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Jordanien – Tag 3 – 16. November 2016

Tag 3 – Von Kultur in die Natur

Wenn es der Verkehr in Amman mit uns gut meint, erreichen wir nach etwa 2 Stunden Fahrt heute Morgen das am niedrigsten gelegene Naturreservat der Welt, das Wadi Al Mujib (von Mitte April bis Ende Oktober ist das Wadi geöffnet. Alternativ und je nach Wasserstand besuchen wir das „Wadi Bin Hamad“ oder „Wadi Numeira“). Es beheimatet seltene Tier- und Pflanzenarten, die in den Weiten der Berge und Täler des Wadi leben. Beim etwas abenteuerlichen Trekking (3,5 Std., mittelschwer) durch die Wassercanyons genießen wir raue Landschaften, wunderschöne Panoramen und zum Ende einen beeindruckenden Wasserfall. Nach dieser erlebnisreichen und schweißtreibenden Tour kommt uns ein Bad im Toten Meer gelegen – lassen Sie sich einfach auf dem Wasser treiben und entspannen! Unser Tag endet in Madaba. Genießen Sie, wenn Sie Lust haben, am Abend orientalische Spezialitäten in einem lokalen Restaurant – Ihr Reiseleiter weiß, wo es das beste „Mesa Khan“ oder „Maklouba“ gibt!
Fahrstrecke: 60 km | Übernachtung: Grand Hotel★★ in Madaba | Mahlzeiten: F

Pünktlich in aller Frühe erschallte der Weckruf durch Muezzin, habe immer noch nicht den Ausschalter gefunden. Der Rucksack war schon am Vorabend gepackt, nach einer heißen Dusche ging es zum Frühstück. Der Kaffee aus meiner Sicht immer noch ungenießbar. Den anderen Mitreisenden scheint er zu schmecken… Also wieder Beuteltee. Der Fruchtsaft schmeckt leider auch nur nach Bonbonwasser. Was soll’s, ein ereignisreicher Tag wartet.

Nachdem das Gepäck im Bus verstaut war, jeder seinen Platz gefunden hatte, ging es los in Richtung Totes Meer. Karim erzählte unterwegs von sich und seiner Familie, wie er in den 70-er Jahren in Hamburg Deutsch lernte und sich sein Studium finanzierte. Viele Fragen wurden beantwortet. Die Straßen in Jordanien sind etwas gewöhnungsbedürftig. Um die Geschwindigkeit zu reduzieren sind alle paar Kilometer Hubbel in die Straße eingebaut, so dass man dort nur im Schritttempo darüberfahren kann, wie in Deutschland in den Tempo-30-Zonen. Auf den ersten Blick eine gute Idee, auf langen Fahrten nervt es aber.

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Dann tauchen die ersten Hinweisschilder auf, somit erster Fotostopp. Danach ging es immer weiter bergab, bis man endlich das Tote Meer sehen konnte. Überrascht war ich, wie schmal es doch ist. Israel auf der anderen Seite war gut zu erkennen, ebenso die typischen Salzkrusten. Der Badestopp sollte aber erst am Nachmittag erfolgen.

Ziel für den Vormittag war das Wadi Numeira. In der Ausschreibung von World Insight war noch vom Wadi Al Mujib die Rede! Eine mittelschwere Wanderung von 3,5 Std. durch Wassercanyons, wunderschönen Panoramen und am Ende mit einem beeindruckenden Wasserfall….

Die Wirklichkeit sieht mal wieder anders aus. Das Wadi ist nur von Mitte April bis Ende Oktober geöffnet. Das hätte WI uns bei Buchung auch gleich mitteilen können. Einige Teilnehmer hatten sich extra Trekkingstöcke für diese Wanderung mitgenommen. Also nur ein kurzer Blick beim Vorbeifahren und weiter ging’s. Die erste Ausfahrt war die falsche, im zweiten Anlauf hatten wir dann den Eingang gefunden.

Ziel von Karim war es, gemeinsam und geschlossen in der Gruppe den Canyon zu durchwandern. Er vorne weg und Nasar – unser Begleiter von der jordanischen Tourismuspolizei – sollte am Ende gehen. Klappt natürlich nicht! Jeder wählt sein eigenes Schritttempo und schon nach wenigen Minuten war die Gruppe gesprengt. Die am Anfang noch ziemliche breite Schlucht verengte sich immer mehr und schon nach ein paar Biegungen war man mitten drin. Schon beeindruckend! Was mich allerdings ziemlich gestört hatte, war der Müll! Das Wadi scheint auch bei den Jordaniern beliebt zu sein, alle paar Meter waren die Überreste von Lagerfeuern und Picknickplätzen zu sehen. Der Müll wird überall liegen gelassen. Je weiter man vordrang, umso besser wurde es aber, allerdings auch feuchter. Zeit die Badeschuhe auszupacken, und weiter ging’s.

