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Nationalpark Thingvellir

Das Tal des Thing auf der Reykjanes-Halbinsel im äußersten Südwesten Islands ist nicht nur historisch, sondern auch in geologischer Hinsicht ein bedeutsamer Ort.

Die Versammlung der freien Männer hieß bei den Germanen Thing. Man traf sich an einem Platz unter freiem Himmel und beriet über Gesetze und andere Angelegenheiten. Seit 930 war das Thingvellir, wörtlich übersetzt “Tal des Thing”, Versammlungsort aller freien Männer Islands. Das jeweils gültige Recht wurde von einem “Gesetzessprecher” vorgelesen. Dann entschied man über Neuerungen und Änderungen, die das ganze Volk betrafen. Eine der wichtigsten war die Annahme des Christentums im Jahr 1000. 1798 fand das letzte Althing statt, trotzdem behielt Thingvellir seine fast mythische Bedeutung: 1944 wurde hier die Republik und damit die vollständige Unabhängigkeit des Landes ausgerufen. Thingvellir, das 1928 zum Nationalpark erklärt wurde, liegt auf der isländischen Dehnungszone, einem geologischen Riftgraben. Das Althing fand in der rund 5 Kilometer langen, westlich davon gelegenen Schlucht Almannagjá, der “Allmännerschlucht” statt, denn die steilen Wände verstärkten die Sprache, ohne ein störendes Echo hervorzurufen. Zum Welterbe zählt auch der See Thingvallavatn mit seiner Population des Arktischen Saiblings.(1)


(1) Bildband: Das Erbe der Welt.Die Kultur- und Naturmonumente der Erde nach der Konvention der UNESCO.aktualisierte Auflage.München: Kunth Verlag, 2016. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Europa Island UNESCO-Weltkulturerbe

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