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Zeche Zollverein

DIE "SCHÖNSTE ZECHE DER WELT"
DAS UNESCO-WELTERBE ZOLLVEREIN
Hunderte Bergwerke förderten Kohle im Ruhrgebiet, doch nur eines gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe. Und das aus gutem Grund: Die Zeche Zollverein ist ein Meisterwerk der Bergwerkarchitektur und komplett erhaltenes Gesamtkunstwerk. Zollverein gilt als „schönste Zeche der Welt“. Das berühmte Doppelbock-Fördergerüst repräsentiert eindrucksvoll den Wandel einer ganzen Region. Rund 1,5 Millionen Gäste aus aller Welt besuchen mittlerweile jährlich das Gelände, um die außergewöhnliche Industriearchitektur zu erleben, an Führungen teilzunehmen, Ausstellungen zu besuchen, Feste zu feiern oder im Zollverein Park zu entspannen.

Soweit die Aussagen auf der Website der Zeche Zollverein. Seit über 20 Jahren lebe ich nun am Niederrhein, aber die Zeche Zollverein habe ich bisher noch nicht besucht. Also habe ich mich heute nach Essen aufgemacht. Nach dem Frühstück ging bei sonnigem Wetter los.

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Die Zeche Zollverein war ein von 1851 bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk in Essen. Sie ist heute ein Architektur- und Industriedenkmal. Gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Kokerei Zollverein gehören die Schachtanlagen 12 und 1/2/8 der Zeche seit 2001 zum Welterbe der UNESCO. Zollverein ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.

Das Hauptgelände der Zeche Zollverein mit den Anlagen Schacht 12 und Schacht 1/2/8 liegt im nordöstlichen Essener Stadtteil Stoppenberg, unmittelbar angrenzend an die Stadtteile Katernberg und Schonnebeck. Es befindet sich zwischen den Straßen Gelsenkirchener Straße, Fritz-Schupp-Allee, Arendahls Wiese und Haldenstraße. Der Haupteingang mit dem bekannten Blick von vorne auf das Doppelbock-Fördergerüst liegt an der Gelsenkirchener Straße. Benachbart zwischen Arendahls Wiese, Köln-Mindener Straße und Großwesterkamp liegt die Kokerei Zollverein. Die drei Anlagen gehören seit 2001 zum Gesamtensemble des Welterbes.

 

Die Anlage Schacht 3/7/10 liegt in rund einem Kilometer Entfernung östlich davon an der Straße Am Handwerkerpark im Stadtteil Katernberg.

Die Anlage Schacht 4/5/11 befindet sich etwa zwei Kilometer nördlich vom Hauptgelände an der Katernberger Straße im Stadtteil Katernberg. Heute nutzt das Gründungs- und Unternehmenszentrum Triple Z die ehemaligen Zechengebäude.

Die Anlage Schacht 6/9 befand sich rund einen Kilometer südlich vom Hauptgelände zwischen den Straßen Gelsenkirchener Straße, Im Natt und Hallostraße. Sämtliche Gebäude und Anlagen wurden mit der Aufgabe des Südfeldes 1979 abgerissen; heute ist die Fläche von Wald und Neubausiedlungen bedeckt.

Die Halden der Zeche Zollverein befinden sich in Essen-Stoppenberg, Essen-Katernberg und Gelsenkirchen (Halde Schurenbach).

Zur Geschichte der Zeche verweise ich auf den ausführlichen Artikel der Wikipedia. 

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Am 14. Dezember 2001 wurden die Schachtanlagen 12 und 1/2/8 sowie die Kokerei Zollverein in die Liste des UNESCO – Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen.

