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Tag 11 – Dominica – Roseau

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Inseln über dem Winde – Teil 4 – Dominica

Die Kariben nannten die 47 mal 26 Kilometer große Insel Wai’tukubuli (großer Körper). Eine durchschnittlich 900 Meter hohe Bergkette zieht sich von Süden nach Norden, wo sie im nur acht Kilometer von der Küste entfernten, 1447 Meter hohen Morne Diablotinn gipfelt. Dominica birgt eines der letzten unberührten Regenwaldgebiete und einen See mit kochend heißem Wasser.Die Insel hat 72.000, zu 98 Prozent schwarze und überwiegend katholische  Einwohner. Dominica gehört zwar unbestritten zu den schönsten, leider jedoch auch zu den ärmsten Inseln der Karibik. Die letzten Nachfahren der Kariben, die im Carib Territory im Nordosten von Dominica leben, halten sich mit Fischfang, Ackerbau und traditionellem Handwerk mehr schlecht als recht über Wasser. Der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen, zumal die Insel lediglich mit schmalen Stränden aus dunklem Lavasand aufwarten kann. Eine aufregende neue Errungenschaft ist der 200 Kilometer lange Wai’tukubuli National Trail, der erste Fernwanderweg der Region, der in 14 Etappen die Insel durchquert.

In der Hauptstadt Roseau, einem Küstenort mit Anleger für Kreuzfahrtschiffe, leben rund 20.000 Menschen. Die Stadt liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses an der Südwestküste. Folgt man dem Strom landeinwärts so gelangt man zu den Trafalgar Falls, einer der touristischen Hauptattraktionen der Insel. Im nahe gelegenen Dorf Laudat beginnen mehrere Wanderwege durch den Nationalpark Morne Trois Pitons.


Liegeplatz:                    Melville Street Cruise Terminal
Liegezeit:                     bis 21:00 Uhr
Alle Mann an Bord:             20:00 Uhr

Alles im grünen Bereich

Die steil aus dem Meer aufragende Vulkaninsel Dominica macht mit einer Vegetation von verschwenderischer Fülle das Fehlen von Traumstränden mehr als wett. Kolumbus gab ihr einst im Vorbeifahren den Namen „Sonntagsinsel“. Wie Recht er damit hatte, werden Sie auf der gebirgigsten Insel der Kleinen Antillen schnell feststellen.

Wettervorschau:    leicht bewölkt, 25 ºC
Sonnenaufgang:     06:40 Uhr
Sonnenuntergang:   17:53 Uhr
Nächste Etappe:    65 Seemeilen (120 Kilometer) bis Pointe-à-Pitre

Für den heutigen Tag habe ich keinen Ausflug über AIDA gebucht. Somit konnte ich mich gleich nach dem Frühstück aufmachen, um die

Highlights von Roseau

zu erkunden. Im ausgehenden 18. Jahrhundert verlegten die Briten Dominica Hauptstadt von Portsmouth nach Roseau, wo sie sich heute zwischen den Ufern des Roseau River und Fort Young erstreckt. Einige steinerne Gebäude aus der Kolonialzeit erinnern noch an die alte Zeit, die Partie am Wasser wurde durch eine Reihe neuer Bauten verschönert. Besucher können die kleinen Galerien und Cafés rund um die Cork Street bequem zu Fuß erkunden.

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Am lebhaftesten geht es auf dem Bauernmarkt zu, der nicht nur für die ihn bestimmte Halle, sondern auch den Bürgersteig an der Mündung des Flusses einnimmt.

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der zentrale Markt

Während der Kolonialzeit bildete der Old Market Place am Dawbiney Square bei der King George V Street das Zentrum. Auf dem schattigen Platz mit Kopfsteinpflaster fand einst der Sklavenmarkt statt. Heute drängen sich hier Souvenirstände und ein Café. Auf der ans Ufer grenzenden Seite des Platzes steht unweit des Kreuzfahrtschiffanlegers das Dominica Museum, das über Geschichte und Kultur der Insel informiert. Zu den Exponaten zählen Werkzeuge der Karbiben, eine Strohhütte (carbet), Dokumente zu Schriftstellern aus Dominica, unter ihnen Jean Rhys und Stiche von Agostino Brunias (18. Jh.).

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Das Dominica Museum
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habe ich nicht besucht

Fort Young steht nicht weit vom Wasser. 1778 wurde es aus schwarzem Vulkanstein errichtet. Dort erinnert – von einigen Messingkanonen und Schießscharten im Speisesaal abgesehen – nur noch wenig an die militärische Vergangenheit.

