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Tag 4 – Curacao – Willemstad

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Die Niederländischen Antillen – Teil 2

Curacao, die größte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen ist 61 km lang und zwischen  3 und 13 km breit, verfügt über eine reiche historische Bausubstanz. Infolge großer Trockenheit ist Curacao geprägt von Agaven, Dornsträuchern und meterhohen Kakteen sowie den Divi-Divi-Bäumen. Ein leichter beständig wehender Wind macht das Klima (ganzjährig um 27 ºC) gut verträglich. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der internationale Fremdenverkehr. Ganz besonders der Kreuzfahrttourismus ist von Bedeutung, auch deshalb, weil neben den landwirtschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Karibikinsel Preise und Warenangebot in der Hauptstadt Willemstad ihresgleichen suchen.


Liegeplatz:                    Megapier
Liegezeit:                     07:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Alle Mann an Bord:             21:30 Uhr

Diamand in der Krone der NiederlandeUNESCO

Curaçao, das ist Holland auf karibische Art. Die farbenfrohe Hauptstadt Willemstad ist der schönste Beweis. Ins historische Zentrum – von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt  – gelangt man über eine Brücke, die von Pontonschiffchen getragen wird. Im Hafen fasziniert der schwimmende Markt mit seinen Obst- und Gemüsebooten.

Wettervorschau:   wechselhaft, 27 ºC
Sonnenaufgang:    07:03 Uhr
Sonnenuntergang:  18:24 Uhr
Nächste Etappe:   46 Seemeilen (85 Kilometer) bis Kralendijk

Karibisches Schatzkästchen: Willemstad

In Willemstad erinnert die des Wasser zugewandte Handelskade an Amsterdam. Holländische Giebel und Terrakottaziegel schmücken die rosa und pistaziengrün gestrichenen Häuser, dazwischen leuchten zitronengelbe Farbtupfer und weißer Stuck. Auch wenn die Zahl der modernen Gebäude inzwischen überwiegt, wirkt die Ansicht sehr malerisch. Willemstad gehört zum Weltkulturerbe.

Der Sint-Annabaai-Kanal, der zum Schottegat Harbor führt, teilt die Stadt. Westlich von ihm dehnt sich das Viertel Otrabanda aus, wo die Kreuzfahrtschiffe anlegen; im Osten liegt die Handelskade mit dem zentralen Viertel Punda, in dem sich viele Läden konzentrieren. Zu den Hauptattraktionen von Punda gehört der Mercado Flotante (Schwimmender Markt), der täglich auf dem Waalgat-Kanal bei der Handelskade stattfindet. An der Sha Caprileskade liegen venezolanische Schiffe vor Anker, und auf farbenprächtig arrangierten Ständen türmt sich Ware vom südamerikanischen Festland.

Ein Bummel durch das historische Willemstad sollte an der Handelskade bei Fort Amsterdam beginnen. Im ehemaligen Hauptquartier der Niederländischen Westindischen Kompanie befinden sich heute Regierungsämter. Zugänglich sind der Hof und die 1769 erbaute Kirche der Festung mit dem kleinen Fortkerk Museum, das altes Silber und Karten zeigt. Die Regenwasserzisternen bestehen genau wie viele Gebäude der Stadt aus winzigen gelben und roten Ziegeln, altem Schiffsballast aus Holland.

Einige Jahre vor der Fertigstellung der Fortkerk feierte die jüdische Gemeinde von Willemstad bereits Gottesdienst in der Mikvé-Israël-Emanuel-Synagoge, der ältesten kontinuierlich genutzten Amerikas.

Mittlerweile restauriert man das alte jüdische Viertel Scharloo bei der Waaigat. Das Maritime Museum steht am Wasser und zeigt eine Sammlung von Schiffsmodellen, Karten und Miniaturen und bietet Hafenrundfahrten an. Einen Häuserblock hinter dem Kai liegen am Scharlooweg einige der am besten erhaltenen Stadthäuser Willemstads aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert.

