Springe zum Inhalt →

Tag 13 – Antigua – St. John’s

Postcard_Antigua

Inseln unter dem Winde – Teil 1 – Antigua

Mit 280 Quadratkilometern ist Antigua die größte Insel unter dem Winde. Aus der Luft betrachtet wirkt sie wegen ihrer unregelmäßigen Form mit zahlreichen Buchten und Landzungen wie ein überdimensionaler Tintenklecks. Einheimische behaupten, es gäbe 365 Strände.Die nur 23 km lange und 14 km breite Insel besitzt einige der schönsten Ankerplätze, dazu breite, von Palmen beschattete Strände, nach Auskunft des Fremdenverkehrsamtes nicht weniger  als 365, nämlich “einen für jeden Tag des Jahres”. Landschaftlich hingegen kann die Insel kaum beeindrucken, weite karge Ebenen prägen das Land. Antigua ist die größte der -Inseln und bildet gemeinsam mit den Nachbarinseln Barbuda einen unabhängigen Staat im Britischen Commonwealth.

DSCN1067

Das Inselinnere ist hügelig und trocken. Wo sich einst wogende Zuckerrohrfelder erstreckten, dehnt sich heute gelbgraues  Buschland aus, dazwischen stehen verlassene Windmühlen. In den kleinen Dörfern säumen leuchtend bunt bemalte Holzhütten und schicke Villen mit Blumengärten die Straßen. Auf den Anhöhen an der Küste errichteten die Briten einst Verteidigungsanlagen. Am interessantesten ist die Ruine von Shirley Heights im Nelson’s Dockyard National Park, die English Harbour überragt.

Wegen Antiguas geschützter Häfen (ein bedeutender Aspekt im karibischen Hurrikangürtel) und der strategisch günstigen Lage zwischen Großbritanniens wichtigsten Zuckerrohrkolonien Barbados und Jamaika, errichteten die Engländer hier ihren größten Marine- und Miltärstützpunkt der Inseln unter dem Winde. Überall an der Küste entstanden Festungen, die Verteidigungsanlagen konzentrierten sich im Süden rund um English und Falmouth Harbour.

DSCN1057

Nachdem die Briten die Sklaverei 1834 abgeschafft hatten, teilte Antigua das Schicksal anderer kolonialer Besitzungen. Die Werft schloss, die meisten Plantagen wurden aufgegeben und die Inselbewohner versuchten als Kleinbauern zu überleben.

Die meisten Insulaner wohnen in der Doppel-Hauptstadt St. John’s (35.000 Einwohner), einem quirligen Hafen für Kreuzfahrtschiffe an der Westküste. Urlaubern bieten sich viele Möglichkeiten.


Liegeplatz:                    Nevis North Side
Liegezeit:                     08:00 bis 18:00 Uhr
Alle Mann an Bord:             17:30 Uhr

Einen Strand für jeden Tag im Jahr

Wer auf Antigua nicht ins Träumen gerät, dem ist eine Kokosnuss auf den Kopf gefallen. Feinster Sand, schattenspendende Palmen und türkisfarbenes Meer: Auf der Insel der Freibeuter und Piraten reiht sich Badebucht an Badebucht, eine schöner als die andere. Ob es tatsächlich 365 Strände sind? Ich werde es heute nicht herausfinden.

Wettervorschau:    leicht bewölkt, 27 ºC
Sonnenaufgang:     06:44 Uhr
Sonnenuntergang:   17:53 Uhr
Nächste Etappe:    447 Seemeilen (828 Kilometer) bis La Romana

Für den heutigen Tag habe ich einen Ausflug über AIDA gebucht, ANT09 – Begegnung mit Rochen. Dazu später mehr. Vorher werde ich wieder

Die Highlights von St. John’s

vorstellen. St. John’s ist ein typisches Karibikstädtchen mit rechtwinklig angelegten Straßen und Gässchen hinter einer Uferpromenade. Alte Holzhäuser mit Balkonen schmiegen sich unterhalb der Kathedrale mit ihren silbernen Kuppeln an den Hügel. In der Stadt ist immer viel los. Vor allem während der Wintersaison schlendern Touristen von den Kreuzfahrtschiffen durch die Straßen und kaufen in den Duty-free-Läden am modernen Heritage Quay unweit des Anlegers ein.

DSCN1087
eine Shopping-Mall für den verwöhnten Kreuzfahrttouristen

Im Hafenviertel schlägt immer noch das Herz der Stadt. Gleich beim Heritage Quay bieten Händler unter überdachten Ständen Souvenirs feil. Boutiquen, Galerien und Restaurants laden auch am Redcliffe Quay ein, einer hübschen Einkaufsstraße mit restaurierten Stadthäusern und alten Lagerhallen. Im dahinter liegenden Bereich war einst ein großes Sklavenlager.