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Fort Young ist heute ein Hotel
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Der Speisesaal mit den alten Schießscharten
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Der Speisesaal von innen

Der Festung gegenüber erhebt sich die anglikanische Kirche mit schönen Buntglasfenstern hinter dem Altar und Gedenktafeln für britische Kolonialbeamte des 19. Jahrhunderts. Die römisch-katholische Kathedrale an der Turkey Lane wurde zwischen 1800 und 1916 aus dunklem Flussgestein errichtet. Weiter östlich erstrecken sich die Botanischen Gärten auf einem 16 Hektar großen ehemaligen Zuckerrohrfeld an den Ausläufern des Morne Bruce. In dem üppig grünen Park spielen Kricketteams, in einer Voliere leben Blaukopf- und Kaiseramazonen. Neben dem Kanonenkugelbaum stehen Teakbäume, Flamboyant-Bäume und Kassien. Die Forestry Wildlife and Parks Division Offices (Tel. 0767/266 38 17) sind eine gute Informationsquelle für Wanderungen in den Nationalparks. Die Trafalgar Falls befinden sich acht Kilometer östlich der Stadt am Ende des Roseau Valley (für Interessierte: Nehmen Sie die King George V Street aus Roseau heraus, überqueren dann den Roseau River in Richtung Laudat, und folgen der Ausschilderung). Die Steilwände des Tals bilden eine eindrucksvolle Bresche im grünen Hochland um den Morne Trois Pitons. Auf der holprigen Strasse passieren Sie das Papillote Wilderness Retreat (Tel.: 0767/448 22 87), eine kleines Hotel mit Restaurant inmitten von Gärten. Hier warten Führer, die Besucher über einen anstrengenden, etwa zehnminütigen Pfad zu den “Mutter” und “Vater” genannten Wasserfällen bringen.

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Die touristischen Attraktionen von Dominica liegen überwiegend im Gebiet des 6880 Hektar großen Nationalparks,UNESCO der zum UNESCO Weltnaturerbe zählt, südlich des 1387 Meter hohen Morne Trois Pitons. Gebirgsseen, Fumarolen und Schwefelquellen machen den Park, in dem pro Jahr rund 7600 Millimeter Niederschlag fallen, für Wanderer so attraktiv.

Meine persönlichen Eindrücke

Ein kurzer Blick in die Hafeninfo von AIDA zeigte mir die anzusteuernden Punkte. An das Kreuzfahrtterminal schließt sich direkt das Stadtzentrum an. Man muss sowieso sagen, dass das Stadtzentrum sehr überschaubar ist. Viele Sehenswürdigkeiten sind in Roseau nicht anzusteuern.

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das Gerichtsgebäude eher schlicht gehalten

Es gibt nur wenig von historischer Bedeutung zu besichtigen, da weite Teile Roseaus 1805 von einem Feuer zerstört wurden. Am Südende der Stadt befinden sich allerdings ein paar sehr schöne Gebäude im Kolonialstil. Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Festung Fort Young hat ebenfalls das Großfeuer von 1805 überlebt und ist heute eines der führenden Hotels der Insel.

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Weiter führt der Weg an einem Obelisken zum Gedenken der im 1. Weltkrieg gefallenen Dominicaner.

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Die öffentliche Bibliothek, scheint nach Schulschluss doch gut besucht zu werden, vielleicht ist es aber auch nur ein Treffpunkt um mit Seinesgleichen abzuhängen.

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Das Regierungsgebäude, Amtssitz des Gouverneurs von Dominica, liegt rechterhand und ist natürlich für den Publikumsverkehr gesperrt.

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Alle drei Kirchen sind in einem desolaten Zustand. Der Zahn der Zeit und die Naturgewalten haben ganze Arbeit geleistet. Hoffentlich kommen genügend Gelder für die Restauration zusammen.

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Der Sitz des Bischof’s scheint davon nicht betroffen zu sein. Hier sieht alles perfekt aus. Vielleicht sollte die katholische Kirche ein wenig über die Verwendung der Kirchengelder nachdenken!

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Das Stadtzentrum hat nicht viel sehenswertes zu bieten. Ein bunter Mix aus Kneipen, Ramsch-Läden usw., man ist schnell durch.