Über die Koningin Emmabrug (Königin-Emma-Brücke) gelangt man von der Handelskade nach Otrabanda. Der amerikanische Konsul Leonard B. Smith entwarf die 1888 erbaute Pontonbrücke, die sich für einfahrende Schiffe öffnet. Während dieser Zeit verkehrt gratis eine Fähre zwischen beiden Ufern. In Otrabande befinden sich der Anleger für Kreuzfahrtschiffe und die Festung Riffort, die heute wie einst über den Hafen wacht. Hier steht auch das Museum Kurá Hurlanda, das ein Teil eines Komplexes mit niederländischen Kolonialbauten ist. Gezeigt wird eine der größten Sammlungen an afrikanischer Kunst und Artefakten aus dem karibischen Raum.

1,5 Kilometer nördlich des Stadtzentrums zeigt das Curacao Museum in einem alten Seemannskrankenhaus präkolumbische Funde, Möbelstücke aus der Kolonialzeit und Werke einheimischer Künstler.

 

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Heute mal keinen Ausflug über AIDA gebucht. Mit Hilfe des Reiseführers „Karibik“ von National Geographic Traveler zog ich frühmorgens los. Das Einlaufen um 07:00 Uhr hätte ich fast verpasst, das Anlegemanöver habe ich aber gesehen.  Liegeplatz ist der „Megapier“ – liegt im Ortsteil Otrabanda (die andere Seite – wie einfallsreich!) – so das wir nicht das Schauspiel der Brückenöffnung der Queen Emma Pontoon Bridge live vom Schiff miterleben konnten.

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Ankunft in Wilhelmstad kurz vor Sonnenaufgang

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es um 08:00 Uhr los. Ich wollte vor den anderen die Plätze in Ruhe mir ansehen. Die Geschäfte hatten noch zu, die Locals waren auf dem Weg zur Arbeit und ich hatte die Straßen fast für mich alleine. Nachteil, das Licht war noch nicht optimal zu fotografieren.

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Welcom to Curacao

Vom Schiff runter führt der Weg direkt zum Rif Fort, eine der Sehenswürdigkeiten der UNESCO-Liste. Ist aber enttäuschend, es stehen nur die Außenmauern, der Innenbereich ist zu Restaurants und Geschäften umgebaut. Das Museum hatte wegen Renovierung geschlossen.

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Auch hier Luxus-Hotels
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UNESCO-Weltkulturerbe
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eine typische Shopping Meile
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Es stehen nur die Außenmauern

Weiter für der Weg zur Queen Emma Pontoon Bridge, auch bekannt als die „Swinging Old Lady“, bestehend aus 16 Pontoons. Ich musste warten, da ein unter liberianischer Flagge fahrender Seelenverkäufer Vorfahrt hatte. Die Brücke wird dazu zur Seite gefahren. In der Zwischenzeit kann man das kostenlose Wassertaxi benutzen.

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Endlich wird die Weihnachtsbeleuchtung abgenommen
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Ausweichen auf Wassertaxi

Das Vorzeigemotiv schlechthin ist die Handelskate. Eine Reihe schmucker alter Häuser im typischen holländischen Kolonialstil. Unten Geschäfte und Restaurants und oben Büros.

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Die Handelskate – das Fotomotiv schlechthin
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Manche Seitenstraßen waren ganz hübsch
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Hier regiert noch der Weihnachtsmann!

Der Weg führt weiter zum Governeurspalast, gut bewacht durch einen Uniformierten kommt man nicht in den Innenhof. Daran an schließt sich das Fort Amsterdam, das jetzt Regierungsbüros beherbergt.

 

Die Straßen verlaufen im Schachbrettmuster und stellen einen bunten Mix aus namhaften Boutiquen und Ramschläden dar. Die Ramschläden haben auch hier die Oberhand gewonnen.

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Bling-Bling immer schön billig

Nächster Anlaufspunkt war der „Floating Market“. Vorher noch ein Besuch in der großen Markhalle. Auch hier ein Sammelsurium von verschiedensten Ständen mit allen möglichen Waren. Über Haushaltswaren, gebrauchte Kleidung bis zu okulten Tinkturen um Gottes Wohlgefallen zu erlangen. Ein Teil der Markthalle ist der Selbstversorgung vorbehalten, hier kaufen sich viele ihren Mittagssnack. Erinnert irgendwie an orientalischen Basar.

