867 übernahm sie Miklós Ybl. Er fügte die Neorenaissance-Kuppel hinzu, nachdem die frühere Kuppel 1868 eingestürzt war. József Kaiser vollendete die Kirche 1905. 1931 erhielt sie den Titel “Basilica Minor”, seit 1987 gehört sie zum UNESCO-Welterbe.

Kuppel – Die 96 Meter hohe Kuppel ist in ganz Budapest zu sehen.

Hauptportal – Die Eichentür zieren Schnitzereien von den Häuptern der zwölf Apostel.

Hauptaltar – Inmitten des Altars prangt eine Marmorstatue des hl. Stephan von Alajos Stróbl. Szenen aus dem Leben des Königs sind hinter dem Altar zu bewundern.

Heilige rechte Hand – Eine recht skurrile Reliquie ist der mumifizierte Unterarm des hl. Stephan. Er wird in der Kapelle der heiligen rechten Hand aufbewahrt.

Kossuth-Lajos-Platz

Der Kossuth Lajos tér ist ein Paradebeispiel für Glanz und Gloria der Pester Gründerzeit im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Zur Donau hin beherrscht der Prachtbau des Parlaments den Platz. Gleichermaßen imposant sind das Landwirtschaftsministerium und das Ethnografische Museum. Einige Denkmäler erinnern an national gesonnene Führer und damit an die Geschichte Ungarns.

Parlament – Das Bauwerk gilt als Symbol der ungarischen Demokratie – trotz des roten Sterns, der in der kommunistischen Zeit auf die Kuppel gesetzt wurde. Vor dem Gebäude ist die SMS Leistha verankert, ein restauriertes Kriegsschiff von 1871, das nun als Museum dient.

SMS Leitha | by Péter_kekora.blogspot.com

Attila József war ein radikaler Poet, der in seinem Werk das menschliche Leben einfühlsam beschrieb. 1937 beging er mit 32 Jahren Selbstmord. Die Statue schuf Lászlo Martin 1980.

Schuhe am Donauufer, ein Denkmal für die Juden, die während des Krieges von Pfeilkreuzlern erschossen und anschließend in die Donau geworfen wurden. Das Denkmal wurde vom Bildhauer Gyula Mauer sowie vom Filmregisseur Can Toga gestaltet. Zu sehen sind hier einfach nur 60 Paar gusseiserne Schuhe, die in einer losen Reihe am Donauufer liegen – dennoch ein sehr bewegender Anblick.

Das Denkmal für Imre Nagy symbolisiert die Abwendung des Ministerpräsidenten vom Kommunismus – was er 1956 mit dem Leben bezahlte.

Ferenc II. Rákóczi – Fürst von Siebenbürgen, führte 1703 – 11 einen der ersten Unabhängigkeitskämpfe gegen die Habsburger. Sein bronzenes Reiterdenkmal vor dem Parlamentsgebäude vollendete János Pásztor im Jahr 1937.

Ethnografisches Museum – Unter den 250 000 hier zusammengetragenen Exponaten sticht die faszinierende Sammlung von Trachten der verschiedenen Nationalitäten und ethnischer Gruppen Ungarns hervor.

Eigentlich wollte ich nun das Parlament im Rahmen einer Führung besichtigen, aber ich hätte vorher mal lieber ausführlich den Reiseführer gelesen. Führungen durch das Parlament werden in acht Sprachen angeboten. Laut Lonely Planet werden die deutschsprachigen um 10, 13 und 14 Uhr angeboten. Die Führungen für den heutigen Tag waren schon alle ausgebucht, so dass ich für den nächsten Tag um 16:45 Uhr eine Eintrittskarte erworben habe. Um sich eine Eintrittskarte zu sichern, sollte man entweder persönlich – wie ich – oder online über Jegymester buchen. Die Führungen sind frühzeitig ausgebucht, so dass sich rechtzeitiges buchen lohnt. 

