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6. Seetag – Auf dem Weg nach St. John’s – Kanada

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Eine stürmische Überfahrt – die Labrador Sea von ihrer besten Seite

Der Sporttag dürfte heute wieder ausfallen – wir haben richtigen Seegang! Bin mal bespannt, wie die Situation beim Frühstück ist. Es schaukelt schon ganz gut, mir gefällt’s…

Wettervorschau:    stürmisch, teilweise Hagel, -1 ºC
Sonnenaufgang:     07:49 Uhr
Sonnenuntergang:   17:21 Uhr
Aktuelle Etappe:   833 Seemeilen (1.543 Kilometer) bis St. John's

Warum machen die Frühstücksrestaurants nicht pünktlich auf?

DSC_3704Es schaukelt ein wenig. Und in den Restaurantbereichen fliegen wohl die Tassen und Teller von den Tischen. Der Seegang scheint aber noch nicht stark genug zu sein, die Schlangen vor den Restaurants sind viel zu lang. Anstatt zu warten, bin ich wieder auf die Kabine und versuch es später noch mal.

Das Wetter bessert sich jetzt so langsam, die Wolkendecke reißt auf, die Sonne kommt durch. Die See bleibt auch weiter rauh. Trotzdem leider kein Balkonwetter. Aber auch von drinnen kann gut schauen, da türmen sich ganz schön hohe Wellenberge auf. Die großen Schiffe stecken den Seegang ja ganz gut weg, die kleinen Fischerboote dürften so richtig Probleme bekommen.

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Kleiner Nachtrag zum Frühstück:

Heute mal in zwei Etappen. Die Restaurant haben alle später aufgemacht, weil immer wieder was zu Bruch ging. Die Rollbewegungen des Schiffes waren schon ganz heftig. Die Hälfte des Geschirrs dürfte zu Bruch gegangen sein. Die Tische haben ja auch alle eine glatte Oberfläche – also Rutschpartei pur. In der richtigen Seefahrt sind alle Tische und Ablagen mit einer Begrenzung ausgestattet, die ein Abrutschen verhindern sollen. Die AIDA ist aber ein Schönwetterschiff….

Eine Bemerkung noch: Im Nordatlantik muss man im Herbst mit diesem Wetter rechnen! Ich verstehe die Aufregung einiger Passagiere nicht, die sich darüber beschweren. Der Kapitän machte auch die Durchsage, dass er in der Nacht die Geschwindigkeit reduziert hatte und die Schiffsstabilisatoren voll am Limit arbeiten. Er wechselt jetzt den Kurs um in etwas ruhigere Gewässer zu kommen.

Im Restaurant ging es drunter und drüber – kleine Kinder klammerten sich an die Eltern, die Kinderwagen machten sich selbständig und zwischendurch immer einige Unverbesserliche, die ihre Gläser bis zum Rand einfüllten – das Ergebnis war vorhersehbar! Die Gemüter erhitzten sich; werden jetzt wieder einige versuchen, AIDA wegen entgangener Urlaubsfreuden zu verklagen? Fazit: Säuglinge und Kinder < 3 Jahren gehören nicht auf so eine Tour!

An meinem Tisch hatte ich noch ein älteres Ehepaar, wir versuchen verzweifelt die Tassen, Teller und Gläser oben zu behalten – hat auch ganz gut geklappt, bis auf mein Glas mit O-Saft, das rutschte durch und über meine Hose, shit… Wo war noch mal der Waschsalon auf Deck 7?

Umziehen und zweiter Anlauf, da ging alles gut. Mittlerweile wurde auch ein Restaurant geschlossen. So, ich bin jetzt wieder auf der Kabine und werde den Rest des Tages genießen. Die Außendecks sind eh noch alle gesperrt und müssen noch von Schnee und Hagel befreit werden, der Außenbereich auf Deck 5 ist ebenfalls aus Sicherheitsgründen geschlossen. Schade: da kann man so richtig die Wellenberge genießen, man ist fast auf Augenhöhe. Vom Balkon auf Deck 8 sieht es gar nicht so gewaltig aus, täuscht aber!

Der Tagesablauf

Es wird nicht wirklich viel interessantes heute angeboten. Eventuell die nautische Fragestunde mit dem Kapitän. Oder steht der bei dem Wetter lieber auf der Brücke? Ich habe ja noch mein Buch und meine Serie (bin schon Mitte der zweiten Staffel). Und vor allem muss ich langsam mal anfangen die Bilder von Grönland zu sichten und sortieren. ….

12:00 Uhr – Durchsage des Kapitäns

Die schlechte Nachricht zuerst: St. John’s fällt aus! Auf Grund der aktuellen Wetterlage werden wir den Hafen nicht anlaufen. Der Sturm zwang das Schiff mit gedrosselter Leistung zu fahren, so dass wir nunmehr 12 Stunden hinter dem Zeitplan liegen. In der Nacht herrschten Orkanböen von fast Windstärke 12  und die Wellenhöhe betrug 6-8 Meter.  Damit nicht zu viele seekrank werden, entschloss sich die Crew die Geschwindigkeit zu drosseln und einen etwas südlicheren Kurs einzuschlagen.

Beim Frühstück haben wir ja nochmal die volle Wucht zu spüren bekommen – ich berichtete oben – zwei Brecher von 10 Metern trafen das Schiff von Steuerbord und haben die Backschaft übernommen, d.h. die Tische und Büffet’s wurden abgeräumt. Mich hat’s ja auch getroffen.

Wir fahren also jetzt durch bis Halifax, wo wir übermorgen gegen 08:00 Uhr hoffentlich anlegen.

Themenabende
im Markt Restaurant - "Italien"
im Bella Donna Restaurant - "Südtirol"
im East Restaurant - "Japan"

Die Themen wiederholen sich langsam. Und ich gehe zur Routine über – Bella Donna.

 

 

Veröffentlicht in Seereisen Transamerika 7

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