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Wüstenschloss Quseir Ambra

Äußerlich ist das Wüstenschloss der Umayyaden-Kalifen eher unscheinbar, in seinem Inneren jedoch birgt es Glanzstücke früher islamischer Kunst: prächtige Mosaiken und Fresken mit figürlichen Darstellungen.

Zwischen den Jahren 705 und 715 ließ hier, rund 100 Kilometer nordöstlich der heutigen jordanischen Hauptstadt Amman, der Umayyaden-Prinz Ali-Walid ibn Yazid und spätere Kalif Walid II. eine Karawanserei zur Wüstenresidenz mit einer dreischiffigen Audienzhalle, einem Bad und einem Brunnenhaus ausbauen. Bemerkenswert an diesem Bauwerk ist die verschwenderische Innendekoration der Audienzhalle und der Badeanlage im römischen Stil, die zu den ältesten der islamischen Welt zählt. Fresken in blauen, braunen und ockergelben Farbtönen schmücken die Wände. Die Malereien stellen erotische und Alltagsszenen, Jagdmotive sowie die “sechs Herrscher” dar, Fürsten verschiedener Kulturen, als deren Nachfolger sich der Umayyaden-Kalif legitimieren wollte. Die Wandmalereien von Quseir Ambra sind ein Beleg dafür, dass zur Zeit der Umayyaden im Islam noch figürliche Abbilder zugelassen wurden. Von hoher Qualität sind auch die in byzantinischer Tradition gestalteten Fußbodenmosaiken.(1)


(1) Bildband: Das Erbe der Welt.Die Kultur- und Naturmonumente der Erde nach der Konvention der UNESCO.aktualisierte Auflage.München: Kunth Verlag, 2016. 

Veröffentlicht in Jordanien UNESCO-Weltkulturerbe

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