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Tag 12 – Guadeloupe – Point-á-Pitre

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Französische Antillen – Teil 1 – Guadeloupe

Guadeloupe hat die Form eines Schmetterlings und besteht aus zwei Inseln, die heute durch eine hohe Brücke über den Revière Salée verbunden sind. Auf dem westlichen Flügel, Basse-Terre, dominieren Regenwald und Vulkanberge; im östlichen Flügel, Grande-Terre, ein trockenes Kalksteinplateau, gesäumt von Sandstränden. Vor der Küste liegen La Désirade, Marie-Galante und die Saintes.“Karukéra”, die Insel der Schönen Wasser, nannten die ersten Siedler das Eiland in Form eines Schmetterlings. “La Rivière Salée”, der Salzfluss, trennt die beiden Inselhälften, die geologisch höchst unterschiedlich sind – man glaubt, zwei verschiedene Inseln vor sich zu haben. Der Westteil Basse-Terre entspricht dem Postkartenidyll einer tropischen Insel: Einsame Feldbuchten wechseln mit weiten Sandstränden ab, das Wasser schimmert in hellem Türkis und Ultramarin. Tropische Regenwälder, der Vulkan La Soufriére (1467  Meter) und Bananenplantagen bestimmen Basse-Terre. Grande-Terre hingegen schiebt sich als flache Kalksteinscheibe gen Nordosten, ein regenarmes und felsiges Gebiet, umgeben von Korallenriffen, mit den schönsten Stränden der Insel und vielen Hotels.

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Blick vom Schiff auf die Stadt

Südlich der Insel liegen die zum Departement Guadeloupe gehörenden Iles des Saintes, acht Inselchen, nur zwei sind bewohnt. Von Pointe-á-Pitre gelangt man per Schnellboot in 30 Minuten nach Le Bourg, Hauptort des Archipels auf der Insel Terre-de-Haut. Inselsprache ist Französisch, untereinander sprechen viele der Bewohner (80% sind Nachfahren der einstigen afrikanischen Sklaven) einen kreolischen Dialekt. Mit den anderen Französischen Antillen (Martinique, Saint-Martin, Saint-Barthélemy) ist Guadeloupe französisches Übersee-Département. Die Bewohner besitzen einen französischen Pass, genießen Wahlrecht und haben den Euro als Zahlungsmittel.

Die Hauptstadt Point-à-Pitre hat 100.000 Einwohner und liegt da, wo die beiden Inselhälften an der von Mangroven gesäumten Rivère Salée aneinanderstoßen.


Liegeplatz:                    Cruise Terminal Berth 6
Liegezeit:                     08:00 bis 21:00 Uhr
Alle Mann an Bord:             17:30 Uhr

Die karibische Leichtigkeit des Seins

Gibt es ein schöneres Symbol für beschwingte Leichtigkeit als den Schmetterling? Da kann es doch kein Zufall sein, dass die Karibikinsel Guadeloupe genau diese Form hat. Bunt wie ein „Papillon“ sind auch das Leben und die Landschaft: hier weiße Sandstrände am türkisblauen Meer, dort die tausend Grüntöne des Tropenwaldes.

Wettervorschau:    leicht bewölkt, 27 ºC
Sonnenaufgang:     06:42 Uhr
Sonnenuntergang:   17:53 Uhr
Nächste Etappe:    128 Seemeilen (237 Kilometer) bis St. John's

Für den heutigen Tag habe ich kurzfristig einen Ausflug über AIDA gebucht, da mir bei der Einfahrt in den Hafen Zweifel aufkamen, ob ein ganzer Tag für Point-à-Pitre wirklich nötig ist. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. So wurde noch schnell der Ausflug “Guadeloupe auf einen Blick” gebucht, vorher will ich aber die

Highlights von Point-à-Pitre

vorstellen. Immerhin 80.000 Menschen leben in der Stadt, die in einer geschützten Bucht am Südende der Revière Salée liegt. Zwar entstand Point-à-Pitre im 17. Jahrhundert, doch fielen die meisten kolonialzeitlichen Gebäude Hurrikanen, Erdbeben und Feuersbrünsten zum Opfer, sodass heute moderne Betonbauten überwiegen.Die Altstadt, La Darse, erstreckt sich am Ufer, wo sich auch der Anleger befindet und die Straßenverkäufer stehen.

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Der Fischmarkt

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Hinter dem Hafen liegt die Place de la Victoire, um die sich einige alte Häuser im Kolonialstil mit blumengeschmückten Balkonen ziehen.   Von den Cafés am Platz blickt auf einen kleinen Park. Westlich des Parks erstreckt sich ein Gewirr schmaler Gassen. Dort steht die Kathedrale St-Pierre et St-Paul (place Gourbeyre) aus dem frühen 19. Jahrhundert, die wegen der aufwendigen schmiedeeisernen Arbeiten auch Eiserne Kathedrale heißt.