An der Anzeigetafel rechts kann man die freien Plätze für die nächsten Führungen sehen, ansonsten einfach fragen…

Da der Besuch auf den nächsten Tag verschoben wurde, habe ich mich Richtung Hotel aufgemacht. Schließlich habe ich mein Zimmer ja noch gar nicht zu sehen bekommen… Und was soll ich sagen, die Realität holt einen immer wieder ein. Nicht so schlimm wie in Lissabon, aber von den Prospekten im Internet doch weit entfernt. Immerhin kein Einzelzimmer, sondern ein Dreibettzimmer. Die Rezeption befindet sich auf der 5. Etage und die meisten Zimmer verteilen sich auf der 5. und 6. Etage. Mein Zimmer lag auf der 2. Etage, aber mit Fahrstuhl geht’s auch. Mehr dazu unter “Budapest”.

Vorteilhaft ist die zentrale Lage am Ostbahnhof, so dass man mit zwei Metro-Linien die zentralen Punkte schnell erreicht. Ganz in der Nähe befindet sich ein großes Einkaufs- und Kinocenter. Dort habe ich schnell  etwas Fastfood zu mir genommen und dann ging es auch schon wieder zurück in die City. Schließlich wollte ich die Sehenswürdigkeiten auch zur Blue Hour ablichten.

Am frühen Abend füllten sich die Restaurants entlang der Donau. Mit typischer musikalischer Untermalung lässt sich hier bestimmt ein netter Abend verbringen. Nur leider nicht so mein Fall. Interessant war es dennoch, das Treiben zu beobachten.

Über die Kettenbrücke Richtung Burgberg mit dem Königspalast. Auf der Brücke herrscht ein reges Treiben und man muss aufpassen. Fußgänger und Radfahrer teilen sich die Spuren. So sehr ich die gut ausgebauten Fahrradwege in Budapest auch begrüße, auf der Kettenbrücke hat es mich doch gestört. Auf der Donau schippern alle Arten von Ausflugsdampfern und man muss sich immer wieder was Neues einfallen lassen, um die Kunden an Bord zu kriegen. Ein schwimmendes Fitnessstudio mit Animation war aber neu für mich….

Das Burgviertel erkunden

Der Burgberg (Várhegy), auch Burgviertel (Várnegyed) genannt, ist ein 1 km langes Kalksteinplateau, das über der Donau aufragt. Die Topsehenswürdigkeit der Hauptstadt, die auch ganz oben in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht, beherbergt die bedeutendsten mittelalterlichen Monumente und Museen der Stadt.

Das mit einer Mauer umgebene Areal besteht aus Teilen: der Altstadt im Norden, in der im Mittelalter das gemeine Volk lebte, und dem Burgschloss im Süden, das an jener Stelle thront, wo im 13. Jh. die Burg erbaut wurde; hier befinden sich viele Sehenswürdigkeiten.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum Burgberg zu gelangen. Am meisten Spaß macht es sicher in die Sikló einzusteigen, eine Standseilbahn von 1870, die am Clark Ádám tér am westlichen Ende der Kettenbrücke zum Szene György tér unweit vom Burgschloss hinauffährt.

Königspalast

Der Königspalast oder Burgpalast (Budavári palota) erfuhr in seiner langen Geschichte viele Änderungen. Auch heute weiß man nicht genau, wo König Béla IV. mit dem Bau begann, vermutlich nahe an der Matthiaskirche. Sigismund von Luxemburg ließ eine gotische Burg errichten. Um sie herum entstand die heutige Anlage. Im 18. Jahrhundert schufen dann die Habsburger ihren monumentalen Palast. Das heutige Bauwerk ist eine Rekonstruktion der im Februar 1945 zerstörten Anlage aus dem 19. Jahrhundert. Während der Arbeiten entdeckte man Reste der gotischen Burg (15. Jh.). Die Archäologen beschlossen, die freigelegten Verteidigungswälle und Königsgemächer in die Rekonstruktion einzufügen.