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alles für den Seelenfrieden
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Frischer Fisch – ist der wirklich frisch?
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Was gibt’s heute zum Lunch?

Nun zu den fliegenden Händlern, im Reiseführer beschrieben, dass venezolanische Schiffe dort vor Anker liegen und die Händler ihre Waren aus Südamerika an Ständen verkaufen.  Wenn der südamerikanische Kontinent nicht mehr an Obst und Gemüse zu bieten hat, als dort angeboten wird, ist es ein Armutszeugnis. Vielleicht sind wir in Europa aber auch nur zu sehr verwöhnt. Die Bananen dürften in Deutschland nicht mal mehr an die Suppenküchen verteilt werden, so schlecht sahen sie aus.

 

Das zeigt aber auch ein typisches Bild hier in der Karibik. Es gibt viel Licht aber noch mehr Schatten. Selbst in den Main Streets greift der Verfall immer weiter um sich. In den angrenzenden Nebenstraßen sieht es besonders schlimm aus. Das will der normale Tourist vielleicht nicht sehen, ist aber die harte Realität in den meisten Ländern in diesem Teil der Welt.

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Kleine Hotels mit Boutiquen – das neue Geschäftsmodell
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Das Finanzministerium
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Kunst für den Garten
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Wer will kaufen? Ich sag nur, 1A-Citylage
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So wohnen die Locals in Otrabande

Es gibt eine Menge Vorzeigebauten, die meistens von Unternehmen oder Institutionen genutzt werden. Die privaten Häuser der kleinen Leute sehen ganz anders aus. Die Niederlande als ehemalige Kolonialmacht, hat sich hier einen Prunkbau hingesetzt. Sie könnten ruhig mehr Verantwortung übernehmen.

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Das Konsulat der Niederlande

In einer Nebenstraße fand ich eine Sitzbank, bemalt mit dem Spruch: Frage nicht, was Curacao für dich tun kann, frage was du für Curacao tun kannst! Die restaurierten Gebäude versprühen einen ganz eigenen Charme, mit der entsprechenden finanziellen Unterstützung könnte das ein richtiges Schmuckstück werden.

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da ist was dran…

Im Laufe des Tages wurde es ziemlich heiß, die Hitze staut sich in den Straßen, so das ich mich auf den Rückweg machte. Am Abend machte ich mich noch mal auf. Ich wollte noch die Mikvé Israel-Emanuel Synagoge und das Postmuseum ablichten. Laut Stadtplan leicht zu finden, in der Columbus Straat – Pech nur, wenn die Straßen nicht beschildert sind. Wie sollen Leute die Sehenswürdigkeiten denn finden…

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Ich habe mich auf ein eiskalte Polarbier in meiner Kneipe gefreut und dann das…
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Nun gibt’s das Bier nur beim Chinesen um die Ecke, ohne mich…

Das vielgepriesene Partyleben auf Curacao beschränkt sich meines Erachtens auf ein paar Restaurants mit Life-Musik in der Handelskate und im Rif Fort. In den Nebenstraßen ist tote Hose.

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Abendbeleuchtung

 

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da tobt der Bär…

Der Tag geht zu Ende, eine Menge gesehen, wie immer eine Menge schöner Dinge, aber auch viel Elend und Verfall. Eben die Schattenseiten im Paradies.

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so kann man auch Urlaub machen oder wohnen
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ich sehe da gewisses Entwicklungspotential

Morgen geht es nach Bonaire, die letzte der ABC-Inseln. Dort ist wieder ein Ausflug geplant, da der Reiseführer nur mit spärlichen Informationen zur Hauptstadt Kralendijk aufwarten konnte. Als mache ich einen Ausflug per Kajak in die Mangoven. Ich bin gespannt.

 

Themenabende
im Markt Restaurant - "Weltreise"
im Weite Welt Restaurant - "Orient"
im Bella Vista Restaurant - "Orient"

 

Veröffentlicht in Karibik 1 Seereisen

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