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Jordanien – Tag 8 – 21. November 2016

Tag 8 – Petra für Sie!

Genießen Sie einen freien Tag: Eine Tasse traditionellen „Qahwa“ (arabischer Kaffee), dazu ein gutes Buch in der Hand oder ein weiteres Mal das antike Petra entdecken – Sie haben die Wahl!
Fahrstrecke: - | Übernachtung: Hotel La Maison★★★ im Wadi Musa/Petra | Mahlzeiten: F, A

Zweiter Tag in Petra, heute geht’s noch mal auf eigene Faust los. Die Situation im Frühstücksraum hat sich nicht verbessert, wieder Schlange stehen beim Toaster…

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Zusammen mit Carina, Ellen und Irene sollte es heute noch zum Schatzhaus gehen. Es führen zwei Wanderwege nach oben, so dass man das Schatzhaus aus einer anderen Perspektive aufnehmen kann. Der Al-Khubtha-Trail ist mit einer Länge von 1 Meile und als “hard” ausgeschrieben. Dies dient wohl als dezenter Hinweis an die “verwöhnten” amerikanischen Touristen. Für den normalen Durchschnittsbürger durchaus zu meistern, anständiges Schuhwerk natürlich vorausgesetzt.

Nach etwa 1 Stunde haben wir dann unser Ziel erreicht. Den Hinweis “Best View” folgend war auf einem Felsvorsprung ein Zelt aufgebaut. Von dort hat man einen wunderschönen Blick aus das Schatzhaus. Wir sind von rechts gekommen, von der anderen Seite kann man sich ebenfalls nähern, welcher Ausblick nun der bessere ist, kann ich nicht beurteilen. Nachdem jeder seine Fotos im Kasten hatte, ging es wieder den selben Weg zurück.

Wir hatten uns für den heutigen Tag noch viel vorgenommen. Zuvor legten wir am Ende der Säulenstraße im dortigen Restaurant eine Kaffeepause ein. Nach und nach trafen weitere Leute unserer Reisegruppe ein, ein kurzer Plausch dann trennte sich unsere Wege wieder. Während Irene und Ellen die Zeit im Tal verbringen wollten, bin ich mit Carina in Richtung “Hoher Opferplatz” aufgebrochen.

Der Wanderweg 3 “High Place of Sacrifice Trail” ist mit 1,7 Meilen und einer Dauer von 4-5 Stunden als “hard” ausgeschrieben. Das schreckte uns aber nun nicht wirklich ab. Den Hohen Opferplatz kann man von zwei Seiten erreichen. Der erste Weg für vom Römischen Theater aus über viele Treppenstufen steil nach oben, der zweite Weg vom Ende der Säulenstraße serpentinenmäßig hinaus. Aus meiner Sicht die bessere Alternative!

Der Hohe Opferplatz war ein nabatäischer Kultplatz auf dem Jabal Attuf, einem Berg im antiken Stadtgebiet der Felsenstadt Petra in Jordanien. Der Hohe Opferplatz gehört zu einer ganzen Reihe von hochgelegenen Opferplätzen in den Bergen von Petra. Sein Erhaltungszustand macht ihn zu einem der bekanntesten. Der Weg dorthin ist gut ausgebaut. Kurz hinter dem Grab 70 im äußeren Siq führt ein nabatäischer Pilgerweg nach oben zur Kultstätte, für den teilweise Treppen in den Felsen geschlagen wurden.

Der eigentliche Opferplatz besteht aus einem Hof von 14,5 m Länge und 6,5 m Breite. Eine den Hof umlaufende niedrige Stufe diente möglicherweise als Sitzgelegenheit für Rituale. In der Mitte des Hofes erhebt sich eine kleine 15 cm hohe Plattform, wahrscheinlich ein Opfertisch, auf dem Speisen, Getränke und andere Gaben dargebracht wurden. Der eigentliche Opferaltar befindet sich in der Nähe des Opfertisches auf der Westseite des Hofes. Er war über Stufen erreichbar und ist 90 cm hoch. Neben dem Altar befand sich ein rundes Opferbecken, in dem vermutlich das Blut von Opfertieren aufgefangen wurde. Neun Meter südlich vom Hof befindet sich eine etwa einen Meter tiefe Wanne. Hier wurde vermutlich Wasser für die Rituale gesammelt und aufbewahrt. Der Hof ist so klein, dass keine Massenveranstaltungen auf diesem Platz stattfinden konnten.

