Springe zum Inhalt →

Jordanien – Tag 5 – 18. November 2016

Tag 5 – Kreuzritter und Canyons

Wir fahren heute Richtung Kerak und halten unterwegs auf dem Berg Nebo: Wenn die Sicht klar ist, haben wir von hier herrliche Ausblicke auf das Jordantal! Wenn man der Bibel glauben mag, dann hatte Moses vor tausenden von Jahren denselben Blick auf das Heilige Land, das er nicht betreten durfte. Herrliche Blicke begleiten auch unsere weitere Fahrt nach Kerak: Wir durchqueren abenteuerliche Canyon- und Wüstenlandschaften, bis wir die im 12. Jahrhundert erbaute Kreuzritterburg erreichen. Ihr Reiseleiter erweckt in Kerak das Leben des Mittelalters für Sie zum Leben, dann bleibt aber auch Zeit für Sie, um auf eigene Faust das Areal zu erkunden.
Fahrstrecke: 315 km | Übernachtung:Grand Hotel★★★ in Madaba| Mahlzeiten: F

 

Nach einem kurzen Frühstück im überfüllten Speisesaal, wenn mehrere Reisebusse das Hotel anlaufen, wird’s eng, ging es wieder auf Tour. Wir verlassen Madaba in Richtung Norden – Ziel ist der Mount Nebo.

dscn1925

Unweit von Amman erhebt sich der Berg Nebo, der zum Abarim Gebirge gehört, ungefähr 810 Meter in den Himmel. ticket_mount-nebo Nach den Überlieferungen des Alten Testaments soll Moses kurz vor seinem Tod diesen Berg aufgesucht haben, denn Gott wollte ihm das gelobte Land zeigen. Durch eine Botschaft Gottes wusste er bereits, dass er auf diesem Berg auch sterben sollte. Vom Plateau des Berges erblickte er das gelobte Land Israel.

dscn1923

Noch heute erinnert ein Grabstein an dieses Ereignis, wobei die Grabstätte des Moses jedoch unbekannt ist. Der Mount Nebo eröffnet einen atemberaubenden Blick in das Jordantal, auf das Tote Meer und bis nach Israel. Bei klarer Witterung lassen sich Jericho und Jerusalem erkennen, leider war uns das nicht vergönnt. Der heilige Berg zieht Ströme von Pilgern an, auch für den jeweils amtierenden Papst ist ein Besuch auf dem Mount Nebo selbstverständlich, denn der Vatikan hat ihn in die Liste der Millenniums-Pilgerstätten aufgenommen.

dscn1928

Auf dem Berg thront in schlichtem Stil aber doch von größerem Umfang die Moses-Gedächtniskirche, deren ursprüngliche Gemäuer im 4. Jahrhundert errichtet wurden. Beeindruckende Mosaiken sowie Steine belegen Ursprung und Entwicklung der Kirche und sind liebevoll in den vielfach restaurierten und veränderten Kirchenbau integriert, der von den Franziskanern verwaltet wird.

dscn1942

Christliche Mönche der Antike errichteten angrenzend ein Kloster mit vier Kirchen, die Fundamente sind heute noch zu erkennen. Das zeitgemäße Franziskanerkloster, das sich heute neben der Moses-Kirche befindet, ist auch eine beliebte Herberge für die zahlreichen Archäologen aus aller Welt, die den Mount Nebo erforschen. In der Kirche bietet sich den Besuchern eine zauberhafte Ausstellung von historischen Mosaiken. Draußen wird die Erinnerung an Moses und Jesus wach gehalten mit einem Eisenkreuz in Richtung des verheißenen Landes auf, um dass sich eine Schlange rankt. Die Symbole verweisen auf die Schlange, die Moses mit in die Wüste nahm und die Kreuzigung Christus.

Auf der Weiterfahrt machen wir dann noch Halt in einer Mosaik-Werkstatt. Vor dem Gebäude werden wir schon begrüßt und können anschließend die Werkstatt besichtigen, wo behinderten jungen Leuten die Möglichkeit gegeben wird, zu arbeiten. Wir konnten den Leuten bei der Arbeit über die Schulter schauen, Fragen wurden geduldig beantwortet. Hier die Mosaiken in klein nachgebildet. Interessant bleibt für mich die Frage, wie machten es die ursprünglichen Erschaffer. Legten sie sich vorher auch eine Zeichnung an oder arbeiteten sie ohne Vorlage?

dscn1960

Natürlich befindet sich im Gebäude auch ein riesengroßer Souvenirladen, wo man nach Lust und Laune stöbern kann. Hier konnten sich einige gar nicht entscheiden, so dass sich der Besuch trotz strammen Tagesprogramm in die Länge zog. Die Sachen waren ganz nett anzuschauen, meiner Meinung nach aber überteuert. Wobei Handarbeit natürlich seinen Preis hat. Es muss jeder mit sich ausmachen.

Entlang der 4000 Jahre alten Königsstraße, machten wir einen Fotostopp und eine kurze Rast in der Nähe des Stausees.

dscn1964

 

Am Nachmittag fuhren wir Kerak an, eine Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern. In dem Ort befinden sich die Ruinen einer Burg der Kreuzfahrer des Königreiches Jerusalem. Die Ruinen der Burg Kerak liegen auf einem Felsvorsprung etwa 1000 Meter über Meereshöhe und sind auf drei Seiten von einem Tal umgeben. Die Burg wurde ab 1142 erbaut und wurde im Laufe der Zeit immer mehr zum Zentrum und verdrängte die schwächere Burg Montreal (Al-Shobk Castle) im Süden. Aufgrund ihrer Lage östlich des Jordans war Kerak in der Lage sowohl die Beduinen als auch die Handelsrouten von Damaskus nach Ägypten und Mekka zu kontrollieren.

dscn1978

Nach der Schlacht bei Hattin 1187 belagerte Saladin Kerak und eroberte sie schließlich, nach achtmonatiger Belagerung im Jahre 1188. Es wird behauptet, dass die Verteidiger gezwungen waren, ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei zu verkaufen, um Lebensmittel zu erhalten (was auch von der Belagerung Montreals behauptet wird).

Die Burg Kerak ist ein bekanntes Beispiel der Kreuzfahrerarchitektur, einer Mischung aus europäischen, byzantinischen und arabischen Stil. Lange war sie eine Ruine, während sich um sie herum die moderne Stadt gebildet hat. 2008 wurde sie aber in großen Teilen renoviert, dennoch bleibt noch viel zu tun.

Nach einer Führung von Karim durch die Anlage blieb noch genug Zeit auf eigene Faust die Burg zu erkunden. Am Abend erreichten wir dann Petra.

Ausgaben:
Wasser 1 Dinar
Abendessen 12 Dinar
Gesamtausgaben: 13,00 Dinar = 17,71 €  

Morgen geht’s dann wieder in die Natur – die Wanderung durch das Dana-Natur-Reservat steht an, übernachtet wird dann in Petra…

Veröffentlicht in Gruppenreisen Jordanien 2016

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.