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5. Seetag – Auf dem Weg nach Gönland

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Auf dem Weg nach Qaqortoq

Heute der 5. Seetag, so langsam kommt Routine auf. Länger geschlafen als gewollt, zumal in der Nacht die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt wurden. Die See ist heute ruhig. Alle Deckbereiche sind zugänglich.

 

Wettervorschau:   leicht bewölkt bis bedeckt, kaum Wind, 5 ºC
Sonnenaufgang:    08:31 Uhr
Sonnenuntergang:  17:32 Uhr
Nächste Etappe:   782 Seemeilen (1.448 Kilometer) bis Qaqortoq

 

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Auf dem Weg nach Grönland – Blick voraus

kurze Nachbetrachtung zum gestrigen Tag

Island ist eine Reise wert! Ein Tag ist einfach zu wenig um Island zu erkunden. Auch der zusätzliche halbe Tag reicht nicht aus. 2 – 3 Wochen Island-Urlaub, egal ob als gebuchte Rundreise oder als Individualtourist mit Mietwagen, sollte man schon einplanen. Wir haben gestern zwar die größten Sehenswürdigkeiten gesehen, aber es gibt noch soviel mehr zu entdecken.  Die Hauptreisemonate sind zwar von Juni bis September, aber auch die anderen Monate haben ihren Reiz. Und wer die Polarlichter sehen will, muss sowieso später anreisen. Bei mir hat es nicht geklappt, das Wetter spielte nicht mit. Ich habe viele Island-Krimis gelesen. Island ist eine rauhe Insel. In vielen Krimis verirrten sich Menschen in den Bergen und haben die Nacht im Winter nicht überlebt, sie waren erfroren. Ich konnte mir das immer nicht so richtig vorstellen, bis gestern! Am Gullfoss habe ich die Naturgewalten zu spüren bekommen, der eisige Wind kann einem schon ganz schön zu schaffen machen und wir hatten ja eigentlich noch nicht Winter…. Wir waren ja nicht die Einzigen, die dort unterwegs waren. Es war schon interessant zu beobachten: neben den normalen Touristen waren auch viele Schulklassen unterwegs. Auf dem Parkplatz habe ich Busse von International Schools gesehen. Die Jugendlichen waren wohl auf Bildungsreise, nur anstatt der neuesten Smartphones hätten sie mal lieber in wetterfeste Kleidung investieren sollen. Sieht aber wohl nicht so cool aus. Kalt dürfte ihnen so gewesen sein. Ich bin ja auch kein Mützenträger, gestern war ich aber froh, dass ich eine mithatte. Sieht zwar bescheuert aus, hält aber warm. Das zunehmende Husten an Bord gibt mir Recht. So der Bericht für heute ist fertig, ich werde noch ein wenig lesen, dann dürfte der Roomservice auch fertig sein und kann die Balkonkabine genießen. Heute nachmittag ist dann Sport angesagt.

Kabine ist noch nicht fertig, also war ich noch mal auf Erkundungstour. An den Seetagen wollen die Leute ja unterhalten werden. Die Offizieren shaken Cocktails, die Angestellten verkaufen Postkarten für Grönland – bei der Schlange stelle ich mich nicht an! – und das asiatische Servicepersonal faltet Handtücher zu Tieren, die machen das richtig gut!

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Eben gab es die Durchsage des Kapitäns: Wir haben bis jetzt 4.300 Kilometer ab Warnemünde zurückgelegt und es liegen noch 4.500 Kilometer vor aus. Also noch nicht Bergfest! Der Wind schiebt von hinten, so dass wir mit 19 Knoten (ungefähr 35 km/h) unterwegs sind. Wir wollen morgen früh in den Prinz-Christian-Sund einlaufen. Dort wird Eis von einem Eisberg an Bord genommen und abends als Drink serviert. Ich fürchte, die Massen werden sich tottreten…

Für Qaqortoq ist dann rendern angesagt, mal sehen wie das abgeht. Hoffentlich wird die Drängelei nicht zu groß.

16:00 Uhr – Kunstauktion im Theatrium

An den Seetagen findet nachmittags immer eine Kunstaktion statt, dabei werden 12 Kunstwerke bis zu 20% unter Galeriepreis ausgerufen. Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen streiten, die Kunstwerke sind nicht immer mein Fall, schon gar nicht zu den Preisen!

Das Werk “Kermit der Frosch” ging für das Stargebot von 1.050,- € weg, der James Bond – Agent 007 aus Goldfinger wechselte für 3.340,- € den Besitzer, nur das PopArt “Hong Kong 08:00 Uhr morgens” auf Acrylglas mit Blattgold fand für 4.640,- € keinen neuen Besitzer. Für das Geld würde ich lieber eine weitere Reise machen.

  • Kunstauktion an den Seetagen

o.k., an der Bildqualität muss ich noch was machen, die habe ich wohl zu groß verkleinert, aber das Internet an Bord zwingt mich dazu, die Ladezeiten sind unterirdisch! Die Werke durften im Vorfeld nicht fotografiert werden, wegen Privatsphäre der Künstler und Urheberrecht usw., ich hätte die auch einfach Nachts fotografieren können, da hingen die Bilder alle zur Besichtigung in der Galerie, habe ich aber nicht gemacht!

Themenabende
im Markt Restaurant - "Portugal"
im Bella Donna Restaurant - "Emilia Romagna"
im East Restaurant - "Vietnam"

 

Der gestrige Abend verlief dann geräuschlos. Als Tischnachbarn hatte ich ein junges Pärchen, dass war aber mit sich selber, beziehungsweise mit ihrem Smartphone, beschäftigt. Er spielte nur rum ohne zu Essen, sie hatte zwar einen vollen Teller, nach zwei Bissen war aber auch ihr Handy interessanter. Wo sind die Tischmanieren geblieben? Was würde passieren, wenn die Restaurantbereiche handyfreie Zonen wären? Würde die Jugend verhungern?

Für heute erhoffe ich mir mehr Konservativen. Ob es geklappt hat, erfahrt ihr morgen.

 

 

Veröffentlicht in Seereisen Transamerika 7

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