Durch ein verziertes Tor von 1903 betritt man den Königspalast von Nordwesten. Eine Bronzeskulptur des adlerähnlichen, mythischen Vogels Turúl wacht über die Anlage. Die Statue erinnert an die Landnahme der Magyaren 896.

Matthiasbrunnen – im nordwestlichen Hof des Königspalasts erhebt sich der von Alajos Stróbl 1904 geschaffene Matthiasbrunnen. Dargestellt sind Matthias Corvinus (Mátyás I.) im Jagdgewand und seine Geliebte Ilonka (Schöne Helena). Der mittlere der drei Hunde des Königs wurde im Krieg zerstört, doch die Ungarn ließen eine Kopie anfertigen.

Das Löwentor führt in einen Innenhof des Königspalasts. Seinen Namen verdankt es den vier Löwen, die es bewachen. Die Skulpturen stammen von János Fadrusz 1901.

Die Kuppel des Königspalastes wurde im klassizistischen Stil erneuert, nachdem die barocke Kuppel von Alajos Hauszmann zusammen mit der Anlage im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

Die Statue Prinz Eugens von Savoyen von Jósef Róna wurde 1900 enthüllt. Sie erinnert an die Schlacht von Zenta 1697. Dieser Sieg war der Wendepunkt im Krieg gegen die Türken. Die Flachreliefs am Sockel stellen Szenen jener Schlacht dar. Zwei türkische Gefangene kauern zu Füßen des Prinzen.

Ungarische Nationalgalerie – Hier gibt es Kunstwerke zur wechselvollen Geschichte Ungarns. Die Sammlung erstreckt sich über vier Palastflügel und erweckt die Epochen der Fremdherrschaft und Zeiten ungarischer Monarchen zum Leben.

Budapest bei Nacht

Je später der Abend, desto schöner die Aussicht… Nachfolgend ein paar Aufnahmen vom Burgberg bei einsetzender Dämmerung. Die Aufnahmen wurden ohne Stativ freihändig aufgenommen, die gewisse Unschärfe bitte ich daher zu entschuldigen. Der Kurztrip ließ nur Handgepäck zu.

Gegen 22:00 Uhr ging es Richtung Hotel, wo ich todmüde ins Bett fiel…

Für den nächsten Tag stand ebenfalls ein umfangreiches Besuchsprogramm an: Jüdische Synagoge, Andrássy út., Heldenplatz, Oper und Besichtigung des Parlaments.


Meine Informationen und Reisevorbereitungen habe ich folgenden Reiseführern entnommen, die auch uneingeschränkt weiterempfehlen kann:

   

“lonely planet – Budapest” von Lonely Planet Publications

“Vis-à-Vis Budapest” aus dem Hause Darling Kindersley 

 

Veröffentlicht in Budapest 2017

2 Kommentare

  1. Ellen Ellen

    Hallo Andreas,
    habe gerade die Bilder von Budapest angeschaut und muss feststellen so schööön, ich habe vieles wiedererkannt – doch einiges nicht gewusst! Als wir vor vielen Jahren Budapest besucht haben – ohne große Vorbereitung – haben wir uns so treiben lassen, alles angeschaut ohne geschichtlichen Hintergrund.
    Eigentlich wollte ich unsere Jordanienzeit mal wieder anschauen! Außerdem habe ich festgestellt, Du bist dieses Jahr gut unterwegs. Wünsche Dir schöne Erlebnisse und schaue mal wieder rein! LG Ellen

    • Andreas Andreas

      Hallo Ellen,
      freut mich von Dir zu hören. Neben einer längeren Auslandsreise versuche ich immer ein paar Städtetrips einzuschieben und Budapest stand schon lange auf der Liste. Tag 2 ist jetzt auch online und morgen kommt dann hoffentlich Tag 3.
      Melde mich die Tage mittels Mail noch mal bei Dir, LG Andreas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.