Die Ernennung zum UNESCO-Welterbe 2001 war zugleich der Beginn für den weiteren Ausbau des Geländes: Der Architekt Rem Koolhaas entwickelte mit seinem Rotterdamer Office for Metropolitan Architecture 2001/2002 den Masterplan für die Umgestaltung des Standortes in einen lebendigen Kultur- und Wirtschaftsstandort. Die authentisch erhaltenen Anlagen von Zeche und Kokerei sind heute als Denkmalpfad Zollverein didaktisch erschlossen. Die umgebaute Kohlenwäsche von Schacht 12 beherbergt das Ruhr.Visitorcenter Essen / Besucherzentrum Ruhr der Route der Industriekultur und das Ruhr Museum. Das ehemalige Kesselhaus wurde von Norman Foster für das Red Dot Design Museum umgebaut. Auf dem angrenzenden Gelände von Schacht 1/2/8 ist die ehemalige Waschkaue heute Sitz von PACT Zollverein (Choreographisches Zentrum Nordrhein-Westfalen, umgestaltet von Christoph Mäckler Architekten), das ehemalige Maschinenhaus beherbergt den Kunstschacht Zollverein und im ehemaligen Baulager ist seit 1987 die Keramische Werkstatt Margaretenhöhe ansässig. Auf Schacht 3/7/10befindet sich das Phänomania Erfahrungsfeld.

In der ehemaligen Kokerei sind Ausstellungsräume für Gegenwartskunst, dort befindet sich als Dauerausstellung die begehbare Rauminstallation Palace of Projects von Ilya & Emilia Kabakov und, seit 2006, das Erwin L. Hahn Institut für Magnetresonanz. Das Casino Zollverein auf Schacht 12 ist als gehobene Gastronomie ein Restaurant im ehemaligen Niederdruckkompressorenhaus, auf dem Gelände der Kokerei befindet sich das Café & Restaurant „die kokerei“.

Ruhr-Museum

Am 9. Januar 2010 eröffnete das als Dauerausstellung konzipierte, neue Ruhr Museum, bislang im Essener Süden als Ruhrlandmuseum ansässig, in der Kohlenwäsche. Die Ausstellungsräume wurden bereits seit August 2006 für verschiedene temporäre Ausstellungen, wie die Entry 2006 – Wie werden wir morgen Leben? und Gold vor Schwarz (2008) mit den Schätzen der Essener Domschatzkammer, genutzt.

In seiner Dauerausstellung präsentiert das Ruhr Museum die faszinierende Geschichte einer der größten Industrieregionen der Welt. In einer modernen und populären Konzeption verbindet es die Natur- und Kulturgeschichte in einem integrativen Konzept und präsentiert die Mythen, Bilder und Phänomene des Ruhrgebiets, die ungeheuren Dimensionen der Erdgeschichte, die lange Geschichte der Industrialisierung ebenso wie deren Folgen und zukünftigen Perspektiven. 

Dabei nimmt das Ruhr Museum die wechselnden und imposanten Raumkonstellationen seines Ausstellungsgebäudes, der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein, bewusst auf und verwebt sie mit seinen Inhalten. Die vom Stuttgarter Architektenbüro HG Merz gestaltete Ausstellung präsentiert sich unter ästhetischer und inhaltlicher Einbeziehung des authentischen Gebäudezustandes und berücksichtigt dabei die neuen Tendenzen in der Kultur- und Geschichtswissenschaft. 

Der Museumsparcours folgt dem ehemaligen Weg der Kohle und zeigt auf drei Etagen eine Ausstellung zu den Kategorien Gegenwart – Gedächtnis – Geschichte. Im Unterschied zu vielen anderen Museen definiert die Ausstellung zunächst ihr Thema und beschreibt die gegenwärtige Wirklichkeit der Metropole Ruhr. Es widmet sich in der folgenden Etage dem vorindustriellen kulturellen Gedächtnis der Region, ehe es auf einer letzten Ebene die dramatische Geschichte des Industrialisierungsprozesses im Ruhrgebiet erzählt, die wiederum in der Gegenwart mündet.

Die berühmte Schimanski-Jacke

Fazit: Die Ausstellung ist interessant, sehr anschaulich und für groß und klein geeignet.

Gleichzeitig finden immer Sonderausstellungen statt: Aktuell läuft noch bis zum 28. Februar 2017 “Rock und Pop im Pott”.