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Place de la Victoire
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die Weihnachtsbaum-Beleuchtung ist immer noch verschwunden

In der Rue Frébault, der größten Einkaufsstraße der Stadt, kann man in einer der zahlreichen Boutiquen importierte Mode aus Frankreich und Europa kaufen. An der Kreuzung Rue Frébault/Rue Peynier befindet sich der Marche Couvert (Überdachter Markt), ein typisch kreolischer Markt. Die Marktfrauen schwatzen auf Créole durcheinander und feilschen ernergisch mit ihren Kundinnen um des besten Preis.

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der überdachte Markt
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Frauen in kreolischen Trachten habe ich nicht gesehen

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Folgt man der Rue Peynier nach Westen, so gelangt man zum Musée Schoelcher, das sich dem Leben und der Zeit von Viktor Schoelcher (1804 bis 1893) widmet. Im 19. Jahrhundert zählte er zu den bedeutendsten französischen Verfechtern der Sklavenbefreiung. Das Museum in einem hübschen rosa gestrichenen Stadthaus mit schmiedeeisernen Dekor präsentiert Objekte aus der Zeit der Plantagenwirtschaft, von Schoelcher verfasste Pamphlete, afrikanische Elefenbeinschnitzereien, Modellschiffe und andere Kuriositäten. Die Staue vor dem Haus stellt den Revolutionsführer Victor Hugues dar.

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Musée Schoelcher

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Zwischen Point-á-Pitre und Gosier liegt Bas-du-Fort mit dem Jachthafen, dem größten in der Karibik. Ganz in der Nähe befindet sich das Aquarium de la Guadeloupe. Neben tropischen Fischen bietet es interessante Informationen über Mangroven und ein Haibecken. Ein Tunnel mit Plexiglaswänden führt unter dem Becken hindurch.

Etwas erhöht steht oberhalb von Bas-du-Fort im Schatten rot blühender Flamboyantbäume die Ruine der im 18. Jahrhundert aus Korallenstein erbauten Festung Fleur d’Epée.

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AIDA-Ausflug – GUA03 – Guadeloupe auf einen Blick

Inselrundfahrt (Beginn: 08:15 Uhr; Dauer: 4:15 Std.)
Die Stationen Ihres Ausflugs: 
 ca. 30 min Busfahrt in den Nationalpark auf Passendere zum Krebswasserfall, ca. 20 min Aufenthalt
 Weiterfahrt nach Grand-Terre zum Friedhof Morne-á-l'Eau, Fotostopp
 weiter über Le Moule und Saint-Francois zum östlichsten Punkt der Insel, Pointe des Cháteaux, ca. 30 min Aufenthalt;
 auf der Rückfahrt zum Schiff ca. 15 min Stopp auf dem Markt von Sainte-Anne
 
Nachdem zwei Kabinen mehrmals aufgerufen werden mussten, ging es endlich los. verteilt auf zwei Busse startete die Tour. Unsere Reiseleiterin sprach sehr gutes Deutsch, da sie mit einem Deutschen verheiratet ist und ihre Schulzeit in Berlin verbracht hat. Sie erzählte uns viel über Land und Leute, aber viel Persönliches. Erster Halt war Passendere mit einem kleinen Wasserfall. Für mich nichts beeindruckendes, bin da andere Wasserfälle aus Island gewöhnt.
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der Krebswasserfall
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mal wieder ein Stückchen Regenwald
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ein “kleiner” Wasserfall
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kein Vergleich zu seinen Brüdern auf Island und Norwegen
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so sieht Massentourismus aus

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Das Problem bei solchen Ausflügen ist nur, wenn zu viele Personen zur gleichen Zeit an einem Ort sind, herrscht Chaos. Zwei volle Reisebusse plus individuelle Ausflügler sind definitiv zu viel für so einen kleinen Aussichtspunkt.

Weiter ging es dann zum Friedhof Morne-á-l’Eau auf Grand-Terre. Die Gräber sind meistens in Schwarz-Weiß gehalten, eine typische Eigenart für die Friedhöfe auf Guadeloupe. Auch hier wieder das Problem, wenn über 100 Personen den Friedhof stürmen, bleibt die Andacht auf der Strecke. Nettes Detail am Rande: frische Blumen sind nur zu Allerheiligen erlaubt, sie verbrauchen einfach zuviel Frischwasser. Am nächsten Tag werden sie alle von der Friedhofsverwaltung eingesammelt. Die Gräber schmücken wenn überhaupt nur Plastikblumen. Auch wird der Friedhof nur zu Allerheiligen besucht, dann geht dort aber die Post ab. An den anderen Tagen lässt man die Toten in Ruhe.

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zwei Busse stören die Totenruhe

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Weiter ging es nach Le Moule. Das gezeigte Herrschaftshaus hat in den letzten Jahren mehrmals den Besitzer gewechselt. Keiner konnte das alte Anwesen wieder zu Leben erwecken. Ob daran das Gerücht schuld sein soll, es spuke in dem Haus, ist nicht erwiesen.