DSCN1084
für jeden Geschmack und Geldbeutel ist was dabei

 

Von hier aus sind es nur wenige Schritte durch die Long Street zum Museum of Antigua & Barbuda, das im alten Gerichtsgebäude von 1750 untergebracht ist. Die etwas angestaubte Sammlung bietet eine Fülle von Informationen zur Geschichte und Geologie der Insel. Besonders interessant sind die archäologischen Funde, zu denen neolithische Werkzeuge der Ciboney ebenso gehören wie eine Arawak-Axt mit einem Loch, durch das die Baumgeister entweichen konnten, oder eine Sammlung von zwei kleinen Steinen oder Knochen, die gute Geister anzogen.

Oben auf dem Hügel steht die Kathedrale St. John the Divine mit den die Stadt überragenden Zwillingstürmen. Die Kirche wurde an der Stelle eines Gotteshauses errichtet, das 1843 einem Erdbeben zum Opfer fiel. Das Innere wurde mit Pechkiefer verkleidet, um die Kirche vor Beschädigungen durch Hurrikane und Erdbeben zu schützen. Man sollte sich ein wenig Zeit für die großen Gedenktafeln mit Wappenbildern und Inschriften sowie den Friedhof nehmen. Am Eingang zu St. John’s Harbour bieten zwei historische Festungen einen schönen Ausblick.

DSCN1141
schon von weitem sichtbar…
DSCN1070
erkennt man beim Näherkommen…
DSCN1071
den desolaten Zustand des Bauwerkes…
DSCN1073
Die Kirche ist wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen

DSCN1074

DSCN1075
ein Blick über den Bauzaun verrät den Zustand
DSCN1076
auch der Friedhof bedarf Hilfe
DSCN1077
der letzte Hurrikan hat das Bauschild zerfetzt…
DSCN1078
Man at work – habe ich nicht gesehen…

Über die Fort Road erreicht man Fort James auf der Nordseite. Festung entstand 1706 kurz nach dem Tod von König Jakob II. Wenn man der Küste folgt, gelangt man zur Runaway Bay mit einigen Hotels, die den Strand säumen. Hinter einer kleinen Landzunge liegt die Dickenson Bay, der am besten erschlossene Küstenabschnitt. Der 1,6 km lange Sandstreifen unterstreicht das Blau des Wassers.

An der Südseite von St. John’s Harbour stehen die Überreste von Fort Barrington (17. Jh.), einer der ältesten und wichtigsten Festungen von Antigua. Die Anlage wurde erst nach ihrer Erbauung nach Admiral Barrington benannt, der den Franzosen 1665 die Insel St. Lucia abgenommen hatte. Die meisten heute noch sichtbaren Mauern entstanden 1779. Von den Ruinen der Festung reicht der Blick bis nach St. Kitts und Nevis.

 

Postcard_Antigua_1

Postcard_Antigua_2

AIDA-Ausflug – ANT09 – Begegnung mit Rochen

Schwimmen und Schnorcheln Sie mit diesen besonderen Tieren! (Beginn: 08:15 Uhr; Dauer: 3:00 Std.)

Die Stationen Ihres Ausflugs:
ca. 30 min per Bus an die Nordküste nach Seaton’s Village
Einweisung und Ausgabe der Schnorchelausrüstung
weiter mit dem Boot zur schwimmenden Plattform
ca. 1 h Schwimmen und Schnorcheln mit den Rochen in einem abgegrenzten Gebiet

zurück per Boot
Erfrischungspause am Strand
Rückfahrt zum Schiff per Bus
 
Der Ausflug hat uns sehr gut gefallen. Am Anfang ein wenig skeptisch wegen der großen Teilnehmerzahl (>100 Personen). Verteilt auf 2 Busse ging es los. Im Besucherzentrum angekommen, erhielten wir eine kurze Einweisung. Auch wenn die Tiere an Menschen gewöhnt sind, besteht immerhin doch ein gewisses Restrisiko. Rochen haben nun mal einen Stachel, un mit dem ist nicht zu spaßen!
DSCN1060
schon bei der Überfahrt wurden wir nass…
Mit drei Booten ging es schließlich los. Schwimmwesten und Schnorchelausrüstung wurde vom Veranstalter gestellt. Und die Qualität war besser als beim Ausflug mit den Meeresschildkröten. Die Tauchermasken waren wie neu. Ich habe mir auch eine Schwimmweste genommen.
Viele werden jetzt vielleicht lachen, aber es hat einen Vorteil! Ich kann auch schwimmen, muss mich aber nicht groß bewegen. Man kann sich einfach an der Oberfläche treiben lassen! Keine hektischen Schwimmbewegungen, man kann den Ausflug einfach genießen!
DSCN1061
Vom Veranstalter war es so organisiert, dass sich jeder einmal mit einem Rochen fotografieren lassen kann, vorteilhaft für die, die keine Unterwasserkamera dabei hatten.
DSCN1062
Die Leute verteilen sich in dem abgesteckten Gebiet. Die Fahrt von der Basisstation dauerte ungefähr 5 Minuten.  Flossen und Badeschuhe sind nicht gestattet.
DSCN1063
Die Tiere sind an Menschen gewöhnt und werden mit Futter angelockt. Das Gebiet ist zwar oberflächlich abgesteckt, dennoch können die Rochen jederzeit davonschwimmen, wenn es ihnen zu viel werden sollte.
DSCN1064
Es ist schon eine schöne Erfahrung, die Tiere mal direkt vor Ort sehen und berühren zu können. Die lederartige Haut, leicht glitschig – schon komisch. Mit der Raucherbrille kann man den Rochen ganz nach sein und direkt unter Wasser zusehen. Eine tolle Erfahrung!
DSCN1065
Zu Beginn habe ich natürlich auch mein obligatorisches Foto machen müssen… Ein Foto kostet übrigens 10 Dollar.

