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Tag 7 – St. Vincent – Kingstown

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Inseln über dem Winde – Teil 1 – St. Vincent und die Grenadinen

Die majestätischen Inseln über dem Winde ragen am unteren Ende der kleinen Antillen aus dem Meer empor. Sie sind die Gipfel einer Kette von Vulkanbergen, die dort entstanden, wo Amerikanische und Karibische Platte aufeinandertreffen. Die Inseln über dem Winde sind so hoch, dass die Atlantikwinde sich über ihnen in Regenwolken verwandeln können.Heute sind Dominica, St. Lucia, St. Vincent (mit den Grenadinen) und Grenada unabhängige Staaten, doch bilden sie zunächst eine Einheit, weil sie auf der dem Winde zugewandten Seite der britischen Handelsrouten zwischen Europa und der Karibik lagen.

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Einfahrt in den Hafen am frühen Morgen
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the blue hour
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Welcome

St. Vincent und die Grenadinen ist ein unabhängiger Inselstaat in der Karibik im Bereich der Westindischen Inseln. Er ist Mitglied im Commonwealth of Nations und in der Bolivarianischen Allianz für Amerika. Die Inseln liegen südlich von St. Lucia und nördlich von Grenada. Ungefähr 180 km östlich liegt die Insel Barbados. Der Inselstaat umfasst die Insel St. Vincent und die 32 Inseln der nördlichen Grenadinen, die zu den Kleinen Antillengehören. Die südlichen Grenadinen mit den Inseln Grenada, Carriacou und Petite Martinique gehören nicht zu St. Vincent und den Grenadinen, sondern zum Staatsgebiet von Grenada.

Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Kingstown  im Parish Saint George an der Südküste der Insel St. Vincent. Mit 12.909 Einwohnern (Zensus 2012) ist sie die größte Stadt des Landes.


Liegeplatz:                    Kingstown Cruise Ship Pier
Liegezeit:                     07:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Alle Mann an Bord:             18:30 Uhr

Ein Karibikmix wie aus dem Bilderbuch

Bunte Papageien, tosende Wasserfälle, ein schlafender Vulkan und dieses unverschämte Grün überall – typischer als auf St. Vincent kann die Karibik kaum sein. Dennoch segeln bis auf den heutigen Tag viele Schiffe an St. Vincent vorbei direkt zu den goldenen Stränden und wunderbaren Jachthäfen der Grenadinen. Zu Unrecht geben auch viele Touristen St. Lucia oder Barbados den Vorzug. St. Vincent bietet zwar nicht die klassische Karibikidylle mit palmengesäumten Sandstränden und Rum, dafür aber unberührtes Hinterland und Hotels, die vor allem unkonventionelle Urlauber reizen dürfte.

Wettervorschau:        sonnig, 26 ºC
Sonnenaufgang:         06:35 Uhr
Sonnenuntergang:       17:53 Uhr
Nächste Etappe:        79 Seemeilen (146 Kilometer) bis St. George's

 

Kingstown

Vor einer imposanten Kulisse aus steilen, bewaldeten Bergen zieht sich die Hauptstadt von St. Vincent und den Grenadinen an der 1,5 km langen Kingstown Bay entlang und an den Hängen empor. Am Wasser ist immer viel los, denn hier legen Frachter, Fähren und Fischerboote an. Ein brandneuer Anleger für Kreuzfahrtschiffe und Jachten liegt hübsch am Ostende des Hafens. Hinter den Docks liegt das gut überschaubare Stadtzentrum mit einigen alten Kopfsteinpflasterstraßen und Läden, die unter Arkaden vor Hitze und Regengüssen geschützt sind.

 

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Die Hauptstraße – einfach nur unansehnlich

Schlendert man auf der Halifax Street nach Westen und biegt man am Kenotaph in die Hillsboro Street gelangt man zum Markt. Freitags und Samstags, wenn die Bauern von überall her in die Stadt kommen, blüht das Geschäft. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halifax Street steht hinter einem schmiedeeisernen Zaun das Gerichtsgebäude aus grauen Stein, in welchem das Parlament tagt. Die pastellfarbene anglikanische Kathedrale St. George (1820) ist nur wenige Schritte entfernt.

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der vielgepriesene Markt
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mit reichhaltiger Obst- und Gemüseauswahl
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die Polizeistation

In der Nähe der Kathedrale steht das eigentümlichste Bauwerk der Stadt, die römisch-katholische Kirche St. Mary (19. Jh.), die unterschiedlichste Stilrichtungen in sich vereint.

Touristen, die sich für die Inselgeschichte interessieren, sollten den SCG National Trust (Old Carnegie Public Library, Heritage Square, Tel. 0784/451 29 21, geschl. Sa., So.) besuchen, der im Erdgeschoss eine kleine, aber faszinierende Sammlung indianischer Artefakte präsentiert.