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Wahrlich ein Prunkstück Roseaus ist der Botanische Garten. Angesichts der Rahmenbedingungen (viel Regen, tropisches Klima und eine geschützte Lage) überrascht es nicht sonderlich, dass es im Garten übrig gedeiht. Besucher finden hier viele Pflanzen der Insel auf einem Fleck.

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Die Planung für den Garten begann 1890 in einem Landstrich, der zuvor vornehmlich für den Anbau von Zuckerrohr genutzt worden war. Auffällig war, wie gepflegt der Botanische Garten zum Rest der Stadt war. Herruntergefallendes Laub wurde umgehend zusammengeharkt.

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Die Volieren mit den Papageien haben mich enttäuscht. Ebenso das Gebäude für die gefährdeten Amphibien, das war geschlossen!

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Hauptattraktion ist sicherlich der 1979 bei einem Hurrikan “erschlagene” Schulbus.

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was für ein Anblick…
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es kamen keine Personen zu Schaden
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Protest gegen Plastikmüll

Eine weitere Attraktion ist sicherlich das “Bambus-House”, ein aus Bambus gewachsenes Gebilde, das man begehen kann.

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Das Bambus-Haus
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kann begehen werden

An einem blühenden Baum versammelten unzählige Kolibris um Nektar zu sammeln. Leider ist mir kein vernünftiges Foto gelungen, die wollten einfach nicht stillhalten.

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die kleinen Kolibris waren faszinierend!

Vom Park führt ein Trail (The 35 Steps Jack’s Walk) auf die Spitze des angrenzenden Berges. Beginnend mit den 35 Stufen ging es auf eine 20-minütige Wanderung. Immer steil nach oben, auch wenn es nicht soviele Höhenmeter sind, die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sorgen schon dafür, dass man ins Schwitzen kommt.

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der “35 Steps Jack’s Walk” – es waren mehr als 35 Stufen….
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Ausblick auf den angrenzenden Regenwald
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es ging schon steil nach oben – die Perspektive täuscht!
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Blick von oben auf das Cricket oder Baseball-Stadium (???)
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viele Pflanzen die ich nicht kenne…

 

Oben befindet es eine kleine Aussichtsplattform mit einem großen Jesus-Kreuz. Den gleichen Weg ging wieder zurück. Immer mit dabei, meine beiden treuen Begleiter – ich nenne sie mal Bonnie & Clyde – zwei Straßenköter. Viel Aufmerksamkeit wird den dort frei lebenden Hunden nicht geschenkt. Sie wichen nicht von meiner Seite, den Botanischen Garten haben sie dann aber doch nicht verlassen…

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das Jesus-Kreut´z wird abends beleuchtet

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Bonnie & Clyde folgten mir überall hin
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selbst den steilen Aufstieg meisterten sie mit mir

In Roseau füllten wir uns alle sehr sicher, sicherlich hat auch die permanente Polizeipräsenz dazu ihren Beitrag geleistet. Überall waren Uniformierte zur sehen.

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aller guten Dinge sind drei

Im Botanischen Garten gab es viele schöne Dinge zu sehen, eine kleine Auswahl folgt…

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das Informationszentrum
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das sind keine Kokusnüsse
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Nadelgehölze in der Karibik – eher die Ausnahme

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Insgesamt braucht man für die Besichtigung von Roseau nicht mehr als einen Vormittag. Den Nachmittag habe ich an Bord verbracht und dem Waschsalon auf Deck 7 besucht. Alles einmal durchgewaschen und getrocknet kann es nun weiter gehen.

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wer zu faul zum Laufen ist, kann sich auch fahren lassen…
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ein nettes Plätzchen zum studieren…

 

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mal sind die Berge Nebel verhangen, manchmal nicht…

Ein schöner Tag auf Dominica. Sicherlich gibt es im Landesinneren noch viel mehr zu entdecken, aber das kommt vielleicht beim nächsten Mal.

Themenabende
im Markt Restaurant - "Karibik"
im Weite Welt Restaurant - "???"
im Bella Vista Restaurant - "Australien"

Macht der Gewohnheit. Urlaubserinnerungen mit den Duisburgern ausgetauscht. Nette Anekdote aus China, haben viel gelacht. Schnell noch den Bericht vervollständigen auf Deck 5, dann ist das Tageswerk vollbracht.

Morgen laufen wir Guadeloupe an. Auch dort habe ich keinen Ausflug gebucht, ich lasse mich einfach mal überraschen. Ich berichte weiter, versprochen!

Veröffentlicht in Karibik 1 Seereisen

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