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die bisherigen Besitzer wurden nicht glücklich damit

Einen kurzen Zwischenstopp machten wir in Saint-Francois. Dort gibt es eine natürliche Brücke zu besichtigen. Nicht unbedingt das ganz große Highlight aber ganz nett anzuschauen. Im angrenzenden Lokal wurde ein schneller Drink (Ananas- oder Maracujasaft) serviert. von dem dort wachsenden Baumwollstrauch habe ich mir eine Blüte mitgenommen. Programmpunkt abgehakt, weiter ging es.

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der Baumwollstrauch hat jetzt eine Blüte weniger…

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nächster Stop war der östlichste Punkt der Insel in Pointe des Cháteaux. Hier treffen das karibische Meer und der Atlantische Ozean aufeinander. Im Februar treffen hier die Buckelwale ein, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Wir waren leider zu früh, Wale haben wir keine gesehen.

Der Aufenthalt von 30 Minuten ist leider zu kurz, um das Kreuz an der Spitze zu besichtigen. Der Fußweg soll 20 Minuten betragen. Also schnell ein paar Fotos von unten, dass muss genügen. Dann ging es auch schon weiter nach Saint-Anne.

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bei starker Brandung nicht zum Baden geeignet
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auf vielen Muschelversteinerungen wird nun mit Füßen rumgetrampelt

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leider war die Zeit zu kurz für eine Trip nach oben

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Saint-Anne ist ein verschlafenes Küstenörtchen auf Grand-Terre. Entlang der Hauptstraße werden an unzähligen Ständen Obst- und Gemüse sowie Gewürze aller Art angeboten. Neben den obligatorischen Andenken und T-Shirts gibt es nichts, was es nicht auch anders wo zu kaufen gäbe. Der Stopp hatte für mich eher den Anschein einer Verkaufstour im Rahmen einer Butterfahrt in Grüne. Ich habe die Zeit genutzt und mich ein wenig im Ort ungesehen.

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für mich das typische Supermarkt-Angebot
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entlang der Küstenstraße reihen sich die Verkaufsstände
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alle möglichen Sorten von eingelegten Obstlikören
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hinter den Ständen gleich der Strand
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die Kirche in Saint-Anne

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Gewürze soweit das Auge reicht

Anschließend ging es zurück Richtung Schiff. Wir waren auch schon spät dran, der Ausflug hatte 1 Stunde länger gedauert als angekündigt. (Jetzt muss ich mich doch tatsächlich auf Deck etwas zurücksetzen, da es anfängt zu regnen.)

Fazit des Ausfluges: Es geht so, nicht unbedingt das Highlight, eher so die typische Rentnertour, ein bisschen was zu sehen, nicht viel laufen und rechtzeitig zum Kaffee wieder auf dem Schiff zurück.

Ich bin dann noch mal auf eigene Faust los.

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Die Nationalbank natürlich ein einem intakten Gebäude
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Manche Häuser sehen echt nett aus

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andere stehen vor dem Verfall und werden zu Luxuswohnungen umgewandelt
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typische Seitenstraße
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Kneipe am Place de la Victoire

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vom Schiff aus sichtbar, ich kenne nur den Namen nicht…
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gleich neben der Kirche

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Ob dort wohl noch Aufführungen stattfinden?

 

Insgesamt war der Stadtrundgang schnell beendet. Wie auch schon in allen anderen bisher angelaufenen Häfen der gleiche Mix an Geschäften, nichts was mich wirklich reizen würde und zum bummeln einladen würde. Auch hier wieder die gleiche Tristesse wie in den anderen Häfen. Der Verfall greift immer weiter um sich. Wie werden die Städte wohl ein in paar Jahren aussehen. Der alte Charme wird definitiv vergangen sein, Schade!

Themenabende
im Markt Restaurant - "Frankreich"
im Weite Welt Restaurant - "???"
im Bella Vista Restaurant - "Frankreich"

Abend auf Deck 9 wurden wieder Urlaubserinnerungen ausgetauscht. Wie immer ein angenehmer Abend! Die Im Theatrium aufgeführte Click-Parade ist auch nur eine Wiederholung. AIDA muss eben auch sparen.

Und nun fällt auch noch das ganze Abendprogramm auf dem Pooldeck ins Wasser, es schüttet jetzt wie aus Eimern! Das wird der Partygemeinde gar nicht gefallen, aber so ist es nun mal in der Karibik. Und wir sind mit dem Wetter bisher wirklich verwöhnt worden!

Morgen steht dann die vorletzte Insel unserer Reise an: Antigua mit der Hauptstadt St. John’s. Dort ist noch mal ein Ausflug über AIDA gebucht. Ich habe eine Begegnung mit Rochen. Also nochmal Badesachen rausholen und Salzwasser schmecken. Ich berichte weiter, versprochen!

Veröffentlicht in Karibik 1 Seereisen

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