Im Westen der Stadt liegt das auf dem Berkshire Hill Fort Charlotte. Von der Festung (180 m), die den Namen der Gemahlin Georgs III. trägt, blickt man über die Bucht auf die Grenadinen. Von dem 1806 erbauten Fort wurde nie ein Schuss abgefeuert.

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hoch oben – Fort Charlotte

Kingstowns ganzer Stolz ist der Botanische Garten auf den Hügeln oberhalb des Stadtzentrums. Der 1763 zu Erforschung und Zucht tropischer Nutzpflanzen gegründete Park ist der älteste seiner Art in der westlichen Hemisphäre und wird oft mit den Londoner Kew Gardens verglichen. Jeder Führer erzählt die Geschichte des großen Brotfruchtbaumes, der einst aus dem Pazifik zur billigen, aber nahrhaften Versorgung der Sklaven in die Karibik gelangte. Die ersten Setzlinge brachte Kapitän William Bligh 1787 auf seinem Schiff Bounty, doch kam es unterwegs zu der berühmten Meuterei, sodass die Pflanzen St. Vincent erst 1793 erreichten. Die Sklaven weigerten sich zunächst, die seltsamen Früchte zu essen, doch heute stehen sie auf beinahe jeder Speisekarte der Insel.

Die Vogelvoliere muss man nicht lange suchen: Einfach dem durchdringenden Kreischen der Königsamazonen folgen. Der goldgelbe Vogel mit violettem Kopf wird in Gefangenschaft gezüchtet.

AIDA-Ausflug VIN07 – Wanderung zum Vulkan La Soufriére

Wanderung zum Vulkanaktiv.. (Beginn: 08:15 Uhr; Dauer: ca. 7 Std.)
Die Stationen Ihres Ausflugs:
 ca. 1 h 30 Busfahrt entlang der rauen Ostküste durch Bananen- und Kokosplantagen
 ca. 2 h steiler Aufstieg zum Vulkan durch Bambuswälder und tropischen Regenwald
 Aufenthalt am Kraterrand
 ca. 1 h 30 Abstieg
 Rückfahrt zum Schiff

Den Ausflug hatte ich kurzfristig an Bord gebucht. Da in der Beschreibung stand, Regenjacke mitnehmen, habe ich mir noch eine AIDA-Regenjacke für 29,90 EUR gekauft. War nicht nötig, dazu später mehr.

Pünktlich 08:15 ging es los, die Leute wurden auf 2 Busse und 1 Kleintransporter aufgeteilt. Ich habe mich freiwillig für den Toyota entschieden. Mit sieben Leuten plus Fahrer ging es los. Der Toyota war nach dem Motto “Fluch der Karibik” lackiert, kostenlose Werbung für Hollywood. Unser Fahrer ist jedenfalls ein Riesenfan, heißt Jack (keine Ahnung ob das wirklich stimmt) und alle nennen ihn nur Jack Sparrow.

In der morgendlichen Rush-hour ging es in einem rasanten Tempo gen Norden. Verkehrsregeln gelten nur für die anderen, trotzdem geht es ziemlich gesittet zu. Und hier wird der Verkehr noch per Hand durch die Polizei geregelt! Alle achten irgendwie auf den Verkehr, man muss immer damit rechnen, das von links oder rechts einer einschert usw. Übrigens Linksverkehr. Es wird überholt, wo immer möglich oder unmöglich. Unterwegs kamen wir durch eine Menge kleiner Dörfer durch. Während in Kingstown noch Wohlstand zu sehen ist, fehlt dieser in den Küstenregionen vollkommen. So viele Bruchbuden und verfallene Häuser habe ich bisher noch nicht gesehen. Aber irgendwie arrangieren sich die Leute und leben ihr bescheidenes Leben.

Im Norden der Insel ist die Basisstation für den La-Soufrière-Trail. Dort angekommen, mussten sich erst ein mal eine Menge Leute erleichtern. Also warten… Dann ging es los. 44 Teilnehmer starteten, frühzeitig machte die Runde, wer schafft es wohl bis ganz nach oben. Der Weg für den geübten Bergwanderer bestimmt kein Problem, aber die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 30 ºC machten den Aufstieg dann doch zur Tortur. Um es vorwegzunehmen, 4 Teilnehmer haben aufgegeben.

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Das Basiscamp
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auf wen wir wohl warten mussten…
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da geht’s lang…

Im unteren Teil dominieren die Bananenstauden und Bambushölzer. Die Bäume sind teilweise mit Moos zugewuchert. Die Helikonien haben leider die Hochblüte schon überschritten, dennoch wunderbar anzuschauen. Das Grün dominiert aber. 