01-21-A-25

Der Ausflug ist empfehlenswert! Auch wenn vielleicht nicht für ganz kleine Kinder. Bei unserem Ausflug waren zwei dabei. Ob denen das so ganz geheuer war, wage ich mal zu bezweifeln!

Nach einer Stunde ging es wieder zurück an Land. Duschen und Umkleidemöglichkeiten sind vorhanden. Auf dem Gelände befinden sich auch ein paar  Vogelvolieren mit Papageien.

 Mein obligatorischer Stadtrundgang

Nach einem kurzen Snack an Bord ging es nochmal in die Stadt.

DSCN1109
Ortseingangsschild auf Antigua
DSCN1058
das große Gebäude in der Bildmitte entpuppt sich …
DSCN1059
als Riesen-Hotel-Komplex
DSCN1068
an allen Ecken wird gebaut, renoviert und restauriert
DSCN1079
zwischendurch immer wieder kleine hübsche Häuser
DSCN1089
hier passiert wenigstens was…
DSCN1088
hoffentlich versucht man das historische Straßenbild ein wenig zu erhalten…
DSCN1087
für die Touristen ist im Hafenviertel genug Abwechslung

DSCN1085

DSCN1084

DSCN1083
so sahen früher Briefmarkenautomaten aus…
DSCN1082
heute gibts Briefmarken am Schalter…
DSCN1103
ob die anwesend waren, kann ich nicht sagen…
DSCN1102
The White House
DSCN1104
o.k., Washington D.C. ist schöner…
DSCN1116
The Public Garten – die Ananas ist die Nationalfrucht Antiguas
DSCN1111
der Garten hat auch schon bessere Tage gesehen…
DSCN1113
war das auch der Hurrikan?
DSCN1114
ein wirklich großer Baum…
DSCN1117
Schulkinder werden zur Schule und zurück gebracht – kein Mama-Taxi wie in Deutschland, somit auch kein Stau vor Schulen!
DSCN1118
gibt es viel zu selten – ein Privatbürger baut ein Haus und spendiert eine Bücherei
DSCN1124
Aufmarsch der Mädchenschulen – keine Ahnung aus welchem Anlass…

DSCN1126

DSCN1127

DSCN1128

DSCN1135
danach ging es wieder auf’s Schiff zurück – ein letzter Blick zurück
DSCN1136
vorbei an vielen alten Gerätschaften aus der Zuckerindustrie
DSCN1137
Die Schiffe bereiten sich auf’s Auslaufen vor, die Geschäfte schließen

DSCN1138

DSCN1139

DSCN1140

DSCN1145
Ein letzter Blick zurück vom Schiff auf die Stadt

DSCN1142

 

Themenabende
im Markt Restaurant - "Welcome-Dinner"
im Bella Donna Restaurant - "Welcome-Dinner"
im East Restaurant - "Welcome-Diner"

Den Abend habe ich wieder im Markt Restaurant auf Deck 9 verbracht. Meine Tischnachbarn konnten von Ihren Ausflügen an den Strand und auf der Insel berichten. Wir haben viel gelacht! Wie immer ein netter Abend!

Anschließend auf Deck 5 zurückgezogen um den Bericht zu verfassen. Morgen ist dann der letzte Seetag, es heißt Kofferpacken und am Samstag geht’s zurück nach Deutschland.

Morgen gibt aber noch einen Bericht, dann mit dem Fazit der Reise.

Nachtrag

Ich habe einen kurzen Abstecher in das Mount St. John’s Medical Center unternommen. Das Gebäude ist wirklich nicht zu übersehen. Es thront über der Stadt.

Erstaunlich, dass es nur 185 Betten beherbergt. Mit einer Belegschaft von über 500, davon mehr als 200 im medizinischen Personal, ist es einer der größten Arbeitgeber des Landes.

Die Grundversorgung ist für alle Bürger Antiguas kostenlos, die Unterbringung erfolgt dann im 4-Bett-Zimmer. Privatpatienten genießen 1-Bett-Zimmer-Komfort. Zusatzversicherte werden in 2-Bett-Zimmern untergebracht. Und es scheint zu funktionieren…

DSCN1110

DSCN1107

DSCN1097

DSCN1094

DSCN1098
toller Blick von oben

 

Veröffentlicht in Karibik 1 Seereisen

Kommentaren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.