In dieser Sonderausstellung kann man in alten Zeiten schwelgen. Vieles kommt gerade den älteren Besucher sehr bekannt vor und weckt Kindheitserinnerungen.

Zollverein-Park

Um die Zeche und die angrenzende Kokerei für die Bevölkerung und Touristen zugänglich zu machen, wurde Ende 2012 der von der Planergruppe Oberhausen in Zusammenarbeit mit F1rstdesign, LichtKunstLicht AG und Observatorium entworfene Zollverein Park fertiggestellt. 

Das Konzept basiert auf dem Anspruch, vorhandene Strukturen behutsam in die Neugestaltung mit einfließen zu lassen und die Geschichte des Ortes zu berücksichtigen. So wurden neue Wege, Plätze und Pavillons angelegt sowie Installationen und ein Beleuchtungskonzept entworfen. Die Pflege der Vegetation steht weiterhin im Vordergrund.

Im Winter vielleicht nicht ganz so interessant, dennoch hat auch diese Jahreszeit ihre Reize.

Kokerei Zollverein

Die Kokerei Zollverein in Essen war von 1961 bis 1993 aktiv und galt zu dieser Zeit als die modernste Kokerei Europas.
 
 
Nach der Stilllegung übernahm das Land Nordrhein-Westfalen das Gelände von der damaligen Ruhrkohle AG. Die Anlage sollte nach China verkauft werden, doch es kam nicht zum Vertragsabschluss. Die Internationale Bauausstellung Emscher Park sprach sich für den Erhalt der Kokerei aus.

Am 31. August 2002 wurden Zeche und Kokerei Zollverein in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. Der Zollvereinkomplex ist auch Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur sowie Station der Route der Industriekultur. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stiftung Zollverein und der RAG Montan Immobilien GmbH ist Grundlage der Weiterentwicklung des Standortes als Teil des Weltkulturerbes.

In der ehemaligen Mischanlage ist ein Infopunkt sowie ein Café-Restaurant untergebracht. Weitere kulturelle und touristische Angebote sind:

  • der Denkmalpfad in der Kokerei (Beginn an der Mischanlage)
  • das „Werksschwimmbad“ der Frankfurter Künstler Dirk Paschke und Daniel Milohnic, eröffnet 2001 im Rahmen des Kunstprojekts “Zeitgenössische Kunst und Kritik”, besteht aus zwei zusammengeschweißten Überseecontainern, geöffnet von Anfang Juli bis Mitte September
  • das Sonnenrad, ein 1999 eröffnetes nabenloses Riesenrad mit 14 Gondeln, das sich durch die ehemaligen Koksofenbatterie 9 dreht, geöffnet nur im Sommer an den Wochenenden. Seit 2010 ist das Sonnenrad geschlossen. Ob es wieder in Betrieb geht ist nicht sicher, da es nach Ansicht der Behörden nicht zur ursprünglichen Architektur gehört, also nichts mit dem Verfahren zur Koksherstellung zu tun hat und somit auch nicht zum Denkmalschutz gehört.
  • die Eisbahn auf dem wassergefüllten Druckmaschinengleis, geöffnet Anfang Dezember bis Anfang Januar
  • die Rauminstallation „The Palace of Projects“ des Künstlerpaars Ilya und Emilia Kabakov als Dauerausstellung im Salzlager

 In der alten Kokerei wird momentan sehr viel restauriert, deshalb konnte man das Innere nicht besuchen. Die Eisbahn war auch schon geschlossen, was ich überhaupt nicht verstehen kann. Schon Anfang Januar zu schließen, wo doch der Winter gerade erst so richtig anfängt….

Abschließend lässt sich aber sagen, der Ausflug hat sich gelohnt. Die 10 € Eintritt für Erwachsene (Kinder bis 18 Jahre umsonst) waren gut investiert.

Veröffentlicht in Deutschland UNESCO-Weltkulturerbe

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