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Das ist Regenwald in der Karibik
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Helikonien – leider schon am verblühen
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Die Pflanze kenne ich nicht…

Je höher man kommt, verschwindet der Bambus und macht staudenartigen Gewächsen Platz. Es zieht sich auch zunehmend zu. Die Nebelbänke werden immer dichter, die Temperaturen sinken auch etwas.

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Bambus in allen Größen – und die können wirklich groß werden!

 

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In der Regenzeit bestimmt nicht passierbar
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Ab und zu ein freier Blick
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Der Aufstieg zieht sich – ein Blick zurück

 

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… kein Ende in Sicht

Oben am Kraterrand angekommen, eröffnet sich ein grandioser Blick auf die Caldera. Wenn denn die Nebelbänke nicht wären. Auf 1.243 Meter so etwas wie eine Wetterscheide. Es fing dann auch leicht an zu tröpfeln. Deshalb wohl die empfohlene Regenjacke. So schlimm war es aber nicht.

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Endlich oben…

 

 

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Geschafft!
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Blick über den Kraterrand

Für einen kurzen Augenblick lichtete sich der Nebel und die gegenüberliegende Seite wurde sichtbar. Man sieht den Ozean! Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt, dennoch ein toller Anblick!

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Der Nebel lichtet sich für einen kurzen Augenblick

Der Zeitplan drängt, so machten wir uns wieder auf den Abstieg. Durch die vielen Stufen auch nicht so leicht. So manch einer ist in den ausgetretenen Geröllpassagen  ins Rutschen gekommen. Letztendlich fanden aber alle wohlbehalten den Rückweg.

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Abstieg mit Blick auf die Küste
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Blick auf die Küste
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ein roter Farbtupfer im Meer von Grün
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ganz nah heran gezoomt, dachte es wäre ein Reiher , ist aber nur ein Blatt…

 

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Nebelbänke am Gipfel

 

Unten erwarteten uns kalte Getränke und ein Sandwich. Nach dieser Stärkung ging es mit Jack Sparrow wieder Richtung Schiff. Im übrigen, ist er neben “Fluch der Karibik”-Fan auch noch begeisteter Reggae-Fan. Die Klimaanlage in seinem Toyota wurde wohl einer besseren Soundanlage geopfert, die Lautstärke war ohrenbetäubend. 1 ½ Stunden hin und 1 ½ Stunden zurück, mein Bedarf an Reggae ist für die nächsten Jahre gedeckt.

Dennoch insgesamt ein lohnenswerter Ausflug. Und für mich die Erkenntnis, Bergsteigen wird im zunehmenden Alter schwieriger. Bin doch ziemlich ins Schwitzen gekommen.

Und danach ging es noch in die Stadt

Was soll ich sagen, ursprünglich hatte ich keinen Ausflug geplant und wollte die Stadt alleine erkunden. Bloß gut das ich das nicht gemacht habe. Kingstown ist für meine Begriffe ein Drecksloch. Sorry, aber einfach nur laut (Reggae-Berieselung an jeder Straßenecke) und chaotisch. Jeder Autofahrer hat permanent eine Hand an der Hupe und bedient diese auch ausgiebig.

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ein Regierungsgebäude
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die Banken haben Geld
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Arm neben Reich

Die gepriesenen Marktstände, kann man vergessen. Kaufen würde ich dort im Leben nichts… Die Stände dienen aber auch eher der Versorgung der Bevölkerung und nicht der Touristen. Zum Abschluss aber auch noch ein positiver Aspekt: alle Schulkinder tragen Schuluniformen! Ich finde das klasse, würde aber in Deutschland zu einem gewaltigen Aufschrei führen. Was ist denn so schlecht daran?

Bin also bezeiten wieder auf’s Schiff, duschen, umziehen und erstmal erholen. Ein anstrengender Tag geht zu Ende. 

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Wahlkampf-Demo auf St. Vincent
Themenabende
im Markt Restaurant       - "Russland" 
im Bella Donna Restaurant - "???" 
im Bella Vista Restaurant - "Mexiko"

 

 

Morgen dann St. George’s, Grenada. Kein Ausflug gebucht, alles auf eigene Faust. Ich berichte weiter, versprochen!

Veröffentlicht in Karibik 1 Seereisen

Ein Kommentar

  1. Das selbe Wetter hatte ich auch auf den Vullkan – hatte aber wie du ein ebenso tolles Erlebnis und konnte sogar noch in den Krater hineinklettern.
    Kingstown ist in der Tat nicht gerade eine Perle der Karibik, da stimme ich zu. Deswegen fahren die meisten wohl auch gleich in die Grenadinen weiter.
    Bist du übrigens sicher, dass es sich immer um Reggae-Musik handelte? Normal wird in St. Vincent, Grenada und den anderen Westindischen Inseln immer Soca gehört und Reggae eigentlich nur vereinzelt.

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