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Irgendwann musste man dann über ein paar Felsen steigen. Sollte dies der versprochene Wasserfall sein? Bis hierher haben es nur 6 Leute geschafft. Mit Carina bin ich dann noch ein Stückchen weiter, wollten schließlich sehen, was noch alles kommt. Wurden dann aber zurückgepfiffen, die Zeit war um. Wir wären gerne noch weiter gegangen….

Fazit: die Wanderung war schön, als „mittelschwer“ würde ich sie aber nicht einstufen und es kann kein Ersatz für das Wadi Al Mujib sein. In diesem Punkt hat WI seine Versprechungen nicht eingehalten.

Wieder im Bus ging es wieder zurück in Richtung Totes Meer – Ziel war das Amman Beach Resort. Unterwegs gab’s noch eine Bibelstunde – Lot’s wife. Im Tanach, der hebräischen Bibel, ist Lot die Hauptfigur der Erzählung vom Gottesgericht über die Stadt Sodom. Als zwei Engel in der sündigen Stadt Sodom nach Gerechten suchen, die von der drohenden Zerstörung Sodoms durch Gott gerettet werden sollen, nimmt Lot die zwei Fremden bei sich auf. Die Sodomiter fordern die Männer für sich, um über sie herzufallen, worauf Lot aus Verzweiflung der Meute seine jungfräulichen Töchter anbietet. Die Engel bewahren die Familie vor dem Mob, führen sie vor die Stadt und gebieten ihnen zu fliehen. Als Lots Ehefrau, deren Namen in der Bibel nicht erwähnt wird, während der Flucht entgegen dem Verbot der Engel zurückblickt, erstarrt sie zu einer Salzsäule. Dabei handelt es sich möglicherweise um eine Felsformation oder eine Gesteinsausblühung nahe Gebel Usdum südlich des Toten Meeres, die wegen ihrer auffälligen Form eine Ortslegende begründete.

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Leider reicht meine Vorstellungskraft nicht, um in der Felsformation eine erstarrte Frau zu erkennen. Gläubige sehen das vielleicht anders.

Vorbei an etlichen Hotelkomplexen erreichten wir das Amman Beach Resort. Wer hier nun einen weißen Sandstrand erwartet hatte wurde bitter enttäuscht. Die Faszination „Totes Meer“ ist das eine, aber einen Badeurlaub kann man hier nicht machen. Vielleicht sieht es in den Hotelkomplexen anders aus. Hier handelt es sich meiner Meinung nach aber um einen Local Beach. Ein paar Plastikstühle und das war’s. Die meisten aus der Gruppe zogen sich um und wollten dann im Toten Meer baden. Ich hatte mir blöderweise im Canyon durch eine Unaufmerksamkeit den Ellenbogen blutig geschürft, so dass ich es nicht riskieren wollte. Zusammen mit Carina habe ich dann am Strand gesessen und „Leute beobachtet“. War schon lustig anzuschauen, wie sich manche Leute anstellen.  Ein chinesisches Pärchen zog eine regelrechte Show ab, bis die endlich ihre Bilder im Kasten hatten. Carina weiß, wen ich meine. Carina wurde mir im Laufe der Tour immer mehr zu einer Bezugsperson. Hatte viel Spaß mit ihr, wofür ich ihr hiermit nochmals danken möchte!

Auch ohne Bad im Totem Meer war es ein schöner abwechslungsreicher Tag. Abends bezogen wir dann in Madaba Quartier für 3 Nächte. Da das St. John nicht verfügbar war, hat WI ein Upgrade spendiert und wir sind im Grand Hotel abgestiegen. dscn1737Die Zimmerübergabe ging schnell vonstatten, das Zimmer vollkommen okay, kurz duschen, dann ging’s zum Abendessen. Karim hatte ein Lokal in der Altstadt ausgewählt, wo er die Besitzer kennt. Wie immer der ganze Tisch voll mit Vorspeisen, allein davon wird man schon satt. An diesem Abend habe ich mir dann mal ein Mexican Beer gegönnt.

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An dieser Stelle eine kleine Anmerkung: In den von World Isight übersandten Reiseinformationen steht, dass in Jordanien teilweise die dreipoligen Stecker des britischen Systems für die Steckdosen benötigt werden. Daran hatte ich nicht gedacht und stand plötzlich vor dem Problem den Akku für die Kamera nicht mehr aufladen zu können. Carola und Ingolf haben mir dann aus der Patsche geholfen, dafür nochmals herzlichen Dank! Ansonsten mal an der Rezeption nachfragen, viele können mit einem Adapter aushelfen. Bei der nächsten Reise muss ich unbedingt daran denken… 

Ausgaben:
Cola im Hotel 1,60 Dinar
Abendessen 19 Dinar
Gesamtausgaben: 20,60 Dinar = 28,06 €  

 

Morgen stehen dann die Wüstenschlösser auf dem Programm…

Veröffentlicht in Gruppenreisen Jordanien 2016

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