In der Nähe des Hohen Opferplatzes befindet sich eine Plattform mit zwei herausragenden Obelisken, die auf einer Ost-West-Achse ausgerichtet sind. Die Obelisken sind sieben Meter hoch und symbolisierten wahrscheinlich die nabatäischen Gottheiten Dushara und al-Uzza. Diese Ebene entstand, indem die Nabatäer das Gestein rund um die Obelisken abtrugen. So wurden schätzungsweise 3200 m³ Erde und Gestein bewegt.

Vom Ausblick war ich dann doch etwas enttäuscht, vielleicht wäre der Blick ins Tal spektakulärer, wenn man ganz nah an die Felskante ran gerobbt wäre, hätte ich vielleicht vor 10-20 Jahren noch gemacht, mittlerweile verlässt einen da doch der Mut…

An einer windgeschützten Stelle haben wir eine Lunchpause eingelegt, bevor es dann die vielen Treppenstufen in Richtung Römisches Theater runter ging. Der Weg ist einfach nur langweilig!

Da noch Zeit bis zum Abend blieb, wurde noch ein kurzer Zwischenstopp bei den Souvenirständen eingelegt. Carina wollte unbedingt noch zwei Tücher als Mitbringsel. Nach zähen Verhandlungen über den Preis, Ende gut – alles gut, beide Seiten waren zufrieden, wechselten ein buntes und ein rotes Tuch den Besitzer.

Im Hotel angekommen, erst Mal den Staub abduschen, fertig machen zum Abendessen und dann – Petra bei Nacht.

Der besondere Tipp: Petra bei Nacht

Ein ganz besonderes Erlebnis ist es auch, Petra bei Nacht zu besichtigen. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstagabend öffnen sich ab 20.30 Uhr die Tore für “Petra by Night”. Auf von Kerzen beschienenen Wegen spazieren Besucher im flackernden Licht durch die Nacht bis zum Khaznet Al-Firaun. Im Schein von 1800 Kerzen spielt dort ein Flötenspieler alte Beduinenweisen, bevor die Besucher bei einer Tasse süßem Tee einem Märchenerzähler lauschen können. Informationen und Tickets für 17 Dinar gibt es beim Petra-Besucherzentrum.

Aus unserer Reisegruppe nahmen neben mir und Carina nur noch Sabine und Gaby an dieser Veranstaltung teil. Wir Vier machten uns nach dem Abendessen auf in Richtung Besucherzentrum. Mittlerweile stockdunkel, war der Weg zum Siq nur spärlich mit Kerzen beleuchtet, im Siq war es besser. Aber fotografieren geht nur mit entsprechender Ausrüstung und ein Stativ hatte ich nicht mit dabei.

Der Platz vor dem Schatzhaus war mit Kerzen gefüllt, die Besucher nahmen in drei Reihen dahinter auf dem Boden Platz. Das Schatzhaus ist am Anfang nicht beleuchtet, nur im Kerzenschein spielt der Flötenspieler seine Weisen. Danach wird das Schatzhaus mittels Diskoscheinwerfern bunt angestrahlt. Jetzt konnte man auch versuchen Fotos zu machen, wovon alle auch ausgiebig Gebrauch machten. Nach einer Stunde war alles vorbei und wir machten uns wieder auf dem Heimweg, schließlich mussten die Koffer noch gepackt werden.

 

Ausgaben:
Wasser 0,50 Dinar
Espresso 2,00 Dinar
Abendessen Getränke 5,50 Dinar
Gesamtausgaben: 8,00 Dinar = 10,90 €  

Morgen geht’s dann weiter und als nächster Höhepunkt – Wadi Rum – ich und die Kamele…

Veröffentlicht in Gruppenreisen Jordanien 2016

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